Kultur

Ausstellung: Mal kein touristischer Blick auf San Francisco

In der Galerie an der Ruhr ist die Ausstellung „#FriscoSIX“ zu sehen.

In der Galerie an der Ruhr ist die Ausstellung „#FriscoSIX“ zu sehen.

Foto: Jörg Schimmel

Mülheim.   In der Ausstellung „#FriscoSIX“ in Galerie an der Ruhr zeigt die Gruppe Creativ-Foto Rhein-Ruhr ihre Interpretationen der US-Metropole.

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Eine touristische Foto-Reise durch San Francisco – das ist es genau nicht, was die Besucher der Ausstellung „#FriscoSIX“ in der Beletage der Galerie an der Ruhr erwartet. Vielmehr sind es sechs ganz unterschiedliche Blicke auf die Stadt, ein halbes Dutzend individuelle Einlassungen zu der Metropole, der Mülheimer Kunstverein und Kunstförderverein Rhein-Ruhr thematisch ein ganzes Jahr gewidmet haben.

Und so hat sich auch die Gruppe Creativ-Foto Rhein-Ruhr, der Michael Arndt, Jörg Dornemann, Bernd Pirschtat, Wolfgang Rücker, Claudia Kruszka und Jürgen Brinkmann angehören, die kalifornische Stadt unter die Lupe, aber nicht gleich vor die Linse genommen. Denn nicht alle Team-Mitglieder haben San Francisco bereits bereist. Müssen sie auch nicht für die Herangehensweise, die sie für das Thema gewählt haben.

Den Goldrausch zum Thema gemacht

Claudia Kruszka beispielsweise hat für ihre Bilder, die in der Ausstellung in der Beletage der Galerie an der Ruhr zu sehen sind, den Goldrausch aufgegriffen, der die Stadt Mitte des 19. Jahrhunderts erfasst hat. Claudia Kruszkas Interpretation: Drei Frauen-Porträts, die Models golden geschminkt, auch der Hintergrund schimmert in der Metallfarbe, zudem hat die Fotografin den Goldenen Schnitt gewählt, ein Gestaltungsmittel in der Fotografie für einen harmonischen Bildaufbau. „Golden Girls“ nennt Kruszka ihre Werke folgerichtig.

Auch Jürgen Brinkmann hat bewusst nicht die bekannten Touristen-Hotspots als Motiv gewählt. Und ein wenig aber doch: Seine Fotografie von hintereinander aufgereihten Lippenstiften soll erinnern an die viktorianischen, verschiedenfarbigen Häuser an den steilen Straßen von San Francisco, die auch „Painted Ladies“ genannt werden. Wie sein Gruppen-Nachbar Michael Arndt hat auch Brinkmann die Tradition der Murals, der Wandbilder, die sozialkritisch und zeitgeschichtlich Aussagen haben, aufgegriffen.

Die Golden Gate Bridge darf nicht fehlen

Jörg Dornemann hat dann doch DIE Touristenattraktion der US-Metropole für seine Werke in den Blick genommen: Die Golden Gate Bridge. Doch durch seine Bearbeitung, durch die Verfremdung, erscheint die augenfällige Brücke vertraut einerseits und neu-entdeckt andererseits: zerfließend, sich verdoppelnd und spiegelnd. Wolfgang Rücker hat San Francisco bereits besucht, vor allem das Hochsicherheitsgefängnis Alcatraz ist ihm in Erinnerung geblieben – mit einer Collage hat er es verewigt.

Die facettenreiche Geschichte der Stadt hat Bernd Pirschtat aufgegriffen, in einer fotografischen Zeitreise führt er die Betrachter von der Eroberung durch spanische Mönche im Jahr 1771 über die Zeit des Goldrausches und durch die Hippie-Ära bis in die jüngste Vergangenheit mit dem Silicon Valley. Überraschende Installationen wählt Pirschtat dafür – Weizenbier-Flaschen sind nur eines der unerwarteten Motive.

>>> AUSSTELLUNG BIS ENDE NOVEMBER

Die Vernissage zur Ausstellung „#FriscoSIX“ findet am Freitag, 9. November, um 18 Uhr in der Galerie an der Ruhr, Ruhrstraße 3/Ecke Delle, statt.

Zu sehen ist die Ausstellung mit Werken der Gruppe CreativFoto Rhein-Ruhr noch bis zum 30. November. Öffnungszeiten: Di. - Fr. 10.30 - 12.30, Sa. - So. 11-16 Uhr. Eintritt frei. Informationen: galerie-an-der-ruhr.de

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