Sauberkeit

Vermüllung in Mülheim: Melde-App als Lösung vorgeschlagen

Eine zerbrochene Glasflasche liegt am Sonntagmorgen auf der unteren Schloßstraße.

Eine zerbrochene Glasflasche liegt am Sonntagmorgen auf der unteren Schloßstraße.

Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Vermüllung bleibt ein großes Problem in Mülheim, wie unser Innenstadt-Rundgang am Sonntag zeigt. Die FDP fordert die Einführung einer Melde-App.

Auf der langen Mülheimer Mängelliste rückt ein Problem immer weiter nach oben: die massive Vermüllung. Illegale Abfallecken und zugemüllte Wegesränder verschandeln das Bild der Stadt auf massive Weise . Nun möchte die FDP dem Problem mit einer App Herr werden. Ein Rundgang am Sonntagmorgen.

An den Parkplätzen gegenüber dem Nordeingang am Mülheimer Hauptbahnhof sieht es schrecklich aus. Randvoll gefüllte Abfalleimer wurden hier rund um die Altglascontainer abgestellt. Neben einem ausrangierten Ofen liegen Damenstiefel und eine Handtasche im Dreck, durch das Gebüsch fliegen die Rechnung eines Sportgeschäfts, eine Toilettenrolle und eine Einwegmaske.

Eppinghofer Kreisel gleicht einer Müllhalde

Eine Ausnahme ist diese Ecke unter der Brücke keinesfalls. Auch der nur wenige hundert Meter entfernte Kreisverkehr auf der Eppinghofer Straße hat sich in eine Müllhalde verwandelt. Ähnlich wie eine Baustelle auf der Heißener Straße. Jede Menge Abfall wurde achtlos in die Baugrube geworfen. „Das sieht hier immer so aus“, sagt Oguzcan Terzi, der in Richtung Hauptbahnhof unterwegs ist.

Corona hat das Problem offenbar kaum verschlimmert. In Zeiten, in denen aufgrund verstärkter Essenslieferung mit wesentlich mehr Verpackungsmaterial zu rechnen ist, sieht es auf der Eppinghofer Straße – so zynisch das klingen mag – aus wie immer.

In Broich widmet sich eine Bürgerinitiative dem Thema

Der Stadtteil am Rande der City kann sicher nicht durch Sauberkeit punkten. Fast auf der gesamten Heißener Straße liegen Werbeprospekte am Straßenrand. Am Ende der Uhlandstraße hängt ein vergessener Bauzaun im Gebüsch, rund um die Container wurden ein Kinderwagen und ein kompletter Autositz abgestellt.

Auch andere Stadtgebiete können sich von der Problematik nicht freisprechen. Auf dem Saarner Pastor-Luhr-Platz etwa platzen die Abfalleimer oft aus allen Nähten. In Broich hat sich sogar bereits eine Bürgerinitiative gegründet, die dieses Problem angehen will. Die Mitglieder von „Gegen die Vermüllung des Broicher Viertels“ mussten nach einer Ortsbegehung konstatieren, „dass es der Stadt nicht mehr gelingt, dem Problem Herr zu werden“.

Mülheimer FDP setzt auf eine Müll-App

Die FDP bringt nun einmal mehr die Idee einer App ins Spiel. „Die Meldungen der Broicher haben mich fassungslos gemacht“, erklärt die Bezirksvorsitzende Linksruhr, Philippa Gerling. „Es muss endlich gehandelt und eine Lösung gefunden werden. Und zwar für ganz Mülheim.“

Daher wollen die Freien Demokraten im nächsten Umweltausschuss am 4. Dezember die Einrichtung des digitalen Mängelmelders „MÜLLweg! DE“ fordern. Mit Hilfe dieser Technik sollen Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit erhalten , der Mülheimer Entsorgungsgesellschaft (MEG) unkompliziert Problemstellen mitzuteilen. Die App deckt laut eigener Aussage fast alle Städte und Gemeinden in Deutschland ab. „Das wäre eine wichtige Verbindung zwischen dem Bürger und der MEG“, findet die FDP.

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