Kultur

Helge Schneider malt sich Zukunft als Reeder von Mülheimer Ruhrbania aus

Helge Schneider gut gelaunt und gesprächsfreudig. Doch nicht alle Fragen und Antworten, u.a. zu Ruhrbania, gab er zur Veröffentlichung frei.

Foto: STEPHAN GLAGLA PHOTO.DESIGN / WA

Helge Schneider gut gelaunt und gesprächsfreudig. Doch nicht alle Fragen und Antworten, u.a. zu Ruhrbania, gab er zur Veröffentlichung frei. Foto: STEPHAN GLAGLA PHOTO.DESIGN / WA

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Mülheim. Der Handelshof ist für Helge Schneider wohl so etwas wie sein zweites Sofa. Jahr für Jahr hält er dort seine Pressekonferenzen ab, hat so manche Premiere gefeiert. Während in der Lobby des Hotels „Verdamp lang her“ von BAP leise dudelt, gibt der Entertainer (58) mit einem Grinsen unter dem Hütchen in einem Hinterzimmer Interviews, um seinen neuen 00 Schneider zu bewerben: Im Wendekreis der Eidechse. Mal gucken, wie es um seinen eigenen Kreis bestellt ist. Ein Gespräch mit nachdenklichen Momenten.

Bei dem BAP-Song ist mir eingefallen, dass Sie vor langer Zeit sogar mal hier gewohnt haben?

Helge Schneider: Ja, verdammt lang her. 1994 war das, glaub’ ich, da sind wir irgendwo ausgezogen und warteten darauf, dass wir woanders einziehen können. Da haben wir lange hier gewohnt.

Sie sind dieser Location sehr treu, ich kann mich an etliche Filmpremieren erinnern. Warum ist die neue Premiere in der Essener Lichtburg?

Schneider: Ja, das können wir hier leider nicht mehr machen, weil der Hotelsaal nicht mehr existiert. Also stellte sich die Frage erst gar nicht.

Der neue Film spielt mindestens zur Hälfte in Mülheim. Nach welchen Kriterien haben Sie die Schauplätze ausgesucht?

Schneider: Kann ich genau sagen: Nach dem, wie gut das aussieht, und dass es nicht so weit weg ist. Wir haben viel Original-Schauplätze, da muss man sehen, wie das aussieht, damit das auch interessant ist – farblich, von der Tiefe her. Schön, wie man das haben will.

Also nicht nobel und edel. . .

Schneider: Was heißt hier nobel und edel. Es soll so sein, wie es ist. Ich bin ja nicht Rosamunde Pilcher, bei Leuten mit Swimmingpool. Da gibt es schöne Bilder mit Jachten und so.

Jachten haben wir ja auch bald hier im Hafenbecken. . .

Schneider: Ja, ja, hier ist bald richtig was los. Könnte ich in Mülheim ja jetzt Reeder werden.

Apropos Wohnort. In einer Talkshow im Fernsehen haben Sie erzählt, Sie wären jetzt Steuerflüchtling und würden neuerdings in Spanien wohnen?

Schneider: Das war ein Witz! Ich habe einen zweiten Wohnsitz in Spanien. Ich muss ja auch mal unter uns sein. Okay, Mülheim ist gut, ich bin hier geboren, hier kann ich rumlaufen, wo ich will. Aber in Spanien fühle ich mich auch wohl. Man kann auch nette Leute kennenlernen, wenn man nicht berühmt ist. Deshalb bin ich ganz gerne in Spanien.

Wäre eine Wohnung in Mülheim mit Blick auf die Ruhr für später vielleicht auch eine Option?

Schneider: Mein Haus verkaufen, meine ganzen Klamotten weg und dann vielleicht in diesem Gebiet, diesem Appartement-Block Ruhrbania ebenerdig eine Parterre-Wohnung, wo ich auch keinen Garten machen muss? Das wäre dann so eine Altenwohnung – gar nicht schlecht. Aber vielleicht würde ich das dann doch lieber in Tauberbischofsheim machen.

Oder in Spanien?

Schneider: Das ist was anderes, da ist städtisches Leben. Hier, die Ruhrbania, ist mehr oder weniger Altersruhesitz. So stell’ ich mir das vor. Ich hab’ schon Sonnenschirmchen gesehen, da scheinen schon Leute zu wohnen.

In Ihrem neuen Film ist Pillemann, genannt die Eidechse, Kettenraucher. Eine Persiflage auf das Rauchverbot?

Schneider: Ich bin selber Nichtraucher. Rauchverbot, das kann ich jetzt mal offen sagen, finde ich in Kneipen und vor allem in Hotelbars blöd. Ich komme rum und bin viel auf Tournee unterwegs und ich konnte mich nirgendwo draußen aufhalten, weil so viel geraucht wird – ich hab jedes Mal kaum Luft gekriegt, wenn ich da rein und raus gehe. . .

Und was ist mit dem Geselligkeitsfaktor von Rauchern?

Schneider: Nee, Raucher haben jetzt für mich gar keinen Geselligkeitsfaktor mehr. Die sagen jetzt immer: Ich muss mal weg. Die sind sehr ungesellig. . .

Mal was anderes. Wie schafft man es, über 30 Jahre populär zu bleiben?

Schneider: Mit Qualität. Das ist mein Beruf. Ich liebe meinen Beruf und ich will den gut ausüben. Ich bin nicht über Nacht berühmt geworden. Und das ist es wohl auch, was viele Menschen anzieht, wenn ich auftrete. Es kommen immer viele verschiedene Generationen und die geben das dann weiter. Erwachsene, die erzählen, sie hätten als Vierjährige im Kindergarten schon zu meinen Platten getanzt. Denen muss ich jetzt natürlich auch etwas bieten. Und ich sach ma: Wenn das keine Qualität hat, dann merken die Leute das.

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