Gericht

Zehn Jahre Haft nach Juwelier-Raub in Kamp-Lintfort

Foto: David Ebener

Moers/Kamp-Lintfort.   41-jähriger Kamp-Lintforter wegen schweren Raubes und Körperverletzung verurteilt. In den Entzug muss er auch. Die Liste seiner Strafen ist lang.

Ein 41-jähriger Kamp-Lintforter muss wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung für zehn Jahre hinter Gitter. Dies hat am Mittwoch die auswärtige große Strafkammer des Landgerichts Kleve in Moers entschieden.

Das Gericht ordnete zudem an, dass der drogenabhängige Mann in eine Entziehungsanstalt eingewiesen wird, sobald er mindestens 18 Monate im Gefängnis verbracht hat. Sollte er sich dort bewähren, könne man darüber nachdenken, dass er vom Rest seiner Strafe nur noch die Hälfte oder zwei Drittel absitzen muss. Bewährt er sich nicht, bleibt er die gesamten zehn Jahre in Haft. Darüber hinaus wurde angeordnet, von ihm 93.000 Euro Wertersatz einzuziehen. Die Staatsanwaltschaft hatte elf Jahre, die Verteidigung sieben Jahre für den Angeklagten beantragt, beide auch mit Unterbringung in einer Entziehungsanstalt.

Mehrfache Verfolgungsjagden mit der Polizei

Verurteilt wurde der geständige und mehrfach vorbestrafte 41-Jährige jetzt für zwei Raubüberfälle. Einen davon beging er am 10. Juli 2017 auf das Kamp-Lintforter Juweliergeschäft Hüls an der Moerser Straße. Damals attackierte er die Angestellte mit Reizgas und flüchtete mit Ringen im Wert von 90.000 Euro.

Das Vorstrafenregister des Mannes weist 25 Eintragungen auf, die meisten davon wegen Diebstahls und Fahren ohne Führerscheins, häufig wegen Fahrerflucht. Mehrfach lieferte er sich Verfolgungsjagden mit der Polizei, in einem Fall hätte er fast einen Polizisten überfahren. Die erste Knasterfahrung machte der gebürtige Dormagener mit 17 Jahren. Kontakt mit Drogen, so berichtete er, habe er mit 14 Jahren gehabt. Beim damaligen Heimaufenthalt habe er Haschisch und Amphetamin konsumiert. Ans Kokain sei er durch Vater und Bruder gekommen, beide heroinabhängig.

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