Hilfsaktion

Mülheimer organisieren wieder Spendenlauf zum Weltwassertag

Eva Maria Inderelst, Ramon Steggink (RWW) und Prof. Mark Oelmann (r.).

Eva Maria Inderelst, Ramon Steggink (RWW) und Prof. Mark Oelmann (r.).

Foto: Zoltan Leskovar

Mülheim.   HRW-Studentin erlebte knappe Wasserversorgung in Uganda aus erster Hand – ein Thema, auf das ein Spendenlauf am Tag des Wassers aufmerksam macht.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Eine kurze Zeit in ihrem Leben hat Eva-Maria Inderelst das Wasser aus der Regenrinne getrunken. Und wenn es nicht genug geregnet hatte, musste sie sich mit dem Kanister auf zum Brunnen machen. „Im Vergleich zu anderen Orten in Uganda war ich damit noch privilegiert“, sagt die heute 25-Jährige, die 2016 mehrere Wochen bei einer Gastfamilie im ugandischen Kasangati lebte – weniger, um persönliche Grenzerfahrungen zu sammeln, sondern um die Menschen vor Ort aufzuklären: über den richtigen Umgang mit Wasser.

Während der vorlesungsfreien Zeit reiste die Studentin des Energie- und Wassermanagements aus eigener Hand und Tasche in das ostafrikanische Land, um dort in Kooperation mit der gemeinnützigen Mission for Community Development (MCODE) einen Freiwilligendienst anzutreten.

Den richtigen Umgang mit Wasser erklärt

„Wir haben uns etwa mit den Bürgermeistern oder anderen Verantwortlichen verschiedene Gewässer angesehen, um zu identifizieren, welche von ihnen für die Trinkwasserversorgung geeignet sind“, berichtet Inderelst, die dabei das Wissen aus ihrem Studium an der Hochschule Ruhr West anwenden konnte.

Gleichzeitig hat Inderelst versucht, den Familien vor Ort mehr über den richtigen Umgang mit Wasser mitzugeben. „Die Kinder wissen teilweise nicht, wie man seine Hände waschen und wann Wasser abgekocht werden sollte“ – Wasser, was sie häufig selbst in ihre Dörfer transportieren. „Gerade Mädchen werden in den ländlichen Gebieten zum Wasserholen geschickt – und müssen deswegen auf die Schule verzichten“, ergänzt Wasserökonomik-Professor Dr. Mark Oelmann.

Schüler sammeln für Sambia

Um auf die Wasserversorgung in Schwellen- und Entwicklungsländern hinzuweisen und Geld für unterversorgte Regionen zu sammeln, organisiert Oelmann als Vertreter der HRW sowie des Rotary Clubs gemeinsam mit der Rheinisch-Westfälischen Wasserwerksgesellschaft (RWW) jährlich einen Spendenlauf zum Weltwassertag. Anlässlich des internationalen Aktionstages am 22. März schleppen am Samstag, 17. März, Siebt- oder Achtklässler vier Mülheimer Schulen Wasserflaschen zwischen Haus Ruhrnatur und Aquarius-Wassermuseum. In diesem Jahr sollen mit dem Geld Brunnen in Sambia gebaut werden.

2017 kamen 11 785 Euro durch Spenden von Eltern und Verwandten der Schüler zusammen, RWW und der Rotary Club gaben jeweils 3000 Euro.

„Wichtig, die Verhältnisse vor Ort kennenzulernen“

Bachelor-Studentin Inderelst weiß, dass alleine das Schleppen in ihre Wohnung in der fünfte Etage bereits äußerst kräftezehrend sein kann. „Unter anderem deswegen bin ich Leitungswasser-Trinkerin.“ In Uganda wäre das natürlich völlig undenkbar gewesen. „Es war wichtig, die Verhältnisse vor Ort mal kennenzulernen – aber fest in einem Entwicklungsland arbeiten, das könnte ich nicht“, gibt sie zu. Dann vielleicht in Georgien? Dort hat Inderelst ihr Praxissemester absolviert – und den örtlichen Wasserversorger beraten.

>> INTERNATIONALE WASSERPROBLEME

Prof. Dr. Mark Oelmann bietet an der HRW Seminare zu „International Water Problems“ an. Dabei dreht es sich um Fragen wie beispielsweise: Wie kann die An- und Abwasserversorgung in Entwicklungsländern besser werden? Und inwieweit sind die lokalen Wasserversorger für eine unzureichende Versorgung verantwortlich?

Weg zum Ziel soll dabei auch ein ungewöhnlicher Umgang mit dem Thema sein: „Wir hatten auch schon mal einen Kinderbuchautoren bei uns zu Besuch, der zu dem Thema Wasserversorgung etwas schreiben wollte – und der hat die Studierenden gefragt, was ein guter Plot sein könnte“, berichtet Mark Oelmann.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben