Baugenehmigung

Fehlende Baugenehmigung: Waldhotel in Mülheim muss schließen

Das Waldhotel Uhlenhorst muss am 1. Dezember schließen.

Das Waldhotel Uhlenhorst muss am 1. Dezember schließen.

Foto: Martin Möller / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Die Mülheimer Bauaufsicht schließt das Waldhotel Uhlenhorst. Es hatte erst 2016 eröffnet. Für die Hotel-Nutzung gab es nie eine Baugenehmigung.

Erst vor drei Jahren eröffnet, muss das Waldhotel Uhlenhorst am 1. Dezember schließen. Die Baugenehmigung für das Gebäude neben der ehemaligen evangelischen Akademie im Haus Küchen hat einen Hotelbetrieb nie vorgesehen, sondern galt lediglich der Unterbringungsmöglichkeit für Tagungsgäste der Akademie. Die allerdings ging 2006 in den Besitz eines privaten Investors über, 2016 eröffnete das Waldhotel. Warum konnte es überhaupt eröffnen und warum zieht die Bauaufsicht erst jetzt die Reißleine?

„Es gibt für diese Nutzung keine Genehmigung“, sagt Volker Wiebels. Der Betreiber habe eigenmächtig den Verbindungsgang zur Akademie abgerissen und weitere Umbauten für einen Hotelbetrieb vorgenommen, wie beispielsweise eine Rezeption eingerichtet. Für diese Maßnahmen habe er nie einen Antrag gestellt und es habe eben auch keine Genehmigung gegeben. „Der Bau ist illegal, so wie er da steht“, sagt Wiebels.

Waldhotel Uhlenhorst kann letzte Buchungen abarbeiten

Zum 1. Dezember muss das Hotel schließen. Der Betreiber war dagegen vorgegangen, letztlich gab das Verwaltungsgericht allerdings der Stadt Mülheim Recht. „Wir haben ihnen zugestanden, die letzten Buchungen abzuarbeiten“, so Wiebels. Eine Hotelnutzung an dieser Stelle sei wegen der Lage im Wald „explizit nicht erwünscht“ – der Betrieb brächte zu viel Autoverkehr mit sich.

Mit einem emotionalen Brief auf der Homepage des Waldhotels nehmen die sieben Mitarbeiter Stellung. Für sie sei die erzwungene Schließung „unerklärlich, da wir Sie herzlich gern willkommen geheißen haben“. Im Gespräch erzählt eine Mitarbeiterin von der 61-jährigen Kollegin, seit 14 Jahren im Dienst als House-Keeperin, früher schon in der Residenz Uhlenhorst. „Wo soll sie nochmal einen Job finden, so kurz vor der Rente?“ Und von der 55-Jährigen, die im Waldhotel das Frühstück zubereitet – auch für sie werde es schwierig, eine neue Arbeit anzutreten.

Gäste des HTV Uhlenhorst haben oft im Waldhotel übernachtet

„Wir stören niemanden, wir sind ein kleiner familiärer Betrieb“, sagt die Mitarbeiterin. Auch sie war schon in der Residenz Uhlenhorst beschäftigt. Gäste des HTC Uhlenhorst, der nur einen Kilometer entfernt liegt, würden hier häufig übernachten. „Wir machen das mit Herz und Seele.“ Die Mitarbeiter verstehen nicht, warum die Bauaufsicht erst jetzt auf Idee kommt, dass keine Genehmigung vorliegt. „Es stand doch vor drei Jahren dick und fett in der Zeitung, dass wir öffnen. Und wir machen Werbung.“

Volker Wiebels erwidert, dass die Bauaufsicht ihre Informationen nicht aus der Zeitung nähme. Relevant seien die Anträge. Und so habe die Behörde offiziell nie etwas von dem Hotel erfahren. Vergangenes Jahr dann habe es eine wiederkehrende Prüfung zum Brandschutz gegeben. Bei dieser Routinekontrolle sei herausgekommen: Es gibt keine Anträge, keine Genehmigungen.

Stadt Mülheim kann verfügen, dass das Waldhotel abgerissen wird

„Wir erfüllen alle Auflagen“, sagt die Mitarbeiterin. Der Brandschutz, die Küche – das Ordnungsamt habe nie etwas beanstandet. Traurig seien sie nun, dass die Stadt nicht gemeinsam mit dem Geschäftsführer über eine Lösung nachdenkt, ihnen nachträglich vielleicht doch eine Genehmigung erteilt.

Nun, so befürchten es die Mitarbeiter in ihrem Abschiedsbrief, stünden die Gebäude künftig leer und „verfallen schlimmstenfalls“. Dazu erklärt der Stadtsprecher: „Wir können verfügen, dass es abgerissen wird.“ Der Geschäftsführer des Hotels war trotz mehrfacher Nachfrage nicht erreichbar.

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