Laufende Ermittlungen

Fahrerflucht nach Horror-Unfall auf der A 57 noch ungeklärt

Mehrere schwer und einen lebensgefährlich Verletzten mussten die Rettungskräfte nach der Massenkarambolage auf der A 57 bei Uedem versorgen.

Foto: Arnulf Stoffel/dpa (Archiv)

Mehrere schwer und einen lebensgefährlich Verletzten mussten die Rettungskräfte nach der Massenkarambolage auf der A 57 bei Uedem versorgen. Foto: Arnulf Stoffel/dpa (Archiv)

Mülheim/Uedem/Kleve.   Sieben Fahrzeuge rauschten in ungesicherte Unfallstelle. 23-jähriger Autohalter kam in U-Haft. Gefahren ist den BMW möglicherweise ein anderer.

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Nach einem schweren Unfall mit Fahrerflucht auf der A 57 bei Uedem ist ein 23-jähriger Mülheimer wieder auf freiem Fuß. Der Haftbefehl gegen den Mann wurde nach Angaben der zuständigen Staatsanwaltschaft Kleve aufgehoben. Der 23-Jährige ist der Halters eines BMW, der Ende November nach einer Kollision mit der Mittelleitplanke ungesichert auf dem linken Fahrstreifen in Richtung Niederlande abgestellt worden war. Laut Autobahnpolizei krachten sieben Autos und ein Laster in die Unfallstelle. Es gab mehrere Schwerverletzte, ein Niederländer schwebte in Lebensgefahr. Glücklicherweise konnte die Polizei einige Tage später bekannt geben, dass alle Verletzten wieder auf dem Weg der Besserung seien.

Der bereits polizeibekannte Mülheimer war zwei Tage nach dem Unfall festgenommen und dann in Untersuchungshaft geschickt worden. Gegen ihn habe zunächst ein „erheblicher Tatverdacht“ bestanden, sagte ein Sprecher der Klever Staatsanwaltschaft. Der Mann, der keinen gültigen Führerschein besitzt, bestritt dagegen von Anfang an, in der betreffenden Nacht mit dem Wagen gefahren zu sein. Inzwischen sei es zumindest „fraglich, ob er der Fahrer war“, so die Staatsanwaltschaft. Nur: Wer war es dann? Und wie ist der oder die Unbekannte in den Besitz des Wagens gekommen?

Ermittlungen in alle Richtungen: Mehr als Fahrerflucht?

„Wir ermitteln in alle Richtungen“, erklärte der Sprecher, „und die Ermittlungen dauern an.“ Geprüft werde auch weiter, ob es sich in diesem Fall nicht nur um eine Fahrerflucht und um einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr gehandelt hat, sondern ob rechtlich gesehen auch ein versuchter Totschlag durch Unterlassen in Frage kommt, auf den eine deutlich höhere Strafe stehen könnte. Es sei nicht ausgeschlossen, dass der Täter billigend in Kauf genommen haben könnte, dass durch das Zurücklassen des Wagens mitten auf der Autobahn Menschen zu Schaden oder gar zu Tode kommen könnten.

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