Gesundheit

Brustkrebs: Schwester Heike ist in Mülheim Lotse für Frauen

Werben für das Online-Meeting für Brustkrebspatientinnen am Dienstag: Oberarzt Tim Antrop-Wagner und Breast Care Nurse Heike Janz aus der Mülheimer Frauenklinik.

Werben für das Online-Meeting für Brustkrebspatientinnen am Dienstag: Oberarzt Tim Antrop-Wagner und Breast Care Nurse Heike Janz aus der Mülheimer Frauenklinik.

Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Breast Care Nurse Heike Janz begleitet Brustkrebs-Patientinnen durch ihre Tage an der Mülheimer Frauenklinik. In Corona-Zeiten ist vieles anders.

Zu Corona-Zeiten, wenn überall die Kontakte eingeschränkt sind, muss auch die Mülheimer Frauenklinik am Evangelischen Krankenhaus (EKM) etwas anders als gewohnt mit ihren Patientinnen umgehen. So wird in diesem Jahr auch der Infotag Brustkrebs nur als Online-Meeting angeboten (siehe Infobox). Vieles läuft in 2020 nur telefonisch, das merkt vor allem auch Heike Janz, die als speziell ausgebildete Krankenschwester die Brustkrebspatientinnen betreut. Eine Breast Care Nurse, so der Fachbegriff, ist eine Pilotin für jede Patientin in der Frauenklinik auf dem Weg von Diagnose bis Operation oder Bestrahlung und dann bis zur Entlassung als hoffentlich geheilte Frau.

Eine Breast Care Nurse ist in Mülheim bei jeder Brustkrebs-Sprechstunde dabei

Seit gut einem Jahr ist Heike Janz als Vollzeitkraft meist dabei, wenn etwa Oberarzt Tim Antrop-Wagner in der Brustsprechstunde mit den Patientinnen über Diagnose und Therapie redet. „Beim Erstkontakt mit der Patientin ist eine Breast Care Nurse immer anwesend, das hat Frau Janz so eingeführt“, sagt Antrop-Wagner. Ihre Kollegin Beate Menne, die in den vergangenen Jahren vielen Patientinnen als Breast Care Nurse beigestanden hat, hat ihre Arbeitszeit reduziert und geht im kommenden Jahr in den Ruhestand.

Corona- Inzidenz-Zahl in Mülheim steigt laut RKI auf 44,5Die Breast Care Nurse hilft nicht nur bei der Organisation der vielen Termine, sie hat auch immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Patientinnen, die gerade erfahren haben, dass sie an einem bösartigen Tumor leiden. „Schwester Heike“ hat auch die Psyche im Blick: „Was braucht die Frau jetzt an Unterstützung, wie ist das soziale Umfeld“, solche Fragen stelle sie sich. Weil vertrauliche Gespräche wichtig sind, weil auch manche Tränen zu trocknen sind, hat Heike Janz ein eigenes Sprechzimmer. „Es gibt Dinge, die man vom Arzt hören will, und es gibt Dinge, die die Frauen lieber mit der Breast Care Nurse besprechen“, sagt Oberarzt Tim Antrop-Wagner.

Künftig wird es an der Mülheimer Frauenklinik Sprechstunden bei Heike Janz geben

Heike Janz (52) ist ausgebildete Krankenschwester, sie hat in über 30 Jahren am EKM viel Berufserfahrung gesammelt, auch in der Stationsleitung. Nun arbeitet sie im Brustzentrum am EKM als Breast Care Nurse. „Ich begleite die Patientinnen ein Stück des Weges“, sagt sie. Dieser gemeinsame Weg kann steinig sein und schwer, und manchmal dauert er ein Dreivierteljahr. Oft steht am Abschluss der Behandlung die Genesung, die der Arzt der Patientin mitteilt. „Wenn man dann in die Gesichter der Frauen schaut, das gibt einem ganz viel“, sagt Heike Janz.

Viele wieder gesunde Frauen melden sich auch später noch bei ihr. „Gerade in der Corona-Zeit riefen Patientinnen an und fragten, wie es mir geht“, hat sich Heike Janz gefreut. Sie ist zwar telefonisch jederzeit für die Frauen ansprechbar, künftig wird es aber eine Breast Care Nurse-Sprechstunde geben. Das sei sinnvoll, sagt auch Oberarzt Tim Antrop-Wagner, denn man müsse sich für diese wichtigen Gespräche Zeit nehmen.

Kurse für Krebspatientinnen werden zu Corona-Zeiten eingeschränkt

Wie sich die kommenden Monate unter den steigenden Coronazahlen entwickeln, weiß man auch in der Frauenklinik nicht. Viele besondere Angebote für die Krebspatientinnen, wie etwa das gemeinsame Kochen, mussten ja zuletzt wegfallen. Gerade hat Heike Janz angefangen, die sonst regelmäßigen Kurs-Angebote wie die Selbstuntersuchung der Brust langsam wieder anzubieten, sie wollte auch in einigen Wochen den Frauencaféklatsch unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln in einem größeren Raum veranstalten. Für dringende Behandlungen mache die Corona-Situation allerdings keinen Unterschied. „Tumorpatienten stehen an erster Stelle, zu jeder Zeit“, betont Oberarzt Tim Antrop-Wagner.

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