Kolumne

Mülheim: Wat machen Sie denn da, ...?

Marie Winkler von „Maries Blumenkörbchen“ in Oberdümpten macht eine Malve fertig für eine Hochzeit im Mülheimer Rathaus.

Marie Winkler von „Maries Blumenkörbchen“ in Oberdümpten macht eine Malve fertig für eine Hochzeit im Mülheimer Rathaus.

Foto: Inge Merz

Mülheim.  Wundern Sie sich nicht, wenn Sie in Mülheim unterwegs sind und gefragt werden: „Wat machen Sie denn da?“ Es könnte Inge Merz sein.

„Ich versuche gerade, eine Kundin glücklich zu machen, die morgen zu einer Hochzeit geht“, erzählt Marie Winkler von „Maries Blumenkörbchen“ in Oberdümpten.

„Da sie wegen Corona nicht mit ins Rathaus darf, wird das Brautpaar vor dem Standesamt mit dieser schönen Malve in Empfang genommen. Ich schmücke sie gerade ein wenig festlich mit weißem Sisal und einer langen Schleife.“

„Ich habe schon viele Leute ‚verheiratet‘“

Eine Fachfrau für Sonderwünsche zu allen Festen also? „Ja, ich habe schon viele Leute ‚verheiratet‘. Eine Braut schickte mir sogar hinterher ein Foto von sich und ihrem Strauß. Bei Hochzeitssträußen und Hochzeitsdekoration habe ich viele Ideen. Floristin muss man mit Leib und Seele sein. Gelernt habe ich meinen Beruf vor 45 Jahren. Seitdem ich vor einem Jahr das Geschäft hier am Schildberg übernommen habe, hat sich die Kundschaft verjüngt.“

Und dann erzählt sie etwas zu einem wichtigen Thema. „Folie um einen Strauß gibt es bei mir nicht automatisch. Mein Enkel hat mal zu mir gesagt, dass ich auf seine Welt aufpassen soll, und das nehme ich ernst. Ich sage den Kunden, dass Folie drei Euro extra kostet, in der Hoffnung, dass sie dann sagen, das sei ihnen zu teuer.“ Wer das trotzdem möchte, der muss die drei Euro in ein Sparschwein für den Enkel stecken. Marie Winkler lacht: „Und der ist bald reich!“ Der Kleine kann damit was Gutes für die Umwelt tun.

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