Wirtschaft

Mülheimer Innovator-Institut für Gründerpreis NRW nominiert

Aus zwölf Mitarbeitern besteht das Innovator-Institut unter der Leitung von Dennis Bakir (Mitte, sitzend) derzeit. Der Altersdurchschnitt liegt bei  rund 30 Jahren. Jetzt ist das Team für den Gründerpreis NRW nominiert.

Aus zwölf Mitarbeitern besteht das Innovator-Institut unter der Leitung von Dennis Bakir (Mitte, sitzend) derzeit. Der Altersdurchschnitt liegt bei rund 30 Jahren. Jetzt ist das Team für den Gründerpreis NRW nominiert.

Foto: Zoltan Leskovar

Mülheim.  Das Team des Innovator-Instituts spürt wegweisende Ideen in mittelständischen Unternehmen auf. Mitte November erfolgt die Preisverleihung.

Sie sind stets auf der Suche nach wegweisenden Ideen und ihren Auftraggebern oft einen Gedankengang voraus, um Innovationen oder solche Überlegungen, die dazu werden könnten, aufzuspüren.

Und weil nicht nur das Team des Innovator-Instituts jung ist, sondern das Unternehmen selbst erst vor drei Jahren gegründet wurde, , seine Forschungs- und Entwicklungsarbeit zudem als erfolgreich gilt, ist die Mannschaft um Institutsleiter Dennis Bakir für den Gründerpreis NRW nominiert. Als Preisgelder winken bis zu 30.000 Euro, am 19. November wird der Preis in Düsseldorf verliehen.

Keine klassischen Unternehmensberater

Sie sehen sich als Lösungsentwickler, nicht als Unternehmensberater im klassischen Sinne, betont Jungunternehmer Dennis Bakir, geboren 1981, und erklärt den Unterschied: „Wir machen beim Kunden mit.“

Die Kunden, das sind kleine und mittlere Unternehmen, der klassische Mittelstand. Alle eint, dass sie auf der Suche sind nach Impulsen für Innovationen. Von der Analyse bis zur Realisation begleitet das Innovator-Institut auf Basis praxisnaher Forschung und Trendprognosen die Entwicklung von Produkt- und Verfahrensinnovationen.

Bakir beschreibt seine Aufgabe so: „Wir kitzeln heraus, was das Produkt besonders macht.“

Ein weiterer Punkt ist die Entlastung von Unternehmen. Gerade kleineren Betrieben bereite etwa die Zertifizierung nach ISO-Normen viel zeitfressende Schreibarbeit ebenso wie das Prozedere für die Beantragung von Fördermitteln. „Unsere Kunden werden dadurch ausgebremst, genau wie durch die neue Datenschutz-Grundverordnung“, weiß Bakir. Indem sein Team solche Schritte für die Kunden übernehme, entlaste es die kleinen bis mittelständischen Firmen, die so Zeit für Entwicklung und Produktion zurückgewinnen, sagt der 36-Jährige und erklärt: „So haben sie die Hände frei fürs Tagesgeschäft.“

Technologien stehen im Fokus

Branchenübergreifend agiert das Institut für angewandte Innovationsentwicklung dabei, die Kundenunternehmen stammen hauptsächlich aus dem Anlagen- und Maschinenbau, dem Sondermaschinen- und Werkzeugbau, der Kunststofftechnik, der Automatisierungs- und Sensortechnik sowie den Segmenten Messinstrumente, Wasseraufbereitung und Abwassersanierung. Das zwölf Leute starke Team – der Altersdurchschnitt liegt bei 30 Jahren – setzt sich zum überwiegenden Teil aus Ingenieuren zusammen. Bewerbungen von Absolventen technologischer Studiengänge sind willkommen, die von Frauen besonders erwünscht.

Teil der Entwicklungsgesellschaft sind auch Bakirs Bruder, sein Cousin und seine Frau – eben ein Familienunternehmen, sagt der promovierte Ingenieur, der sich zudem gut vernetzt in der Hochschullandschaft sieht.

Tüftler im firmeneigenen Labor

Im firmeneigenen Labor tüfteln die Experten für die Industrie 4.0 an der Digitalisierung des Mittelstands und entwickeln Komponenten der Elektro- und Automatisierungstechnik. Die systematischen Querdenker, wie sie sich selbst nennen, haben etwa ein nachrüstbares Modul entwickelt, das Einsparpotenziale in energie- und ressourcenintensiven Produktionsprozessen offenlegt.

Der Institutsleiter erklärt: „Der Anwender erhält dadurch eine höhere Transparenz über seine internen Prozesse, kann bislang nicht mögliche, zusätzlich Messwerte und Daten erfassen und in übergreifende Auftragsplanungssysteme entlang der Produktionskette kommunizieren lassen.“ Ein anderes Projekt war die Entwicklung einer Sensor-Boje, die Gewässer kontinuierlich analysiert und die Daten an den Computer sendet. „Bisher musste ein Mensch raus kommen, um die Wasserprobe zu entnehmen“, verdeutlicht der 36-Jährige.

Für ihre Dienstleistungen ist die junge Mülheimer Forschungseinrichtung Anfang dieses Jahres bereits mit dem ersten Platz beim Deutschen Exzellenz-Preis ausgezeichnet worden. Und vielleicht können Bakir und sein Team sich Mitte November auch die Trophäe des Gründerpreises NRW ins Regal stellen.

Neun Mitbewerber und eine neue Firmenadresse

Insgesamt sind für den Gründerpreis NRW zehn Jungunternehmer nominiert. Die Beiträge reichen von einem Verfahren zur Herstellung von Papier aus getrocknetem Gras bis hin zur Entwicklung einer Zelle mit Roboter, die die Durchführung industrieller Arbeiten ohne Programmier-Know-How ermöglicht.

Das Innovator-Institut hat seinen Sitz derzeit noch an der Solinger Straße. In den kommenden Monaten wird die Forschungseinrichtung aber in ein Industriedenkmal umziehen, in das ehemalige Kontorgebäude der Alten Malzfabrik am Nachbarsweg in Saarn. Weitere Informationen: www.innovator-institut.de

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