Theater

Ruhrorter sucht Mitstreiter für neues Theaterprojekt

Vier Aktive aus dem größeren Ruhrorter-Team: (v.l.) Adem Köstereli, Raghad Al-Khatib, Wanja van Suntum, Elisar Issa.

Vier Aktive aus dem größeren Ruhrorter-Team: (v.l.) Adem Köstereli, Raghad Al-Khatib, Wanja van Suntum, Elisar Issa.

Foto: Walter Schernstein

Im Mittelpunkt der siebten Theaterarbeit des Ruhrorter-Teams steht die Auseinandersetzung mit Ovids Metamorphosen

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Ruhrorter, das von Adem Köstereli angestoßene interkulturelle Theaterprojekt mit Geflüchteten, geht jetzt in die siebte Runde. Nach Auseinandersetzungen mit Novellen von Goethe und dem Orpheus-Mythos beschäftigt sich die am Theater an der Ruhr angesiedelte Gruppe, die im vergangenen Jahr mit dem Förderpreis des Ruhrpreises ausgezeichnet wurde, mit Ovid und dessen Metamorphosen. Für dieses Projekt sucht das Team jetzt sowohl Spieler, Techniker als auch einen außergewöhnlichen Aufführungsort. Unter anderem hatte die Gruppe bereits im ehemaligen Frauengefängnis, im leerstehenden Woolworth-Gebäude und in einem ungenutzten Schwimmbad gespielt. Gern würde Köstereli jetzt in einem ehemaligen Kirchenraum spielen.

Die Interessierten sollten möglichst älter als 18 Jahre sein, ein Limit nach oben gibt es nicht. Um mitmachen zu können, sind weder Deutschkenntnisse noch Erfahrungen im Theaterspielen erforderlich. Zwei, drei Mitstreiter des vorherigen Projektes wollen erneut mitmachen. Köstereli ist froh, dass der Germanist Alexander Weinstock, der das Thema auch vorgeschlagen habe, weiter bei Ruhrorter mitarbeitet.

Probebühne am 12., 13., 15. und 16. Januar

Ovid, der vor 2000 Jahren in der Nähe Roms in eine wohlhabende Familie geboren wurde, war aufgrund seiner Dichtung von Kaiser Augustus ohne Gerichtsverfahren oder Beschluss des Senats ans Schwarze Meer verbannt worden. Seine Versuche, sich zu rehabilitieren, blieben erfolglos. Immerhin durfte er Vermögen und Bürgerrechte behalten. Neben dieser biografischen Dimension reizt Köstereli der Inhalt der in den 12.000 Versen niedergeschriebenen Mythen. Metamorphose bedeutet Veränderung. Den Wandel einer Sprache, einer Kultur und Gesellschaft bringt immer ein Impuls von außen in Bewegung. Inhaltlich soll das sehr frei interpretiert werden und sich an den Talenten der Mitwirkenden orientieren. Bei dem Theaterprojekt handelt es sich weder Sozialarbeit noch um eine Leidensperformance.

Auf der Probebühne, Ruhrorter Straße, bietet das Team am 12. und 13. Januar von 15 bis 18 Uhr sowie am 15. und 16. Januar von 18 bis 21 Uhr offene Theaterworkshops an. Infos gibt es hier: adem@ruhrorter.com

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