Premiere

Mülheim: Kollektiv KGI ermittelt rund um Polizei und Theater

 Szene aus dem Stück „Die Policey - Versuch über Sicherheit“ von der Theatergruppe KGI. Premiere ist im Mülheimer Ringlokschuppen.

 Szene aus dem Stück „Die Policey - Versuch über Sicherheit“ von der Theatergruppe KGI. Premiere ist im Mülheimer Ringlokschuppen.

Foto: Bjoern Stork

Mülheim.  Premiere im Mülheimer Ringlokschuppen: Die Gruppe KGI zeigt ihr neues Stück „Die Policey - Versuch über die Sicherheit“. Inklusive Nachgespräch.

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Eine Premiere steht am Freitag, 22. November, im Ringlokschuppen an. Das Theaterkollektiv „KGI – Büro für nicht übertragbare Angelegenheiten“ zeigt um 20 Uhr sein Stück „Die Policey - Versuch über die Sicherheit“. Auch am Samstag um 20 Uhr ist die Produktion noch einmal zu sehen.

Polizeiaufgabengesetze werden derzeit verschärft. Daher laden die „Theater-Trickbetrüger“ von KGI die Zuschauer ein – „zum Verhör über das Verhältnis von Zivilgesellschaft und Polizei, Freiheit und Sicherheit“. „Schiller war in seinem Dramenfragment überzeugt: Für die moderne Gesellschaft brauche es eine Wiedergeburt des Dramas aus dem Geiste der Polizei“, schreiben die Theatermacher. Das Theater als Vorbild für den Polizeistaat? „KGI nehmen die Ermittlungen auf.“

Polizei- und Theaterwesen waren einst eng verzahnt

„Die Idee zum Stück haben wir eigentlich Schiller und seinen Zeitgenossen entnommen und dann etwas zugespitzt. Wir fanden es in unseren Recherchen ziemlich erstaunlich, wie eng Polizei- und Theaterwesen im 18/19. Jahrhundert auch auf personeller Ebene verzahnt waren. Viele Theaterreformer der Aufklärung waren gleichzeitig auch Polizeiwissenschaftler oder Rechtsgelehrte und diese Disziplinen beeinflussten sich auch gegenseitig. Beispielsweise nahm sowas wie ein Präventionsgedanke, dem ja auch gerade in den aktuellen Verschärfungen der Polizeiaufgabengesetzen eine große Rolle zukommt, erst über das Theater Einzug in die Polizeiwissenschaft“, erläutern das KGI-Team.

Nachgespräch mit dem Sprecher kritischer Polizisten

Wegen seines positiven Nutzens für die Staatsräson habe der Jurist Christian Freiherr von Wolff einst die öffentliche Förderung von Theaterhäusern gefordert, von dem Theaterschaffende heute noch profitierten. „Wir fragen uns in unserer Inszenierung unter anderem, inwieweit Theater heute noch als verlängerter Arm des langen Arms des Gesetzes fungiert“, so KGI.

Im Anschluss an die Premiere gibt es ein Nachgespräch mit dem Bundessprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft kritischer Polizistinnen und Polizisten Thomas Wüppesahl, um über die Verschiebungen in Politik und Polizei ins Gespräch zu kommen und verschiedene Perspektiven zusammen zu bringen.

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