Mülheimer Stücke

Der Spielplan für die 42. Mülheimer Theatertage steht

„Die Vernichtung“ von Olga Bach, ein Gastspiel aus Bern, eröffnet am 13. Mai das Festival.

Foto: Birgit Hupfeld

„Die Vernichtung“ von Olga Bach, ein Gastspiel aus Bern, eröffnet am 13. Mai das Festival. Foto: Birgit Hupfeld

Mülheim.   Das Festival beginnt am 13. Mai mit Olga Bachs „Vernichtung“. Die schweizerische Kulturstiftung fördert die drei Gastspiele der Eidgenossen.

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Der Spielplan für die 42. Stücke, die am 13. Mai eröffnet werden, steht und ist wunschgemäß ausgefallen, was nicht so selbstverständlich ist wie es klingen mag.

Drei Gastspiele kommen aus der Schweiz, so dass Festival-Chefin Stephanie Steinberg, wie sie im Kulturausschuss erzählte, schon fürchtete, „dass uns das das Genick brechen kann.“ Denn Auslandsgastspiele sind teuer, das Budget aber begrenzt. Die Schweizerische Kulturstiftung Pro Helvetia fördert aber die Gastspiele. Dass ein Haus von der Größe Mannheims in kurzer Zeit neben dem normalen Betrieb gleich zwei Gastspiele stemmen kann, ist auch keine Selbstverständlichkeit. Und schließlich sind zwei technisch anspruchsvolle Produktionen nur mit Veränderungen des Bühnenbildes realisierbar.

Angriffe auf die Demokratie

Franz Wille, Mitglied des Auswahlgremiums, wies bei der Präsentation noch einmal auf die politische Aktualität der Stücke hin: Drei befassen sich mit Angriffen auf die Demokratie und den Druck, der auf der Europäischen Union lastet: „Wut“, eine Auseinandersetzung mit einem prägenden Gefühl ausgehend vom Anschlag auf die Zeitschrift Charlie Hebdo bis hin zu Pegida von Elfriede Jelinek präsentiert die Münchner Kammerspiele (Inszenierung: Nicolas Stemann) am Sonntag, 28. Mai, um 18 Uhr in der Stadthalle.

„Empire“, der letzte Teil von Milo Raus Europa-Trilogie, der Flucht- und Vertreibungserfahrungen verbindet, ist am Mittwoch 31. Mai, und Donnerstag,1. Juni, im Studio der Stadthalle (19.30 Uhr) zu sehen, und Konstantin Küsperts Stück heißt auch direkt: „Europa verteidigen“. Das Theater Bamberg (Regie Cilli Drexel) zeigt es zum Ende des Festivals am 2. und 3. Juni im Theater an Ruhr (19.30 Uhr).

Perfide Geschäftsidee eines Paares

Ein Gesamtkunstwerk aus dem Garten Eden ist zur Eröffnung am 13. Mai im Theatersaal (19.30 Uhr) mit Olga Bachs „Vernichtung“ zu erwarten. Es spielt unter der Regie von Ersan Mondtag das Konzert Theater Bern. „Vereinte Nationen“ heißt das Theater-Debüt von Romanautor Clemens J. Setz mit dem Theater Mannheim (Regie: Tim Egloff) und erzählt die perfide Geschäftsidee eines Paares, das seine Tochter in Erziehungssituationen filmt und diese Sequenzen verkaufen: am 17./18. Mai (Mi./Do.; 19.30 Uhr) im Studio der Stadthalle. Ebenfalls aus Mannheim kommt (Regie: Dominic Friedel) „Mädchen in Not“, in dem Anna Lepper, den gesellschaftlichen Normierungszwang mit Puppen thematisiert: 20., 21. Mai (Sa., So.) Studiobühne.

„Der thermale Widerstand“ lautet der schmissige Titel des Beitrags von Ferdinand Schmalz. Was ein Bad mit Sanierungsstau und ausgebrannte Arbeiterkörper verbindet, ist am 26. (Fr., 19.30 Uhr) und 27. Mai (Sa., 18 und 20.30 Uhr) im Schuppen mit dem Schauspielhaus Zürich (Regie: Barbara Falter) zu erleben.

Im Zeichen der Kinderstücke

Die erste Festivalwoche steht im Zeichen der Kinderstücke. Aufführungen gibt es mit einer Ausnahme jeweils vormittags um 9 und 11 Uhr: Tina Müller: Dickhäuter (Theater an der Ruhr, 15. Mai); Marc Becker: „Die Glücksforscher“ (Theater an der Ruhr, 16. Mai); Roland Schimmelpfennig: Die Biene im Kopf (Ringlokschuppen, 17. Mai); Julia Penner „Der dicke Sternschnupp“ (Ringlokschuppen, 18. Mai); Grips Theater „Aus die Maus“ (Theater an der Ruhr, 19. Mai, 9 und 11.30 Uhr). „Biene im Kopf“ ist zudem am 16. Mai um 16 Uhr zu erleben. Für Schülergruppen ist der Eintritt frei. Reservierungen ab 20. März ausschließlich bei Kristin Posekardt: 0208/4554128 (Mo.-Fr.: 10 -12 Uhr); kinder@stuecke.de; Begleitend gibt es Workshops.

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