Gefahrenbäume

Baumfällungen an der A 40 bei Mülheim ärgern Anwohner

Baumfällungen an der A 40 unterhalb der Lärmschutzwand: Anwohner ärgern sich über den „Kahlschlag“.

Foto: Tamara Ramos

Baumfällungen an der A 40 unterhalb der Lärmschutzwand: Anwohner ärgern sich über den „Kahlschlag“.

Mülheim.   Straßen.NRW begründet Fällarbeiten an der A40 in Mülheim mit „Gefahrenbäumen“. Die Stadt will nun einen Nachweis für eine akute Gefährdung sehen.

Von „Kahlschlag“ reden Anwohner, von „Gefahrenbäumen“ spricht Straßen.NRW: Seit Donnerstag werden Bäume an der Böschung zur A 40 gefällt, zwischen der Unterführung der Mellinghofer Straße und der Straße Schüttberg. Reiner Ortmann, der am Knüfen lebt, erinnert daran, dass zwischen dem 1. März und dem 30. September ein Baumfäll- und Schnittverbot gilt, um die Vögel zu schützen. Doch hier würden „riesige Bäume“ gefällt. Ausgerechnet da, wo viele Vögel nisten würden, weil sie da ungestört seien.

Der für die A 40 zuständige Landesbetrieb Straßen.NRW spricht von dringenden Gehölzpflegemaßnahmen in Dümpten, man sei durch den Sturm Friederike zeitlich in Verzug geraten. Geplant sind die Fällmaßnahmen noch den ganzen Freitag, spätestens Samstag will man fertig sein. Damit gesunde Gehölze sich entwickeln könnten, müsse Platz geschaffen werden. Frank Hoffmann von Straßen.NRW nennt z.B. nicht mehr standfeste Pappeln, Eschen, die vom Triebsterben befallen seien, abgestorbene Ulmen und schräg stehende Bäume, die sich schon zu den Anlieger hin neigten. Ortmann sieht das anders: „Mag ja sein, dass der eine oder andere Baum krank ist. Aber da bestand keine Gefahr, dass die auf die Lärmschutzwand oder die Häuser fallen. Das hätte alles Zeit bis zum 30. September gehabt.“

Nur ein Foto eines abgesägten Baums reicht nicht

Straßen.NRW verweist auf seinen Baumsachverständigen, der Donnerstag vor Ort war. Auch ein Artenschutzbeauftragter sei da. Das ist Pflicht, wenn Bäume außerhalb der „Schonzeit“ gefällt werden. „Wir haben die Stadt informiert“, so Hoffmann. „Bei der Entfernung von Gefahrenbäumen brauchen wir keine Genehmigung.“ Stimmt, so Stadtsprecher Volker Wiebels. „Wenn eine akute Gefährdung keinen Aufschub zulässt und sofortiges Handeln nötig ist.“ Er betont aber, dass in diesem Fall „für jeden einzelnen Baum“, der die Verkehrssicherheit gefährde, dies schriftlich dokumentiert und begründet werden müsse. „Darauf warten wir.“ Nur ein Foto eines abgesägten Baums reiche hier nicht aus.

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