Karriere

Eine 25-Jährige ist neue Chefin der Mülheimer Postboten

Annika Cornelisen im „Zustellsaal“ der Deutschen Post in  Mülheim – so heißt die  Halle, in der frühmorgens die Briefe sortiert werden. Nebenan hat die neue Chefin ihr Büro.

Foto: Dana Schmies / Funke Foto Services

Annika Cornelisen im „Zustellsaal“ der Deutschen Post in Mülheim – so heißt die Halle, in der frühmorgens die Briefe sortiert werden. Nebenan hat die neue Chefin ihr Büro. Foto: Dana Schmies / Funke Foto Services

Mülheim.   Annika Cornelisen leitet den Zustellstützpunkt in Mülheim und führt rund 320 Mitarbeiter. Sie meint: Postkarten liegen wieder im Trend.

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Die Postboten in Mülheim haben eine neue Chefin: Annika Cornelisen löste als Leiterin des Zustellstützpunktes Daniel Seyer ab, der nach Gelsenkirchen wechselte. Mit gerade 25 Jahren ist sie kaum älter als die jüngsten Leute aus ihrem Team, zu dem rund 320 Mitarbeiter aus drei Generationen gehören.

Damit trägt sie für jemanden in ihrem Alter schon beachtliche Führungsverantwortung. Annika Cornelisen ist in Schermbeck aufgewachsen, hat Abitur am Gymnasium Petrinum in Dorsten gemacht und anschließend ein duales Studium bei der Deutschen Post DHL absolviert. Sie ist Betriebswirtin, hat mittlerweile an der Fernuni auch den Master-Abschluss erworben, während sie parallel bereits berufstätig war und in der Essener Briefniederlassung zur stellvertretenden Abteilungsleiterin befördert wurde.

Mitarbeiter befördern pro Woche 1,7 Mio. Briefe

Ihr Büro in der Mülheimer Hauptpost bezog sie im November, es liegt direkt am geräumigen „Zustellsaal“, der behängt ist mit vielen gelben und einigen roten Plastikkisten. Hier werden morgens ab sieben Briefe, Karten sortiert und auch Pakete, für die sogenannten Verbundzusteller, die in dünner besiedelten Gebieten im Pkw unterwegs sind und beides bringen. Der überwiegende Teil ihrer Leute schwärmt mit dem Rad oder zu Fuß aus, gegen neun Uhr ist es in der Halle leer. Annika Cornelisens Mitarbeiter müssen pro Woche rund 1,7 Millionen Briefe, davon 85 Prozent gewerblicher Art, an die richtige Adresse bringen. Zum Bezirk gehören neben Mülheim auch Essen-Kettwig, Werden und Borbeck.

Ihre erste große Bewährungsprobe muss die Nachwuchs-Chefin momentan aufgrund der Grippe- und Erkältungswelle meistern: „An den schlimmsten Tagen hatte ich einen Krankenstand von 13 Prozent.“ Mit Hilfe von Springern und Vertretern fülle man die Lücken.

Postkarten liegen wieder im Trend

Die klassische Papierpost gilt nicht gerade als Zukunftsbranche, und dem einstigen Monopolisten sitzen Konkurrenten im Nacken. „Der Briefbereich geht jährlich um zwei bis drei Prozent zurück“, räumt Dieter Pietruck, Sprecher der Deutschen Post DHL ein. Aber in letzter Zeit habe sich die Lage stabilisiert, sei die Abwärtskurve abgeflacht. Insbesondere Leute im Alter von Annika Cornelisen bevorzugen ganz eindeutig elektronische Post, sie selber sagt jedoch: „Ich schreibe noch Briefe und gerne auch Geburtstagskarten.“ Überhaupt lägen Postkarten wieder im Trend.

Ihre Zusteller haben von Berufs wegen täglich Bewegung, die Chefin versucht dies in ihrer Freizeit hinzubekommen. Sie geht joggen, macht Fitnesstraining und Tanzsport.

Mülheimer Briefe landen erst zentral in Essen

- Alle Briefe und Postkarten, die irgendwo in Mülheim im Kasten landen, werden abends zunächst zum Briefzentrum nach Essen transportiert. Dessen Mitarbeiter bearbeiten in der Nacht alle Sendungen der Postleitzahlregion 45.

- Frühmorgens werden die vorsortierten Briefe dann zu den verschiedenen Zustellstützpunkten gebracht. Nach Angaben der Post liefert jeder Zusteller, jede Zustellerin pro Tag bis zu 1500 Sendungen aus.

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