Kultur

Musiktheater in Petrikirche erzählt von Martin Luther

Probe für das Stück „Luther 500“ in der Mülheimer Petrikirche. Das Musiktheater von Dieter Schnebel wird von den Chören und Solisten der Singschule an der Petrikirche uraufgeführt.

Probe für das Stück „Luther 500“ in der Mülheimer Petrikirche. Das Musiktheater von Dieter Schnebel wird von den Chören und Solisten der Singschule an der Petrikirche uraufgeführt.

Foto: Christoph Wojtyczka

Mülheim.   Dieter Schnebels Werk „Luther 500“ wird in Mülheim uraufgeführt. Chöre und Solisten der Singschule bieten ganz viele sinnliche Eindrücke.

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2017 würdigte Kreismusikdirektor und Kantor Gijs Burger das 500-jährige Jubiläum der Reformation in der Petrikirche mit dem Singspiel „Luther und das Geheimnis der Kathedrale“. Der ursprüngliche Plan, ein im Entstehen begriffenes Musiktheater des herausragenden Komponisten Dieter Schnebel zum Thema „Luther“ aufzuführen, konnte damals nicht umgesetzt werden. Jetzt aber, in diesem Jahr, wird es gelingen: Dieter Schnebels Werk „Luther 500“ wird seine Welturaufführung erleben – am Samstag und Sonntag in der Petrikirche um jeweils 17 Uhr.

37 kleine Stücke Musik wechseln sich mit Texten ab

Dieter Schnebel, Lehrer, Professor und Avantgardist, hat sein Werk vollendet. Ein Text über Leben und Wirken Martin Luthers sowie 37 kleine Stücke Musik bilden den Nährboden für das, was Gijs Burger und sein Team seit Mitte September mit den jugendlichen Sängern und Sängerinnen seiner Singschule entwickelt hat: ein „work in progress“, ein offenes Musiktheater, bei dem die Jugendlichen in die Rolle Martin Luthers schlüpfen und seinen Lebensweg und sein Innenleben szenisch und sängerisch gestalten.

Unterstützt wird die Aufführung von Videosequenzen, die mit neun Beamern den Kirchenraum als Aktionsraum miteinbeziehen. Lou Raphael Mouw hat das visuelle Konzept aus Filmaufnahmen entwickelt, die die Sängerinnen und Sänger selbst für das Stück angefertigt haben. Sie greifen Themen und Probleme Luthers und seiner Zeit auf und verknüpfen diese mit dem Hier und Heute: eine bildliche Umsetzung der Akteure und ihrer Sicht auf dieselben Fragen 500 Jahre später.

Videosequenzen unterstützen den Gesang

Die Inszenierung liegt in den fähigen Händen der niederländischen Künstlerin Lidy Mouw sowie des Mülheimer Lehrers Mathias Kocks, der schon bei vielen der Märchenoper-Projekte der vergangenen Jahre mitgewirkt hat. Gijs Burger übernimmt die musikalische Leitung: Dabei lag es nah, die Uraufführungen des experimentellen Werks Luther 500 mit seinem Festival für Neue Musik „Utopie jetzt!“ zu verbinden, das alle zwei Jahre in der Petrikirche für aufsehenerregende Aufführungen im Bereich der Neuen Musik sorgt. So steht die diesjährige Ausgabe des Festivals ganz im Zeichen Dieter Schnebels, der dem Festival viele Jahre treu verbunden war, doch verstorben ist und die Uraufführung nicht mehr miterleben kann.

Eine intensive, zweimonatige Probenzeit liegt hinter den Sängern von Mädchenkantorei, Jungenchor und Solisten der Singschule, die vom Ensemble für Neue Musik Crush begleitet werden. Gesprochene und gesungene Texte, Klangkunst auf ungewöhnlichen Instrumenten und Visuals schaffen Beziehungen zwischen Luther und der Gegenwart: ein akustisch-optisches Experiment sinnlicher Eindrücke für neugierige Zuschauer.

>> Der Kartenvorverkauf findet auch noch am Freitag zwischen 16 und 18 Uhr im Petrikirchenhaus sowie an der Abendkasse statt.

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