Schule

Doch kein Samstagsunterricht an der Gesamtschule Saarn

Am Morgen des 25. September, als der Unterricht in Saarn schon lief, war das Feuer ausgebrochen.

Foto: Michael Dahlke

Am Morgen des 25. September, als der Unterricht in Saarn schon lief, war das Feuer ausgebrochen. Foto: Michael Dahlke

Mülheim.   Nach dem Brand findet der Unterricht nach einem Notstundenplan statt. Ab März ziehen Schüler in Container, dann wird das Hauptgebäude saniert.

„Ich erhalte gerade die Nachricht, dass an der Gesamtschule Saarn die Kinder an Samstagen unterrichtetet werden sollen. Wie geht’s dort weiter?“ Susanne Dodd, Sprecherin der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung 3, nutzte die Sitzung am Donnerstagabend, um Matthias Knospe, Technischer Leiter des Immobilienservices, direkt zu befragen. Auch andere hatten Infobedarf, und so lief zeitgleich an der Lehnerstraße ein Treffen mit Schulleitung und Immobilienservice. Mittlerweile ist sicher: Samstagunterricht wird es nicht geben.

Der Tag nach der Bundestagswahl war ein rabenschwarzer für die Gesamtschule Saarn im Schulzentrum an der Lehnerstraße: In einem Klassenzimmer im obersten Geschoss des Hauptgebäudes war ein Feuer ausgebrochen, 1200 Schüler und Lehrer mussten evakuiert werden. Zwei Räume brannten vollständig aus. Der Schaden ist immens, noch immer fehlen im Schulalltag viele Klassenzimmer.

Laut Michael Rölver, stellvertretender Schulleiter, macht dieser Missstand einen Notstundenplan erforderlich, von dem die Oberstufe allerdings ausgenommen sei. Die fünften bis siebten Klassen werden am Morgen unterrichtet, die achten bis zehnten am Nachmittag. „Der ausgeweitete Stundenplan ist nötig, damit alle zu ihrem Recht kommen.“ Selbst wenn die Kompromisse manchen ärgerten, bestehe dazu keine Alternative.

Um der schwierigen Situation Herr zu werden, habe man auch kurzfristig über Samstagsunterricht nachgedacht: „Das würde uns aber nichts bringen. Laut Gesetz darf man nur an jedem zweiten und vierten Samstag im Monat von 8 bis 12 Uhr unterrichten.“ Viel Zeit sei das nicht, hinzu kämen logistische Probleme. Einige Schüler müssten jobben, andere hätten parallel Sportveranstaltungen. Und auch die Taktung der Busse passe nicht.

TÜV könnte untere Etagen freigeben

Wenn alles gut läuft, gestatten der TÜV und anschließend der Immobilienservice, dass zumindest das Erdgeschoss und die erste Etage des Hauptgebäudes ab 20. November wieder genutzt werden dürfen. Das Obergeschoss, wo das Feuer ausgebrochen war, bleibt definitiv länger geschlossen, muss kernsaniert werden. Diese Aufgabe allerdings werde wohl nicht vor März 2018 angegangen, so Rölver.

Weil dann erneut das ganze Gebäude geschlossen wird, mindestens 24 Klassenräume fehlen werden, muss der Unterricht in Containern stattfinden. „Das geht nur auf dem Sportplatz hinter der Schule“, erklärte Matthias Knospe den Bezirksvertretern am Donnerstag. „Alle anderen Flächen in der Nähe sind aufgeschüttet und daher nicht standsicher.“ Weil es sich um einen Schulersatzbau handele, müssten zunächst alle Anschlüsse, für Heizung, Wasser, Abwasser und Stromversorgung bis auf die Fläche verlegt werden. „Die Medl beginnt nun mit den Arbeiten.“

Es ist schwierig, 100 Container zu beschaffen

Es sei schwierig, die erforderlichen rund 100 Container zu beschaffen. Diese sollen aber ab Mitte Dezember auf dem Sportplatz, teilweise zweigeschossig, aufgestellt werden. „Wir haben zum Glück eine Firma gefunden, die das leisten kann“, sagte der Technische Leiter. Danach beginne das Anschließen und Einrichten der Container mit Klassen und Sanitär- und Brandmeldeanlagen. „Wenn alles gut läuft, können die Räume ab 1. März für den Unterricht genutzt werden. Das ist aber noch ein unverbindlicher und vager Zeitplan“, betonte Matthias Knospe.

Diese voraussichtliche Planung stellte zeitgleich Frank Buchwald, Leiter des Immobilienservices, beim Infotreffen in der Schule vor, mit zahlreichen Grafiken. Dabei lobte er die Umsicht der Schulleitung und Lehrer, dass bei dem Feuer kein Mensch zu Schaden gekommen sei. Wie lange die Unterrichtscontainer auf dem Sportplatz bleiben, sei zurzeit noch unklar. Das hänge eben davon ab, wie schnell die Sanierung des Hauptgebäudes erledigt sein wird.

„Die Firmen haben hervorragend gearbeitet“

Apropos schnell: „Die Firmen haben hervorragend gearbeitet“, lobte Michael Rölver. Es sei beachtlich, in welch kurzer Zeit, die Arbeiten erledigt gewesen seien. Keine sechs Wochen hätten diese benötigt, um die unteren zwei Etagen wieder instandzusetzen. „Ich mache der gesamten Crew ein Riesenkompliment“, sagte der stellvertretende Schulleiter. Manche Nachtschicht sei geschoben worden. „Für das gute Management gab es viel positives Feedback“, freute sich Michael Rölver.

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