Gericht

Angeklagter aus Mülheim verlässt wutentbrannt Verhandlung

Ein Angeklagter aus Mülheim ist vor dem Gericht in Moers ausgerastet. Er war wegen einer Ohrfeige an seiner Ex-Freundin angeklagt.

Foto: Kurt Michelis

Ein Angeklagter aus Mülheim ist vor dem Gericht in Moers ausgerastet. Er war wegen einer Ohrfeige an seiner Ex-Freundin angeklagt. Foto: Kurt Michelis

Mülheim/Moers.   Ein 34-Jähriger aus Mülheim hat versucht, vor Gericht eine Ohrfeige an seiner Ex-Freundin zu rechtfertigen. Bei Urteilsverkündung rastet er aus.

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Es kommt sehr selten vor, dass Johannes Huismann in einer Verhandlung laut wird. Am Montag platzte dem Richter des Landgerichtes in Moers dann aber doch der Kragen. Der 34-jährige Angeklagte aus Mülheim hatte die richterliche Geduld auch strapaziert und stürmte schließlich wutentbrannt aus dem Gerichtssaal – und handelte sich auf dem Flur wahrscheinlich schon die nächste Strafanzeige ein. Der mehrfach vorbestrafte Mülheimer war, um es vorwegzunehmen, vergeblich gegen ein Urteil des Amtsgerichts in Berufung gegangen: ein Jahr auf Bewährung, weil er seine Ex-Freundin geohrfeigt und ihr Auto in einem Kreisverkehr gerammt haben soll.

Der Prozess versprach schon bei der Feststellung der Personalien schwierig zu werden. Alsdann ließ sich der Angeklagte, ein kleiner, schmächtiger Mann, lang und breit über das Verhältnis zu seiner Ex-Freundin aus. Selbst die Forderung des Richters: „Vielleicht kommen Sie jetzt mal bitte zum Tatgeschehen“, vermochte die Redseligkeit des Angeklagten kaum zu bremsen. Der ließ an den Richter gewandt den Spruch los: „Bleiben Sie mal ruhig, Sie werden mich verstehen.“

Zuschauer filmte die Szene

Bei der Urteilsverkündung konnte von Ruhe anschließend keine Rede mehr sein. Richter Huismann wurde gleich zwei Mal unterbrochen: Einmal vom Verurteilten, der ihn anbrüllte, der Stimmgewalt des Richters jedoch am Ende unterlag. Zum anderen von einem Zuschauer, den die Szene so faszinierte, dass er sie mit dem Smartphone filmte – ein Unding und im Gerichtssaal streng verboten.

Huismann stellte das Handy sicher, ein Justizwachtmeister löschte die Datei. Danach fuhr er in der Urteilsverkündung fort, bis der 34-Jährige zu brüllen begann, man habe ihm den Führerschein, sein Leben und seine Arbeit weggenommen und wutentbrannt aus dem Saal stürmte. Später beschwerte sich der filmende Zuschauer, der Verurteilte habe ihn vor dem Saal bedroht. Dann solle er sich an die Polizei wenden, lautete der richterliche Rat.

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