Berufung

Rapper-Streit mit Bushido: Manuellsen muss Strafe zahlen

Der Rapper Manuellsen muss Strafe zahlen.

Der Rapper Manuellsen muss Strafe zahlen.

Foto: König im Schatten

Duisburg/Mülheim.  Der Mülheimer Rapper Manuellsen hat vor drei Jahren Bushido bedroht. Nun muss er Strafe zahlen, weil er den Strafbefehl ins Internet stellte.

2017 bedrohte der Mülheimer Sänger und Rapper Manuellsen seinen Kollegen Bushido. Dafür wurde er zu einer Geldstrafe verurteilt. Den Strafbefehl stellte der Mülheimer ins soziale Netzwerk ein, wo Hunderttausende Fans ihn lesen konnten. Damit beging er die nächste Straftat, die das Gesetz „Verbotene Mitteilungen über Gerichtsprozesse“ nennt.

Schließlich soll bei einem nicht rechtskräftig abgeschlossenen Verfahren die Unparteilichkeit der Gerichte, insbesondere der Schöffen erhalten bleiben. Die juristische Auseinandersetzung um den so provozierten nächsten Strafbefehl dauerte fast zweieinhalb Jahre und fand nun vor dem Landgericht Duisburg vorerst ihren Abschluss.

Manuellsen legte Widerspruch gegen Geldstrafe ein

Im Februar 2018 war der Strafbefehl wegen des juristischen Geheimnisverrats erlassen worden. Gegen die Geldstrafe von 4500 Euro legte Manuellsen Widerspruch ein. Das Amtsgericht Mülheim machte in einer Hauptverhandlung im August 2018 daraus 1200 Euro Geldstrafe (40 Tagessätze zu je 30 Euro). Dagegen legte der Rapper Berufung ein, erschien im April 2019 aber nicht zur Verhandlung vor dem Landgericht. Sein Rechtsmittel wurde deshalb verworfen.

Damit war der Fall aber nicht abgeschlossen. Denn die Staatsanwaltschaft hatte ebenfalls Berufung eingelegt. Was den Angeklagten offenbar nicht genug interessierte, um jetzt zu dem neuen Gerichtstermin zu erscheinen. Doch eine Sondervorschrift im Strafgesetzbuch machte das auch überflüssig: Da die Staatsanwaltschaft die Berufung auf die Höhe der Tagessätze beschränkt hatte, durfte in Abwesenheit des Angeklagten verhandelt werden.

Manuellsen hat falsche Angaben zu Einkünften gemacht

Die Aussage eines Bankkaufmanns aus Mülheim ließ wenig Zweifel daran, dass die Staatsanwaltschaft mit ihrer Vermutung richtig lag: Der Angeklagte hatte dem Amtsgericht Mülheim über seine Einkünfte nicht ganz die Wahrheit gesagt. Während er dort angegeben hatte, gerade einmal 1000 Euro monatlich zur Verfügung zu haben, kam das Landgericht dank der Bankauskünfte auf ganz andere Summen: 2019 nahm der Rapper mindestens 153.000 Euro ein. Steuer, Krankenkasse und Unterhalt für Frau und zwei Kinder großzügig abgerechnet, ergibt sich so ein Monats-Nettoverdienst von rund 5000 Euro.

der mülheimer bato redzepovic rappt sich nach obenDas Landgericht korrigierte die Tagessatzhöhe auf 150 Euro. Insgesamt muss Manuellsen nun also 6000 Euro Strafe zahlen. Das sind nur 1500 Euro weniger als im ursprünglichen Strafbefehl. Rechnet man Anwalts- und Verfahrenskosten hinzu, hätte der Rapper viel Geld gespart, hätte er die Strafe gleich bezahlt. Damit hätte er aber auf viel kostenlose Werbung verzichtet.

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