Landgericht

Mülheimerin muss wegen Heroin-Handels drei Jahre in Haft

Das Duisburger Landgericht verhängte gegen die zwei Angeklagten Haftstrafen ohne Bewährung.

Das Duisburger Landgericht verhängte gegen die zwei Angeklagten Haftstrafen ohne Bewährung.

Foto: Uli Deck / picture alliance/dpa

Mülheim/Duisburg.  Das Landgericht hat ein Pärchen aus Mülheim wegen Rauschgifthandels zu Haftstrafen verurteilt. Die Frau braucht selbst eine Entziehungskur.

Wegen Drogenhandels verurteilte das Landgericht Duisburg eine 56-jährige Mülheimerin jetzt zu drei Jahren Gefängnis.

Einen erheblichen Teil der Strafe wird die Mülheimerin allerdings in einer Entziehungsanstalt verbringen dürfen. Denn mit Rauschgift handelte die Frau vor allem deshalb, um ihren eigenen Konsum zu finanzieren.

Freund der Mülheimerin hatte geholfen, das Heroin zu strecken

Zu diesem Zwecke hatte sie im August 2018 bei drei Gelegenheiten insgesamt rund 110 Gramm Heroin angekauft. In ihrer Wohnung in der Mülheimer Innenstadt wechselten die Drogen den Besitzer. Die Hälfte davon war für den eigenen Gebrauch bestimmt gewesen. Ihr Freund hatte dabei geholfen, den für den Verkauf gedachten Teil mit Streckmitteln zu versehen.

Anschließend hatte vor allem die 56-Jährige jeweils kleine Mengen an Abnehmer verkauft. Der Freund betätigte sich dabei regelmäßig nur als Türöffner. Den Tatbeitrag des 42-Jährigen wertete das Gericht am Ende lediglich als Beihilfe. Er wurde zu einem Jahr Gefängnis verurteilt.

Polizei griff bei laufendem Drogengeschäft zu

Bei dem letzten Drogengeschäft hatte bereits die Polizei zugesehen. Und zugegriffen, bevor weitere Drogen an die Stammkunden verkauft werden konnten.

Das Paar – beide Angeklagte sind durch eine lange Drogenkarriere gezeichnet – hatte während des zweitägigen Prozesses vor der Strafkammer Geständnisse abgelegt. Die 56-Jährige hatte dabei Angaben gemacht, die über ihren eigenen Tatbeitrag hinaus reichten. Diese Aufklärungshilfe wurde besonders zu ihren Gunsten gewertet.

42-Jähriger war immer mehr in die Drogenszene abgerutscht

Der 42-Jährige Freund war über Jahre immer mehr in die Drogenszene abgerutscht. „Er hat inzwischen weit mehr Kontakte in die Szene, als andere soziale Bindungen“, so der Vorsitzende in der Urteilsbegründung. Das war auch der Hauptgrund, warum das Gericht es nicht verantworten wollte, dem Angeklagten noch eine Bewährungschance zu geben.

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