Vorlesetage

Mülheimer Lesetage: Von der Gruselnacht bis zum Büchertausch

Lisa Schwarz (17) liest im Café Sander in Mülheim selbst verfasste Poetry-Slam-Texte vor. Sie und rund zwölf weitere Schüler und Schülerinnen des Broicher Gymnasiums präsentieren dort im Rahmen der Lesetage eigene literarische Arbeiten - von fantastischen Geschichten bis hin zu Gedanken über die Zeit des Nationalsozialismus.

Lisa Schwarz (17) liest im Café Sander in Mülheim selbst verfasste Poetry-Slam-Texte vor. Sie und rund zwölf weitere Schüler und Schülerinnen des Broicher Gymnasiums präsentieren dort im Rahmen der Lesetage eigene literarische Arbeiten - von fantastischen Geschichten bis hin zu Gedanken über die Zeit des Nationalsozialismus.

Foto: Martin Möller / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Die Mülheimer Lesetage finden in dieser Woche statt. Das Programm ist vielfältig, es richtet sich an Kinder, Erwachsene und Senioren.

Eine nette Geschichte haben Ben, Lucy und Elina (alle 11) sich da ausgedacht. Sie handelt von einer Reise nach Mallorca, von grünen Palmen, weißem Strand und leckerem Schoko-Eis. Die drei Schüler aus der 6a der Realschule Mellinghofer Straße tragen das selbst geschriebene Abenteuer im Jugendzentrum Stadtmitte rund 20 Kindern aus der Kita „Menschenskinder“ vor. „Laut, langsam und deutlich lesen“, ruft Lehrerin Schene Salih-Yilanci ihnen noch mal zu, bevor sie loslegen.

Die Kita-Zwerge lauschen gebannt, applaudieren begeistert. Nicht nur nach diesem Vortrag, sondern auch nach den Lesungen der anderen Schüler aus der 6a, die einen Preis von der Stiftung Lesen erhalten haben und ihre Stories sogar in einem Buch veröffentlichen wollen.

Faszination der Sprache und der Literatur vermitteln

Bereits zum vierten Mal setzen mehr als 60 Akteure in dieser Woche die mülheimweiten Vorlesetage „Lesen ohne Grenzen“ um. Einrichtungen, pädagogische Fachkräfte, Büchereien und Co. haben ein vielseitiges Programm an Aktionen zusammengestellt. Koordiniert wurden die Vorlesetage von der Koordinierungsstelle Kulturelle Bildung gemeinsam mit dem „Netzwerk Literacy“. Ziel der Aktiven im Netzwerk ist es unter anderem, „Kindern die Faszination des Klanges und Rhythmus der Sprache, der Welt der Geschichten, Bücher und der Literatur weiterzugeben“.

Viele Lesevormittage oder -nachmittage sind interne Veranstaltungen in Kindergärten, Schulen, Büchereien etc. Es gibt aber auch eine Reihe an offenen Angeboten – für Kinder oder Erwachsene, auch an ungewöhnlichen Orten. So lasen beispielsweise direkt am Montag Schülerinnen und Schüler vom Gymnasium Broich im Café Sander in der Innenstadt literarische Texte vor, die sie im Rahmen einer Schreibwerkstatt selber geschrieben hatten. Eine Büchertauschbörse für Kinder und Erwachsene läuft die ganze Woche über in der Kita Lummerland (Althofstraße 12).

Geschichten aus aller Welt für Erwachsene

Folgende Termine stehen bis zum Wochenende noch an: Am heutigen Donnerstag werden ab 14.30 Uhr „Märchen für kleine und große Ohren“ im Kulturhaus Spieldorf an der Friedhofstraße 21 in Speldorf vorgetragen. Kinder, Erwachsene und Senioren sind dazu eingeladen. Am selben Ort erzählt André Wülfing heute um 19.30 Uhr Geschichten aus aller Welt (für Leute ab 15).

„Zu jeder vollen Stunde eine Geschichte“ heißt es am Freitagnachmittag in der Schul- und Stadtteilbibliothek an der Frühlingstraße 35. Alle 60 Minuten wird den Besuchern eine unterhaltsame Story vorgelesen. „Mörderisch - schön!“ soll es für Erwachsene und Senioren am Freitag ab 17 Uhr im Nachbarschaftshaus an der Hingbergstraße 311 werden. Ralf Bienko liest spannende Kurzgeschichten vor, die mit rabenschwarzem Humor getränkt sind.

Gruselnacht für Kinder steigt im Lesezelt

Zu einer Gruselnacht im Lesezelt sind Kinder am Freitag von 19 bis 20.30 Uhr eingeladen. Sie findet in der Schul- und Stadtteilbücherei in Speldorf (Frühlingstraße 35) statt. Die Lesetage enden am Samstag, 16. November, um 18 Uhr mit der Veranstaltung „Wie die Geschichte begann“ in der Dezentrale an der Leineweberstraße 15-17. Zwei Autorinnen lesen aus eigenen Texten vor, sie werden von professionellen Tänzern künstlerisch begleitet. Es geht dabei um die arabische Kultur- und Wissenschaftsgeschichte sowie um das Thema Minderwertigkeitskomplexe (und ihre Überwindung).

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