Blindgänger

Doch kein Bombenfund an der Mülheimer Zeppelinstraße

Erleichtert: Leiterin Kerstin Kunadt (r.) und Wolfgang Fischer von der allgemeinen Gefahrenabwehr im Mülheimer Ordnungsamt haben keine Bombe, nur ein Rohr gefunden.

Erleichtert: Leiterin Kerstin Kunadt (r.) und Wolfgang Fischer von der allgemeinen Gefahrenabwehr im Mülheimer Ordnungsamt haben keine Bombe, nur ein Rohr gefunden.

Mülheim.   Bagger brachte in Mülheim eine alte Leitung zutage. Sperrung und Umgehung der Zeppelinstraße wird aber noch bis zum Montagnachmittag andauern.

Eine Bombe hat der Baggerfahrer am Mittwochmorgen zum Glück nicht zutage geschaufelt, sondern nur eine nicht registrierte Leitung. Und doch kommt hier keiner mehr durch. Die Zeppelinstraße Richtung Flughafen ist abgesperrt, das Umfeld an der Ecke Steinknappen hat die Leiterin für allgemeine Gefahrenabwehr Kerstin Kunadt vorsorglich im Radius von 250 Metern sondiert. Im Notfall hätte man schnell evakuieren können.

Gut 15.000 Autos, die täglich über diese Hauptverkehrsader brummen, müssen seit vergangenem Samstag einen weiten Umweg in Kauf nehmen. Eine große Belastung für die Nebenstraßen; sie wird aber noch übers Wochenende bis voraussichtlich Montagnachmittag andauern.

Luftaufnahmen zeigten keinen Detonationskrater

Der Verdacht entstand bereits am Samstag: Eine Bombe aus dem zweiten Weltkrieg könnte unter dickem Asphalt und verdichtetem Split liegen. Denn Luftaufnahmen der Alliierten von Bombenabwürfen aus dieser Zeit zeigten an der Stelle, etwa auf Höhe der Hausnummer 119, genau keinen Detonationskrater – für die Gefahrenabwehr ein Indiz, dass hier ein Blindgänger liegen könnte. „Die Stadt ist verpflichtet, in solchen Fällen zu reagieren“, darauf weist Stadtsprecher Volker Wiebels hin.

Erste Bohrungen registrierten Metall in rund zwei Metern Tiefe, doch weder Medl noch RWE noch RWW hatten an dieser Stelle Leitungen verlegt. „Wir mussten deshalb die Straße aufmachen“, sagt Wiebels. Die Erleichterung ist aber da – keine Bombe. Wer die nicht registrierte Leitung legte, was ihr Zweck war, ist nicht bekannt.

Kosten in fünfstelliger Höhe

Doch die Leitung wird noch erhebliche Kosten für Mülheim verursachen. Wolfgang Fischer von der allgemeinen Gefahrenabwehr im Mülheimer Ordnungsamt rechnet mit einer fünfstelligen Summe, allein die Entschärfung werde vom Land getragen, nicht aber die notwendigen Nebenarbeiten. Mülheim steht für solche Zwecke ein Etat von 100.000 Euro im Jahr zur Verfügung – dieser sei überwiegend aufgebraucht, ergänzt der Stadtsprecher.

Das Zuschütten der Baugrube wird jedoch aufwendiger als zunächst gedacht. Ursprünglich hatte die Stadt gehofft, die Zeppelinstraße bis zum Freitagnachmittag wieder freigeben zu können. Doch nun muss die Baugrube erst einmal größer ausgehoben und anschließend wieder verdichtet werden, um ein mögliches Nachsacken des Erdreiches zu verhindern. Die Leitung wird dabei einfach mitverbuddelt. Zusätzlich müssen 40 Löcher der Probebohrungen bis zu sieben Metern wieder aufgefüllt werden.

>>> UMLEITUNGEN BLEIBEN VORERST BESTEHEN

Weiterhin müssen Autofahrer aus Richtung Essen über die Umleitung Raadter Straße in die Mülheimer City fahren. Nach Essen führt sie über die Holthauser Höfe zur Essener Straße.

Stadtsprecher Wiebels weist darauf hin: Der Abschnitt ist erst ab Montagnachmittag verkehrssicher hergestellt. Das Befahren ist vorher nicht sicher.

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