Planspiel

Mülheimer debattiert bei den Vereinten Nationen in New York

Maximilian vom Felde war bei den Vereinten Nationen in New York zu Gast.

Maximilian vom Felde war bei den Vereinten Nationen in New York zu Gast.

Mülheim.   Maximilian vom Felde nahm an einem Planspiel der Vereinten Nationen (UN) in New York teil. Ihn reizt das Parkett der internationalen Politik.

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Einmal die Atmosphäre der Weltpolitik atmen im berühmten Saal der Vereinten Nationen, in dem schon Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela gesprochen hat – für den Mülheimer Maximilian vom Felde ist dieser Wunsch in Erfüllung gegangen: Fünf Tage debattierte er in New York über Klimawandel und Kunstraub, fasste etliche weltverändernde Beschlüsse.

Wenn’s denn nicht ein Planspiel gewesen wäre. Leider. Dennoch lief das „Modell Vereinte Nationen“ – kurz MUN – fast genauso ab, wie die diplomatische Weltbühne am United Nations Plaza in Manhattan. Über seine Uni in Bayreuth bewarb sich der Student für Philosophie und Ökonomie für das Projekt.

Und wurde als Vertreter für Großbritannien nach New York geschickt – „eigentlich hatte ich mich für Afghanistan beworben“, meint der engagierte 21-Jährige, „es ist ein interessantes, leider von Bürgerkriegen zerrüttetes Land, das die Hilfe der UN besonders benötigt“. Stattdessen fiel ihm die Bexit-Insel zu, „trotzdem eine Ehre, dass man uns die Vertretung dieser wichtigen Nation anvertraut hat“, findet vom Felde.

Versinken in Resolutionen

Mit mehreren Workshops in der Uni-Stadt bereiteten sich die Bayreuther Studis auf ‘ihre’ Nation vor, die Maximilian vom Felde authentisch vertreten musste: „Das oberste Gebot lautet ,stay in character’“ – und das heißt Versinken in schier endlosen Resolutionen, Vereinbarungen und Äußerungen der angelsächsischen Nachbarn seit Bestehen der UN. Und: Verfassen von reichlich Positionspapieren. Dann aber ging’s nach Übersee.

Von der Stadt, die niemals schläft, sah der Mülheimer zunächst einmal wenig, dafür allerhand Konferenzsäle und den großen Saal der Generalversammlung der Vereinten Nationen. „Es war für mich beeindruckend, dort zu stehen, wo Nelson Mandela und andere bedeutende Politiker gesprochen haben“, schildert Maximiliam vom Felde fasziniert.

Handel mit kulturellen Kunstschätzen

Ernüchternd – zumindest etwas – dagegen das dicke Brett der Diplomatie: Drei volle Tage diskutierte seine Unesco-Arbeitsgruppe über die Maßnahmen gegen den illegalen Handel mit kulturellen Kunstschätzen. „Jede Delegation hat die Position ihres Landes vorgetragen.“ In Arbeitskreisen definierten die Delegierten gemeinsam mögliche Ziele, wie etwa die Kommunikation zur Verfolgung von Kunsträubern unter den Ländern verbessert werden kann. Natürlich in der Amtssprache Englisch. Doch in den Hinterzimmern schacherte man um Zustimmung für die eigenen Ideen, schmiedete man Allianzen. Auch Maximilian mischte mit – „man muss ja authentisch bleiben ...“, meint er augenzwinkernd.

Dagegen dauerten die Verhandlungen um Klimaziele erfrischend kurz und gerade einmal einen halben Tag. ‘Very britisch’ argumentierte der Mülheimer mit dem Klimawandel: Steigen die Weltmeere an, ist auch das Eiland vor der französischen Küste bedroht, Kulturgut inklusive. „Ich hatte bei unseren Debatten immer das Gefühl, dass alle Beteiligten auf die Problemlösung fokussiert waren.“ Wenn das Weltretten doch auch real so gut funktionieren würde, wie im Planspiel.

Planspiel gerne mal im Sicherheitsrat erleben

Manche weltpolitischen Äußerungen in der Zeitung liest der 21-Jährige seitdem mit anderen Augen. Und dennoch reizt ihn das Parkett der internationalen Politik. „Für mich ist es spannend, wenn unterschiedliche Menschen zusammenkommen.“ Aber auch vorne zu stehen, „mit den Mitteln der Rhetorik die eigene Position zu stärken. Ich würde das Planspiel gerne mal im Sicherheitsrat mitmachen – da geht es kompetitiver zu.“

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