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Verpflegung seilten die Eltern in Mülheim vom Balkon ab

Früher gab es keine gesicherten Baustellenwege. Mutter und Sohn bahnen sich ihren Weg durch den Dreck zwischen den Schienen.

Früher gab es keine gesicherten Baustellenwege. Mutter und Sohn bahnen sich ihren Weg durch den Dreck zwischen den Schienen.

Foto: Sammlung Weck / Weck

Mülheim.  Der Mülheimer Heinz-Günter Brohn erinnert sich an die Kreuzung. Er kam in einer ehemaligen Papiermühle zur Welt und lernte in der Ruhr schwimmen.

„Es muss sich um die heutige Kassenbergkreuzung handeln. Gegenüber der linksseitigen Häuserzeile befindet sich das Bürogebäude der RWW. Auf dem zugehörigen Parkplatz habe ich Fahrradfahren und Rollschuhlaufen gelernt“, erinnert sich Heinz-Günter Brohn. Er wurde im damaligen hinteren Gebäude (Wohnungen für Einsatzfahrzeuge und Bereitschaft) geboren. Es war eine ehemalige Papiermühle an der einstigen Fabrikstraße.

„Im Sommer gingen wir in der Ruhr immer schwimmen. Nötige Verpflegung konnten unsere Eltern vom Balkon aus abseilen. Im Winter konnte man Schlittschuhlaufen. Damals fror der alte Arm der Ruhr noch zu“, schreibt Brohn.

Eine Schießerei in einer Kneipe am Mühlenberg

„Die genannte Kneipe ist tatsächlich dort gewesen. Hier hat sich mein Vater, wie damals üblich, sonntags zum Frühschoppen getroffen. Der damalige Wirt hatte den Spitznamen ‚der Bucklige‘ aufgrund einer körperlichen Behinderung. Auch die Schießerei ist real gewesen. Später hat der Wirt meines Wissens eine Gaststätte in Orsoy eröffnet und wurde von einem Einbrecher erschossen.“ Nachfolger in der Kneipe seien wohl „die Wirtsleute Erren, die später Gaststätten in Iserlohn und anschließend in der Nähe von Rothenburg an der Tauber eröffnet haben“, erläutert der Leser.

Spielparadies auf dem Brachland am Kassenberg

„Bei den Straßenbahnschienen handelt es sich um die Linie 11. Der Endhaltepunkt war der Klostermarkt in Saarn. Damals fuhr die Bahn noch den Kassenberg hinauf, da es die heutige breite Straße noch nicht gab. Dort war damals noch größtenteils Brachland und für uns Kinder ein Spielparadies. Schräg gegenüber der Kneipe in Richtung Saarn gab es die Bäckerei Portmann. In der abgebildeten Häuserzeile gab es wohl ein kleines Hutmachergeschäft. Ich glaube, dort hat meine Schwester damals Modistin gelernt“, schließt Heinz-Günter Brohn seine Erinnerungen.

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