Geschichten zum Valentinstag

Hochzeit im Sommer 1972 war ein Härtetest für das junge Paar

Karin und Ulrich Büschken, 66 bzw. 69 Jahre alt, sind mittlerweile glückliche Großeltern.

Foto: Michael Dahlke

Karin und Ulrich Büschken, 66 bzw. 69 Jahre alt, sind mittlerweile glückliche Großeltern. Foto: Michael Dahlke

Mülheim.   Karin und Ulrich Büschken aus Mülheim haben sich im Tanzlokal verliebt, eine Pannenhochzeit und vieles andere im Leben mit Humor gemeistert.

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Stress, Streit, Torte auf dem Kleid... Die Hochzeit von Karin und Ulrich Büschken im Spätsommer 1972 war eine Pannenserie ohne Gleichen, ihr weiteres gemeinsames Leben jedoch nicht. Die Liebesgeschichte der beiden hält bis heute, sicher auch, weil sie vieles mit Humor nehmen können.

Karin Büschken (66), die als Mädchen Hülsmann hieß, erinnert sich noch genau und berichtet sehr lebhaft: „Am 2. Oktober 1966 begann unsere Liebesgeschichte im Tanzcafé Corso auf der Aktienstraße. Ich lernte einen jungen Mann beim Tanzen kennen. Wer hätte gedacht, dass wir uns so verknallten, dass unsere Liebe jetzt schon fast 52 Jahre hält!“

Pleiten, Pech und Pannen

Im Auf und Ab des Lebens hätten sie alles zusammen gemeistert. Sie, gelernte Friseurin, arbeitete als Verkäuferin für Damenmode, er, Werkzeugmacher, war bei einem großen Unternehmen beschäftigt. Schwer seien vor allem die späteren Jahre gewesen, als ihre Mutter schwer erkrankte, die Eltern gepflegt werden mussten. Dagegen kann sie über den holprigen Start in die Ehe heute laut lachen.

„Unsere Hochzeit am 19. August 1972“, sagt Karin Büschken, „könnte man unter Pleiten, Pech und Pannen einordnen. Es sollte der schönste Tag in unserem Leben werden, jedoch ging alles schief.“ Anfangen beim Brautkleid, das sich bei der Anprobe am Tag zuvor als Fehlanfertigung entpuppte. Der Reißverschluss war falsch eingenäht, „das stand ab wie ein Micky-Maus-Popo. Meine Freundin sagte: ,Von vorne bist du wunderschön. Aber von hinten... So kannst du nicht gehen.’“ Kurzfristig musste das Kleid noch geändert werden, „um 14.30 Uhr kamen wir aus dem Brautsalon, und um 15 Uhr war die Trauung. Unsere Nerven lagen blank, wir zankten uns, denn die Torten mussten noch zum Restaurant gebracht werden, und am Brautstrauß war die längste Rose abgebrochen. Ulli klebte sie wieder an. Ich steckte mir alleine den Schleier auf, zog das Kleid an und ab zur Kirche. Der Pastor und die Gäste dachten schon, wir hätten es uns anders überlegt.“

Hochzeitstorte landet auf dem Brautkleid

In der Kirche stimmte das Brautpaar ein falsches Lied an, beim Anschneiden der Hochzeitstorte landete das erste Stück auf ihrem Kleid. „Beim Fotografen wurden schwarz-weiße Bilder gemacht, statt bunte. Trotz allem war die Feier toll.“ Für die Hochzeitsnacht hatten sie ein Zimmer im Hotel reserviert, doch dieses war nicht frei. „Ich stand da mit Schuhen in der Hand und zerzausten Haaren und lachte mich kaputt. Ulli verlor die Nerven. Wir konnten aber bleiben und bekamen ein Zimmer ohne Schlüssel.“ Am nächsten Morgen, dies nur nebenbei, waren die Frühstückseier roh.

„Wir hakten alles ab und machten das Beste daraus.“ Dies trägt auch weiterhin als Motto des Paares. Natürlich ein besonders bewegendes Erlebnis war die Geburt ihres Sohnes, der mittlerweile selber verheiratet ist und eine fünfjährige Tochter hat. Über ihre Enkelin sagen Karin und Ulrich Büschken: „Sie ist unser Sonnenschein und lässt uns an allem teilhaben.“ Montags ist Oma-und-Opa-Tag, da kommt die Kleine nach dem Kindergarten zu ihnen.

„Auch wenn wir schon so lange zusammen sind“, meint das Paar, „würden wir nie im Streit auseinander gehen. Wir beide wissen zu schätzen, wie gut es uns geht.“

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