Kunst

Ruppe Koselleck hat eine „Sparwildsau“ ausgewildert

Befindet sich dort vielleicht die Sparwildsau. Richtung Schloß Borich und dann zur Feilichtbühne wollte Koselleck gehen.

Befindet sich dort vielleicht die Sparwildsau. Richtung Schloß Borich und dann zur Feilichtbühne wollte Koselleck gehen.

Foto: Steffen T'ost

Mülheim.   Der Münsteraner Akltionskünstler sammelt, was er auf dem Boden findet. Immer wieder ist das Geld. Dafür hat er sich etwas Besonderes ausgedacht.

Den Münsteraner Künstler Ruppe Koselleck könnte man als Bodenkundler bezeichnen. Es sammelt, was er in seinen Streifzügen durch den Ort findet und dokumentiert es akribisch in seinen Büchern, versieht die Fundstücke mit Nummern und Fundort. Er fährt aber auch mit der Panierwalze über Bütten, wobei eindrucksvolle dreidimensionale Portraits des Bodens entstehen, die noch bis zum 5. Mai im Museum Temporär ausgestellt sind.

Immer wieder stößt der 51-Jährige auf Geld, Münzen und sogar Geldscheine. Das steckt er nicht in die eigene Tasche, um davon zu leben, sondern sammelt es. Neigt sich eine Ausstellung dem Ende zu, steckt er rund 50 Euro, darunter auch ausländische Währungen, in eine „Sparwildsau“, die er dann in der Stadt auswildert. Er will sie nicht verstecken, er hofft, dass sie gefunden wird und vom Finder geschlachtet wird.

Kontakte nach dem Zufallsprinzip

„Nach dem Zufallsprinzip kaufe ich mir so Kontakte“, erklärt der Künstler, der seine Visitenkarte in das Schwein gesteckt hat. Darauf findet der Finder einen Verweis auf die Künstlerseite im Netz sowie die Bitte, sich bei Koselleck zu melden. Er ist an den Berichten interessiert, wie der Finder auf die Sau aufmerksam geworden ist, was er sich dabei spontan gedacht hat? Vor allem aber interessieren ihn die Menschen und ihre Lebensgeschichten. Die will er sammeln für ein Buchprojekt mit dem Arbeitstitel „Die Kunst des Verlierens.“

Etwa die Hälfte der Finder meldet sich bei ihm. „Ich bin schon in Wohnungen gekommen, da würde ich sonst nie reinkommen“, erzählt er, wie bei der russischen Familie, die ihren Sohn dazu zwingen wollte, ein Instrument zu lernen. Es ist eine gute Summe, um jemanden einzuladen, „das Geld bei einer Sause auf den Kopp zu hauen.“ Die Ankündigung ist für ihn ein Anreiz, die Stadt bewusster wahrzunehmen.

Im Mülheimer Schwein (Nummer 17) sind Scheine aus Osnabrück, Wien und Münster. In Mülheim hat Koselleck ein gutes Gefühl, dass der Finder sich meldet.

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