Innovation

HRW-Studenten erfinden Produkte für Mülheimer Unternehmen

Die HRW-Studenten Jan Melchior, Jan Kissmann und Daniel Heidenreich (v.l.) tüftelten für das Mülheimer Unternehmen August Penkert ein innovatives Verfahren zur Herstellung von Schutzummantelungen.

Die HRW-Studenten Jan Melchior, Jan Kissmann und Daniel Heidenreich (v.l.) tüftelten für das Mülheimer Unternehmen August Penkert ein innovatives Verfahren zur Herstellung von Schutzummantelungen.

Foto: Martin Möller / Funke Foto Services

Mülheim.  Drei Studenten der HRW haben innovative Produkte für ein Mülheimer Unternehmen entwickelt. Deren Ziel: Mit der chinesischen Konkurrenz mithalten.

Was es heißt zu tüfteln, sich monatelang mit der Lösung eines ganz bestimmtes Problems auseinanderzusetzen und dabei auch mal zu scheitern, das wissen diese drei Studenten mittlerweile ganz genau. Jan Melchior (25), Daniel Heiderich (25) und Jan Kissmann (28) sind für das Mülheimer Unternehmen August Penkert GmbH unter die Produktentwickler gegangen.

Wenn Wirtschaft und Wissenschaft zusammenkommen, gibt es im ersten Bereich meist ein Problem, das mithilfe des Fachwissens aus dem zweiten Bereich gelöst werden soll. So auch in dieser Geschichte: Die Penkert GmbH ist unter anderem auf die Produktion von Schutzummantelungen für bewegliche Maschinenteile spezialisiert. Wer sich darunter erstmal nichts vorstellen kann: Prominente Beispiele für die Schutzummantelungen sind etwa der Stoff an der Gangschaltung und die Ummantelung der Treppe, die beim Einstieg ins Flugzeug an die Tür andockt.

Kampfansage an die chinesische Konkurrenz

Damit Penkert künftig auch Schutzummantelungen in kleiner Stückzahl für ganz individuelle Kundenanfragen herstellen kann, war ein neues Verfahren notwendig – denn die Konkurrenz aus China ist in dem Bereich Marktführer. „Für Einzelanfertigungen brauchten wir ein möglichst kostengünstiges und einfaches Verfahren“, erzählt Martin Eberhard, Technischer Leiter der Penkert GmbH.

Über die Wirtschaftsförderung wurde das mittelständische Unternehmen auf die mit hochmodernen 3-D-Druckern ausgestatten Labore der Hochschule Ruhr West aufmerksam, die Idee der Zusammenarbeit war geboren. Das Land gab einen Innovationsgutschein dazu, durch den 80 Prozent der Ausgaben für die Entwicklung gedeckt wurden. „Anders hätten wir das nicht stemmen können“, sagt Eberhard.

Viele Stunden harte Arbeit

Hier kommen die drei Stundenten der Hochschule Ruhr West Jan Melchior, Daniel Heiderich und Jan Kissmann ins Spiel. Durch eine Ausschreibung in ihrem Fachbereich Maschinenbau stießen sie auf das Projekt. Mehr als vier Monate und unzählige Arbeitsstunden investierten sie in das Forschungsprojekt, sammelten so auch Leistungspunkte für ihr Studium. „Die angegebenen 180 Arbeitsstunden des Moduls haben wir allein schon für die schriftliche Ausarbeitung gebraucht“, erzählt Master-Student Daniel Heiderich.

Er entwickelte im Rahmen des Projekts ein Verfahren, mit dem Schutzummantelungen im 3-D-Drucker produziert werden können. Dafür probierte er verschiedene Materialien aus, baute schließlich sogar den Drucker um, damit es zu einem optimalen Ergebnis kommt. Penkert plant, künftig zwei der 3 D Drucker in den Produktionsalltag zu integrieren. „Als Ergänzung zu den bestehenden Produktionsformen“, wie Martin Eberhard erläutert.

Spezielles Material und eine geheime Funktionsweise

Eine weitere Form der Produktion erarbeiteten der Bachelorstudent Jan Melchior und der Masterstudent Jan Kissmann. Vorgabe der Auftraggeber war lediglich das Material, ein gummiartiger Kunststoff. „Den genauen Namen dürfen wir nicht verraten“, sagt Jan Melchior. Es brauchte viele Versuche, bis das Herstellungsverfahren optimal war. Wie genau es funktioniert, behalten die Tüftler für sich – im Sinne ihres Auftraggebers.

So viel sei verraten: Die Form, in die der Kunststoff für die Schutzummantelung gegeben wird, stammt aus dem 3-D-Drucker, der Rest basiert auf einem temperaturabhängigen Verfahren. „Dadurch ist die Produktion nicht so teuer und auch sehr flexibel“, erklärt Jan Kissmann.

Neue Möglichkeiten in der Produktion

Bei der Produktpräsentation vor den Unternehmensvertretern von Penkert im Mai war das Erstaunen groß. „Die Jungs haben wirklich gute Arbeit geleistet“, sagt Martin Eberhard rückblickend. Durch ihren Einsatz seien für das Unternehmen ganz neue Möglichkeiten offen. Wie sich das auf die Zahlen niederschlagen wird, ließe sich laut Eberhard noch nicht sagen, aber „das Potential ist sehr groß“.

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