Gesundheit

Allergie-Mobil bietet Beratung in einem pollenstarken Jahr

In diesem Jahr ist die Pollenkonzentration besonders hoch. Entsprechend ausgeprägt sind bei vielen Allergikern die Beschwerden.

Foto: Friso Gentsch, dpa

In diesem Jahr ist die Pollenkonzentration besonders hoch. Entsprechend ausgeprägt sind bei vielen Allergikern die Beschwerden. Foto: Friso Gentsch, dpa

Mülheim.  Allergie-Mobil des Patienverbandes DAAB macht heute Station in der Mülheimer City. Viele lassen ihre Lunge testen oder fragen nach Therapien.

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Ein kompakter weißer Wagen parkt am heutigen Mittwoch auf dem Kurt-Schumacher-Platz, in dem etliche Passanten Rat suchen und finden. Mit Problemen wie diesem: „Ich habe seit mehreren Monaten Hustenreiz.“ Der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB), ein Patientenverband mit langer Tradition, macht bis 16 Uhr mit einem seiner beiden Allergie-Mobile in Mülheim Station. An Bord: Ausrüstung für einen Lungenfunktionstest, vielfältiges Info-Material und zwei persönlich ansprechbare Mitarbeiter.

Eine davon, Christa Spinne, ausgebildete Ökotrophologin und Koordinatorin der Allergie-Mobile, ist schon seit zwei Jahrzehnten für den DAAB im Einsatz. Die meisten Betroffenen, die sie trifft, leiden an Pollenallergie. Deutschlandweit gilt dies für rund 18 Millionen Menschen. Und in diesem Frühling trifft es sie besonders: „2017 ist ein sogenanntes Mastjahr“, erläutert die Beraterin, „da ist die Pollenkonzentration außergewöhnlich hoch, wie man auch an den Fenstern und Autos sehen konnte, alles gelb gepudert.“ Entsprechend ausgeprägt seien bei vielen die Beschwerden.

Häufigste Frage, die sie am Allergie-Mobil hört: Was gibt es Neues an Medikamenten, an Therapien? Ihre Antwort: „Es sind eine ganze Reihe guter Mittel auf dem Markt. Viele Leute warten aber auf die Wunderpille, doch die wird es nicht geben.“

Viele therapieren sich selber

Der DAAB betreibt ein kostenloses Beratungstelefon, wertet die Anrufe aus und meldet aktuell, die momentane Versorgung von Pollenallergikern sei „desaströs“. Viele würden sich mit frei verkäuflichen Präparaten aus der Apotheke selbst therapieren, weil man auf Termine beim Facharzt so lange warten muss. Heuschnupfen sei aber keine Bagatelle, warnt der DAAB immer wieder: „Eine chronische Entzündung der unteren Atemwege kann in der Pollenzeit schnell übersehen werden, und allergisches Asthma entsteht.“

Nach Angaben des DAAB sind mittlerweile mehr als 20 000 unterschiedliche Auslöser von Allergien bekannt. „Ein ganz großes Thema, das die Leute bewegt, sind auch Lebensmittelunverträglichkeiten“, erläutert Christa Spinne. „Wobei es sich längst nicht immer um Allergien handelt, die man anhand von Antikörpern im Blut nachweisen kann. Die Beschwerden ähneln sich aber häufig.“

Worin die Last mit bestimmten Lebensmitteln liegt, muss zunächst genau diagnostiziert werden. „Dann bekommt man beim DAAB eine Liste mit versierten Ernährungsfachleuten in der Nähe“, so Strauch. Die Kosten für eine individuelle Beratung werden teilweise von den Krankenkassen getragen. Eine Beratungshotline (gratis) bietet der DAAB unter Tel. 02166/64788-88. Ausführliche Infos auf: www.daab.de.

Saison-Tipps des DAAB für Allergiker

Vor den Fenstern zu Hause engmaschige Pollenschutzgitter anbringen. So dauert das Lüften zwar länger, bringt aber weniger Pollen in die Wohnung.

Kleidung abends nicht im Schlafzimmer ablegen, nach dem Waschen nicht im Freien trocknen. Vor dem Schlafengehen die Haare waschen.

Aktionen an frischer Luft fallen leichter, wenn es geregnet hat. Nach Gewittern ist die Belastung aber oft schlimmer: Pollen werden in die Nähe des Bodens gedrückt, allergene Partikel herausgeschlagen.

Durch die Nase atmen, nicht (Passiv-)Rauchen.

Teppiche und Polstermöbel mit einem Staubsauger reinigen, der einen Hepa-Filter hat (am besten Klasse 14).

Das Auto mit einem Pollenschutzfilter ausstatten, diesen einmal im Jahr austauschen, am besten im Herbst oder Winter.

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