Krätze-Welle

Zahl der Krätze-Patienten steigt auch in Moers

Moers.  Bereits jetzt gibt es in Moers mehr Fälle von Krätze als 2016. Typische Symptome der Krankheit, ihre Ansteckungsgefahr und wie man sie behandelt.

52 Fälle von Krätze in Moers sind bislang bekannt. Im gesamten Kalenderjahr 2016 waren es noch 42. Bedeutet bereits Anfang Dezember eine Steigerung der Fallzahlen von etwa 23 Prozent. Im Falle einer Erkrankung besteht eine Meldepflicht gemäß dem Infektionsschutzgesetz.

So müssen Leiter von gemeinschaftlichen Einrichtungen, also Schulen, Kindertagesstätten oder Altersheimen, Krätze-Fälle sofort melden und Angaben zu der erkrankten Person machen.

Für Privatpersonen besteht keine Meldepflicht, es sei denn, sie arbeiten in einer gemeinschaftlichen Einrichtung. In einem solchen Fall muss umgehend der Leiter der Einrichtung informiert werden. Weil Krätze also nicht in jedem Fall meldepflichtig ist, besagen die Zahlen nur, welche Fälle den Städten bekannt sind.

Symptome, Behandlung und Ansteckungsgefahr

„Typische Symptome einer Krätze-Erkrankung sind brennende Haut und Juckreiz, die sich bei beispielsweise Bettwärme noch stärker bemerkbar machen“, sagt Dr. Martin Binder, Internist und Leiter des Gesundheitsamtes für den Kreis Wesel.

Wenn der Verdacht besteht, eine Krätze-Erkrankung könnte vorliegen, empfiehlt der Experte, einen Hautarzt, bei Kleinkindern auch den Kinderarzt, aufzusuchen, der dann eine Behandlung mit Salbe oder Tabletten verordnet. Denn bei Krätze besteht durchaus Ansteckungsgefahr.

Erkrankte sollten Kontakt, vor allem Hautkontakt, zu anderen Personen vermeiden. Die Gefahr einer Ansteckung ist besonders hoch, wenn direkter Hautkontakt von fünf bis zehn Minuten besteht. Aber auch, wenn sich zwei Personen das gleiche Bett teilen, besteht die Gefahr der Übertragung. Keine Gefahr besteht, wenn auch kein direkter Hautkontakt möglich ist und die erkrankte Person lediglich im gleichen Büro sitzt.

Bei Kitas nachgefragt

„Die Zahlen aus 2015 waren noch geringer als 2016“, sagt Dr. Martin Binder. So lässt sich eine steigende Tendenz in den letzten Jahren klar erkennen. Die NRZ fragte deshalb am Mittwoch bei zwei Kindertagesstätten nach, ob von der steigenden Anzahl etwas zu spüren sei.

Die Antwort: „Bislang sind uns keine Fälle bekannt und es gab auch keine Information seitens des Gesundheitsamtes, dass die Eltern gesondert nach den bekannten Symptomen schauen sollen“. Generell seien solche Fälle in den letzten Jahren so gut wie gar nicht aufgetreten. „Wenn eine ansteckende Krankheit bei einem Kind entdeckt werden würde, ist die Sorge bei den Eltern immer sehr groß, deshalb hätten wir einen Krätze-Fall natürlich mitbekommen“, sagte die Leiterin einer städtischen Tageseinrichtung.

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