Literatur

Mülheimerin startet mit Fantasy-Romanen durch

Autorin Cassia Cole mit ihrem Buch „Ashcandras Ruf“. Der zweite Band „Ashcandras Macht“ steht seit März in den Buchhandlungen.

Foto: Michael Dahlke

Autorin Cassia Cole mit ihrem Buch „Ashcandras Ruf“. Der zweite Band „Ashcandras Macht“ steht seit März in den Buchhandlungen.

mülheim.   Mit „Ashcandras Ruf“ hat sich Cassia Cole schon einen Namen gemacht. Und Band Zwei ist bereits erschienen. Das nächste Buch wird ein Liebesroman.

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Cassia Cole heißt die junge Frau mit den langen lockigen braunen Haaren. Der gelbe Mantel, den sie trägt, passt zu dem sonnigen Wetter und dem freundlichen Lächeln auf ihren Lippen. Die 35-Jährige Mülheimerin ist Newcomerin in der Bücherbranche. Ihr Buch „Ashcandras Ruf“ ist am 25. Oktober 2017 erschienen und seitdem bekommt sie, gerade von Fantasy-Fans, einiges an Aufmerksamkeit. Protagonistin des Buches ist die 17-jährige Nessaia, die plötzlich eine Stimme in ihrem Kopf hört und eine magische Reise zu sich selbst erlebt.

Buch lag sechs Jahre in Schublade

Die Idee zu ihrem Buch „war auf einmal in meinem Kopf“, erzählt Cole. „Aber eigentlich, habe ich mir meinen Traummann geschrieben,“ fügt sie hinzu und lacht. Die Szenen entstehen so in ihrem Kopf. „Ich weiß ganz genau, wann sich wer bewegt oder welche Mimik der Charakter gerade in der Szene hat,“ erklärt sie. 2010 hat sie den ersten Band geschrieben und „es sollte eigentlich bei einem bleiben“, sagt sie. „Die Geschichte war noch nicht zu Ende erzählt.“ und 2011 folgte der Zweite. Die Inspiration zum Schreiben bekommt sie „eigentlich durch alles,“ lächelt sie verträumt. „Die Umwelt und Personen, die ich treffe. Meine Figuren nehmen Charakterzüge von teilweise zehn Menschen an.“ Ein Fantasy-Fan ist Cole nicht wirklich. „Ich mag eher das Drama. Aber da meine Protagonistin eine Stimme in ihrem Kopf hört, musste es Fantasy sein, sonst wäre sie ja einfach nur verrückt.“

Als nächstes ist ein Liebesroman geplant. „Auch, wenn ich keine Happy Ends mag. Es wird schön traurig,“ verspricht sie. „Das Ende kann auch erst auf den zweiten Blick ein Happy End sein.“ Eine Intention, was sie mit dem Buch erreichen möchte, hat Cassia Cole nicht. „Ich bilde mir nicht ein, dass ich mit einem Buch die Welt verändern kann,“ sagt sie. Vorstellen kann sie sich aber, dass es kleine Welten sind, die durch ihre Geschichte verändert werden. „Vielleicht merkt der Leser dadurch, dass er sich nicht alles gefallen lassen muss.“ Am wichtigsten ist ihr aber, dass sie jedem Leser schöne Lesestunden verschafft. Ihr selbst habe es viel bedeutet, das Buch zu veröffentlichen. Den ersten Anlauf der Veröffentlichung habe sie schon 2011 gewagt. „Natürlich an die großen Verlage und das ist nicht so gut ausgegangen,“ sagt sie. Sie war frustriert, sechs Jahre lag das Buch in der Schublade.

„Nicht aufgeben, nur weil es Rückschläge gibt“

„Ich wollte meiner Tochter beweisen, dass sie alles schaffen kann, also habe ich es nochmal versucht. Man soll nicht aufgeben, nur weil es Rückschläge gibt“, betont sie. Mit Hilfe des Autoren-Netzwerks auf Facebook hat sie dann neuen Mut gefasst und sich beraten lassen. „Ich musste lernen, dass das wichtigste eigentlich das Exposé ist. Die perfekte Zusammenfassung zu finden, um das Buch und die Geschichte richtig verkaufen zu können. Das fiel mir anfangs schwer und so ist es auch heute noch,“ gesteht Cole.

Der Name Cassia Cole ist ein Pseudonym. Sie hat sich zum einen dafür entscheiden ein Pseudonym zu benutzen, weil sie gerne das Private und Schriftstellerische trennen möchte. Zum anderen, weil sie beobachtet, dass es „gerade auch unter den Autoren Neid und Mistgunst gibt. Mit einem Pseudonym lässt man das einfach nicht so nah an sich heran.“ Sie sei da nicht nur für sich verantwortlich, sondern auch für ihre Tochter. Schwierig sei es für sie im Moment noch zu sagen, dass sie Cassia Cole ist. „Das ist mir noch unangenehm und ich bin auch vom Charakter nicht angeberisch.“ Auch den Menschen in ihrem privaten Umfeld habe sie es nicht auf Anhieb gesagt.

Gelernte Industriemechanikerin

Auf der Buchmesse in Berlin sei es ihr dann schwer gefallen, mit ihrem Pseudonym zu unterschreiben. „Ich habe da wirklich ein paar Sekunden gesessen und überlegt, bis ich dann zu dem C angesetzt habe,“ erinnert sie sich lächelnd. Die Namensfindung für das Pseudonym war eigentlich Zufall. Der Name Cassia sei ihr in einem Römerfilm begegnet und sie fand ihn toll, sagt sie. „Ich habe ewig mit Zetteln hin und her experimentiert, welcher Vor- und Nachname harmoniert,“ lacht sie. Ihrer Meinung nach sei es als deutscher Autor immer schwierig ein Buch zu veröffentlichen und eine große Leserschaft zu erreichen. „Viele denken, dass englischsprachige Autoren qualitativ hochwertiger sind. Was ich wahnsinnig schade finde, weil wir in Deutschland super Autoren haben.“ In ihrem Privatleben ist Cassia Cole gelernte Industriemechanikerin. Als Frau hatte sie es ein wenig schwer in diesem Beruf, gesteht sie. „Deswegen mache ich nochmal eine neue Ausbildung zur Industriekauffrau.“ Sozial engagiert sie sich in Mülheim als Ausbildungspatin. Sie freue sich schon sehr darauf, Neuntklässler über anderthalb Jahre bei ihrer Berufsauswahl zu begleiten und ihnen zur Seite zu stehen.

>>> Lesung mit weiteren Autoren
Bereits im März dieses Jahres ist der zweite Band „Ashcandras Macht“ erscheinen, der an die Debütgeschichte anschließt.

Cassia Cole liest im Rahmen der Lesebühne am Freitag, 4. Mai, gemeinsam mit weiteren Autoren im Handelshof. Um 19 Uhr geht es los. Einlass ist ab 18.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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