Anklage

Einbrecher sollen Familienvater mit Axt fast getötet haben

Die Tat in Mülheim im Februar 2017 hatte für großes Entsetzen weit über die Mülheimer Stadtgrenzen hinaus gesorgt.

Die Tat in Mülheim im Februar 2017 hatte für großes Entsetzen weit über die Mülheimer Stadtgrenzen hinaus gesorgt.

Foto: Rene Anhuth ANC-NEWS (Archiv)

Mülheim/Duisburg.  Ein Täter ist bereits verurteilt. Zwei mutmaßlichen Komplizen wird versuchter Mord vorgeworfen. Familie leidet bis heute an den Folgen der Tat.

Fast drei Jahre nach dem brutalen Überfall auf einen Familienvater in Mülheim werden sich zwei mutmaßliche Komplizen eines bereits verurteilten Einbrechers vor dem Duisburger Landgericht verantworten müssen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen versuchten Mord, räuberischen Diebstahl und gefährliche Körperverletzung vor. Das Trio soll von dem Familienvater bei dem Einbruch am 24. Februar 2017 in das Einfamilienhaus in Styrum überrascht worden sein und diesem dann mit einer mitgebrachten Axt mehrfach gegen das Gesicht und den Schädel geschlagen haben. Das Opfer wurde lebensgefährlich verletzt und leidet wie die gesamte Familie bis heute unter den Folgen der Tat.

Die Einbrecher waren nach dem Überfall abgetaucht. Während einer von ihnen aufgrund eines internationalen Haftbefehls bereits 2018 in Rumänien festgenommen werden konnte, blieben die beiden anderen zunächst verschwunden. Erst im Sommer dieses Jahres gelang es Zielfahndern des Landeskriminalamts NRW dann, die ebenfalls rumänischen Staatsbürger an getrennten Orten in Italien aufzuspüren. Seit ihrer Auslieferung nach Deutschland sitzen die beiden inzwischen 21 und 22 Jahre alten Männer hier in Untersuchungshaft.

Angeklagte werden durch Spuren am Tatort belastet

Laut Anklage war das Trio mitten in der Nacht in das Haus eingebrochen. Der Familienvater hatte das gehört, im Erdgeschoss nach dem Rechten sehen wollen, als er dort von den Einbrechern attackiert wurde. Als Mordmerkmal geht die Staatsanwaltschaft von Habgier aus. Außerdem sollte, so die Anklage, der eigentliche Einbruch verdeckt beziehungsweise ermöglicht werden. Der ältere der beiden jetzt angeklagten Männer soll mit der Axt zugeschlagen haben. In seinen Vernehmungen habe der 22-Jährige die Tat auch eingeräumt, sagte die Staatsanwaltschaft nach dem Abschluss der Ermittlungen. Der Jüngere habe dagegen keine Angaben gemacht. Beide werden unter anderem durch am Tatort hinterlassene Spuren belastet.

Die Einbrecher flüchteten nach der Attacke, das Diebesgut, einen Laptop, ein iPad und ein iPhone, warfen sie später weg. Das Leben des Familienvaters musste später durch eine Notoperation gerettet werden. Wie schon im ersten Prozess gegen einen der Einbrecher wird er auch diesmal als Nebenkläger vertreten sein. Einen Termin für die Verhandlung gegen die beiden Komplizen gibt es noch nicht.

Drei Jahre Haft - allerdings nicht wegen versuchten Mordes

Den zuerst festgenommenen Täter hatte das Duisburger Landgericht Ende August dieses Jahres zu drei Jahren Haft verurteilt, allerdings nicht wie angeklagt wegen versuchten Mordes, sondern „nur“ wegen des Einbruchs und einiger anderer mitverhandelter Delikte. Die Verteidigung des heute 24-Jährigen ist gegen diesen Schuldspruch in Revision gegangen. Dabei könnte es sich aber auch um ein vorläufiges juristisches Manöver handeln: Solange das Urteil gegen den 24-Jährigen nicht rechtskräftig ist, müsste er im Prozess gegen seine Komplizen keine Aussage machen und so weder sich oder die anderen beiden belasten.

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