Landgericht

Raubüberfall auf Mülheimerin (83): Täter gehen lange in Haft

Das Bochumer Landgericht verurteilte die Mitglieder der „Pfarrhausbande“ zu langen Gefängnisstrafen.

Das Bochumer Landgericht verurteilte die Mitglieder der „Pfarrhausbande“ zu langen Gefängnisstrafen.

Foto: Volker Hartmann / picture alliance / Volker Hartmann/dpa

Mülheim/Bochum.  Eine 83-jährige Mülheimerin wird Opfer eines brutalen Raubüberfalls. Jetzt sind die Täter verurteilt worden. Sie gehören zur „Pfarrhausbande“.

Nach einem brutalen Raubüberfall auf eine Seniorin in Speldorf sind die mutmaßlichen Täter am Freitag zu langen Gefängnisstrafen verurteilt worden.

Gegen einen 45-jährigen Mann aus Gelsenkirchen wurden zwölf Jahre Haft verhängt. Ehefrau und Sohn wurden zu sechs beziehungsweise zu knapp zehn Jahre Haft verurteilt.

Seniorin geschlagen und eingesperrt

Es war der 19. September 2017, als die Täter in dem Einfamilienhaus der 83-Jährigen an der Jägerhofstraße auftauchten. Sie hatten wohl nicht damit gerechnet, dass jemand zu Hause war. Ein Fenster wurde aufgehebelt, das Haus durchsucht. Dann stand die Seniorin plötzlich mitten im Raum. „Ich habe doch nichts“, soll sie noch gesagt haben.

Kurz darauf wurde sie mit einem Faustschlag zu Boden gestreckt, mit einem Brotmesser bedroht und später in eine kleine Toilette im Obergeschoss gesperrt. Die 83-Jährige hatte aus dem Fenster um Hilfe rufen müssen.

In Pfarrhäuser eingestiegen

Die Richter am Bochumer Landgericht sind überzeugt, dass die Tat in Mülheim der Auftakt einer beispiellosen Beutetour gewesen ist. In der Folge sollen die drei Angeklagten vor allem in Pfarrhäuser eingestiegen sein – und zwar immer dann, wenn der Pfarrer gerade im Gottesdienst war. „Sie können nur als Gewohnheitsverbrecher bezeichnet werden“, sagte Richter Josef Große Feldhaus, Vorsitzender der 7. Strafkammer am Bochumer Landgericht, bei der Urteilsbegründung.

Vor allem das 45-jährige Familienoberhaupt sei schon seit 1999 immer wieder verurteilt worden – in den Niederlanden und in Österreich. Alle drei hätten Alias-Namen und wahrscheinlich nie legale Einkünfte bezogen. „Man hat alles, was man zum Leben brauchte, aus Diebstählen finanziert“, so Große Feldhaus. Nach den Festnahmen waren unter anderem massenhaft Armbanduhren, Ringe und silberne Löffel gefunden worden.

Nach Urteil: Haupttäter klatscht höhnisch in die Hände

Den Raubüberfall auf die Seniorin in Mülheim hatten die Angeklagten bis zuletzt vehement bestritten. Als sie dafür trotzdem verurteilt wurden, klatschte der mutmaßliche Haupttäter höhnisch in die Hände, seine Frau schimpfte lautstark. Was sie sagte, war allerdings nicht zu verstehen. Die Angeklagten kommen aus Serbien und Ungarn.

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