Woche der Ausbildung

Agentur für Arbeit bietet jungen Menschen viele Karrierewege

Verena Kernchen (l.) und Sarah Wittkamp (r.) bei einem Beratungsgespräch.

Foto: Udo Gottschalk

Verena Kernchen (l.) und Sarah Wittkamp (r.) bei einem Beratungsgespräch.

Mülheim.   Zwei junge Frauen berichten, welche Chancen sie bei diesem Arbeitgeber haben und loben die Vielseitigkeit in dieser speziellen Berufswelt.

Arbeiten beim Arbeitsamt – klingt erstmal nicht so spannend. Kann es aber durchaus sein, wie Sarah Wittkamp und Verena Kernchen im Rahmen der Woche der Ausbildung berichten. Die beiden jungen Frauen, 33 und 29 Jahre alt, haben bei der Bundesagentur für Arbeit ihren Karriereweg eingeschlagen – auf unterschiedlichen Pfaden und doch gleichermaßen erfolgreich.

Sarah Wittkamp hatte schon früh mit der Agentur für Arbeit zu tun, erzählt sie. „Ich hab schon mein Schülerbetriebspraktikum im Berufsinformationszentrum in Duisburg gemacht. Das war für mich damals ein toller Einblick und ich konnte schon viel mithelfen, etwa Schulklassen betreuen.“ Weil sie beim Praktikum überzeugt hat, bekam sie das Angebot, sich auf eine Ausbildung bei der Agentur für Arbeit zu bewerben. Fachangestellte für Arbeitsmarktdienstleistungen heißt das Berufsbild, die Ausbildung dauert drei Jahre und setzt einen mittleren Schulabschluss voraus.

Nach oben keine Grenzen gesetzt

Sarah Wittkamp hat damals direkt zugeschlagen, als das Angebot sich zu bewerben nach ihrem Praktikum kam und die Lehrstelle für den mittleren Dienst bei der Bundesagentur für Arbeit bekommen. „Hätte das nicht geklappt, hätte ich Abi gemacht“, sagt die 33-Jährige heute. Die junge Frau hat verschiedene Abteilungen durchlaufen, was Bestandteil der Ausbildung ist. So lernte sie die Leistungsabteilung kennen, die Familienkasse, die Eingangszone mit dem Erstkontakt der Arbeitsuchenden und die Personalabteilung. „Theorie hatten wir im Blockunterricht“, erinnert sich Sarah Wittkamp und ordnet ein: „Dadurch hatten wir auch viel zusammenhängende Praxis, das war ein Vorteil.“

In der internen Mitarbeiterqualifizierung

Seitdem ist viel passiert. Nach ihrer erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung hat Sarah Wittkamp innerhalb der Agentur für Arbeit verschiedene Stellen inne gehabt – im Servicecenter sowie in der Bewerberbetreuung mitgearbeitet. Mittlerweile ist sie im gehobenen Dienst tätig – ohne dafür ein Studium absolviert zu haben. „Wenn man bereit ist, etwas zu leisten, dann wird das bei der Agentur für Arbeit auch gesehen und honoriert. Nach oben sind keine Grenzen gesetzt“, ist die 33-Jährige überzeugt. Heute ist sie stellvertretende Teamleiterin der Berufsberatung bei der Agentur für Arbeit und Trainerin in der internen Mitarbeiterqualifizierung. Über die Ausbildertätigkeit sagt Sarah Wittkamp: „Dadurch bilde ich mich auch selber fort.“

Heute nimmt sie in der Berufsberatung Schüler der Sekundarstufe 1 unter ihre Fittiche, ist oft in den Schulen unterwegs und bietet Berufsorientierung an. „Die wenigste Zeit sitze ich am Schreibtisch“, sagt die Arbeitsagenturmitarbeiterin über ihren Job, der viel mit zuhören und unterstützen auf dem Weg zur richtigen Berufswahl zu tun habe. Einfühlungsvermögen gepaart mit Fachlichkeit seien dafür Voraussetzungen, sagt Sarah Wittkamp.

Jobs gibt es für jede Stärke

Einen etwas anderen Weg ist Verena Kernchen bei der Agentur für Arbeit gegangen. Nach dem Abitur hat sie sich für das Duale Studium Arbeitsmarktmanagement an der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit in Mannheim entschieden. „Das dauert drei Jahre, man hat jeweils vier Monate Theorie an der Hochschule und vier Monate Praxis, die ich in Oberhausen verbracht habe“, erzählt Verena Kernchen. Abgeschlossen hat die 29-Jährige ihr Studium mit dem Bachelor of Arts. Das Studium kombiniert Wirtschafts-, Sozial- und Rechtswissenschaften, was Verena Kernchen gut gefallen hat. „Das war eben nicht nur BWL“, sagt sie rückblickend.

Nach dem Studium war sie drei Jahre in der Arbeitsvermittlung tätig, bevor sie zu einem Sozial-Media-Projekt in die Zentrale der Bundesarbeitsagentur nach Nürnberg geholt wurde. Dann arbeitete sie in der Regionaldirektion NRW an einem Projekt zum internen Service mit. „Wichtig war für mich, dass meine feste Stelle in Oberhausen erhalten blieb“, blickt Kernchen zurück. Schließlich bekam sie eine Stelle im internen Service, ist heute Fachkraft für Ausbildung und Qualifizierung für die eigenen Mitarbeiter und koordiniert den Jahresarbeitsplan für die Azubis und ist für das Einarbeitungsprogramm zuständig, mit dem neue Mitarbeiter in die Arbeitsagentur aufgenommen werden.

Hinter den Kulissen

Verena Kernchen ist sichtlich zufrieden: „Der Personalbereich hat mich immer schon gereizt.“ Sarah Wittkamp und Verena Kernchen sind durch ihre eigenen Erfahrungen sicher: „Wenn man mal hinter die Kulissen guckt, erkennt man, dass es bei der Arbeitsagentur für jeden Geschmack und für jede Stärke Jobs gibt.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik