Serie Friedhofskonzept:

Auf Mülheims Friedhöfen bleiben überschaubare Kernflächen

In Dümpten durchschneidet der Schildberg ein Friedhofsareal. Auch deshalb ist langfristig geplant, den Teil westlich der Straße aufzugeben.

Foto: Zoltan Leskovar

In Dümpten durchschneidet der Schildberg ein Friedhofsareal. Auch deshalb ist langfristig geplant, den Teil westlich der Straße aufzugeben. Foto: Zoltan Leskovar

Mülheim..   Drei städtische Friedhöfe befinden sich in Styrum und Dümpten. Auf allen sollen die Begräbnisfelder im Lauf der nächsten Jahrzehnte schrumpfen.

Drei städtische Friedhöfe verteilen sich auf die beiden Stadtteile Dümpten und Styrum. Einer liegt beiderseits des Schildbergs. Der zweite Dümptener Begräbnisbereich liegt an der Oberheidstraße. Zwischen Autobahn 40 und der Stadtgrenze zu Oberhausen ist das Gräberfeld in Styrum angesiedelt. Nur der Friedhof am Schildberg ist von Häusern umgeben. Die beiden anderen Friedhöfe liegen an den Rändern der Wohngebiete. Für sie gab es zwischen den bereits gewachsenen Siedlungen beim Anlegen keinen Platz mehr.

Das neue Friedhofskonzept hat bei den Bürgern inzwischen zahlreiche Reaktionen ausgelöst. Dabei setzten die Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung auf Beratung. Das Konzept sieht für alle drei Standorte im Lauf der nächsten Jahrzehnte ein Schrumpfen der Grabfelder vor. In den Kernbereichen, nahe der Trauerhallen und Parkplätze, können Angehörige auch später die Gräber ihrer zukünftig verstorbenen Familienmitglieder besuchen. „Das bringt für die Menschen kürzere Wege. Wir können uns auf zusammenhängende Flächen konzentrieren, ohne weitläufige Außenbereiche“, erklärt Rainer Stobbe von der Städtischen Friedhofsverwaltung. Allerdings seien Veränderungen erst nach 2039 oder später sichtbar. Bis dahin oder sogar noch danach müsse es weitere politische Entscheidungen über den Bestand der städtischen Friedhöfe geben.

Friedhof in Styrum

Die langfristige Entwicklung sieht eine Konzentration der Bestattungsflächen nahe des Haupteingangs am Herderweg vor. Dort sind auch Trauerhalle und Parkplätze vorhanden. Der westliche Teil an der Oberhausener und Mülheimer Straße sowie Flächen im Osten sollen in weiter Zukunft aufgegeben werden. Dort können nach Ablauf der Ruhezeiten (zurzeit 25 Jahre) andere Nutzungen möglich sein. Das wird aber noch Jahrzehnte dauern. Die Kriegsgräber müssen erhalten bleiben.

Auf sieben Feldern sind die Ruhefristen bereits abgelaufen. Ein für die Erweiterung des Friedhofes gesichertes Grundstück an der Oberhausener Straße wird dafür nicht mehr gebraucht. Der Städtische Immobilienservice hat aus den 1092 Quadratmetern Gartenland gemacht. Dort können Hobbygärtner im Projekt „Oase – Unperfekt“ ihre kreativen Wachstumsideen umsetzen und ernten.

Friedhof in Dümpten 1

Bisher durchschneidet der Schildberg das Areal. Auch deshalb ist langfristig geplant, den Teil westlich der Straße aufzugeben. Begräbnisse sollen nur noch auf der Fläche zwischen Denkhauser Höfen und Wittkampstraße möglich sein. Im Westteil müssen jedoch erst noch Ruhe- und Nutzungszeiten sowie die Verlängerungsmöglichkeiten der Wahlgräber abgelaufen sein. Bevor eine Nutzungsänderung möglich ist, „können jedoch Jahrzehnte vergehen“, schreibt Dr. Martin Venne vom Fachbüro „Plan-Rat“ in Kassel in seiner Bestandsaufnahme.

Friedhof Dümpten 2

Nahe des Haupteingangs und der Parkplätze sollen sich auch an der Oberheidstraße die Grabstätten konzentrieren. In den Randbereichen im Nordosten möchte die Friedhofsverwaltung langfristig Grabfelder aufgeben. Andere Teile werden mittelfristig als Reserveflächen gebraucht.

Was auf den von den Ruhezeiten befreiten Flächen in einigen Jahrzehnten geschieht, ist bisher offen. „Darüber muss eine andere Generation entscheiden“, erklärt Sylvia Waage. Die Leiterin des Grünflächenamtes ergänzt: „Das sind langfristige Ziele. Innerhalb der noch überschaubaren Zeit wird es kaum Änderungen geben.“

Friedhofsverwaltung bietet Beratung an

Die Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung helfen gern, wenn Angehörige Fragen und Wünsche zu Bestattungsformen haben. Sie wissen auch, auf welchen Friedhöfen Verstorbene wie bestattet werden können.


Auf allen städtischen Friedhöfen ist leider nicht jede Art und Form der Bestattung möglich. Für nicht-christliche Glaubensrichtungen gibt es extra ausgewiesene Begräbnisfelder in der Stadt, beispielsweise auf den großen Hauptfriedhof.


Zu den weiteren Bestattungsformen gehören auch Reihengräber, Urnengräber, Wahlgräber oder anonyme Bestattungen. Fragen bitte an die Mail-Adresse der Stadt: info.friedhoefe@muelheim-ruhr.de

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