Hinweisschilder

Wird der Bücherschrank in der Mülheimer Altstadt geplündert?

Bücherschrank auf dem Siegfried-Reda-Platz f

Foto: Oliver Müller

Bücherschrank auf dem Siegfried-Reda-Platz f

Mülheim.   Einer Leserin ist ein Mann aufgefallen, der sich die Taschen mit Literatur vollstopft und Bücher wegwirft. Betreiber bringt Hinweisschilder an.

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Der Bücherschrank an der Bachstraße in der Altstadt wird gut genutzt. Zahlreiche Menschen nehmen sich Bücher aus dem Schrank heraus und legen danach wieder eines oder mehrere Exemplare hinein – das Konzept basiert auf Ehrlichkeit. Von Konsalik-Romanen über Deko-Ratgeber bis hin zu Kriminalromanen ist dort alles an Literatur vertreten. Eine Leserin wundert sich jedoch, dass der Schrank seit einiger Zeit leerer ist als sonst.

Am 3. April habe sie gegen 18.45 Uhr beobachtet, wie ein junger Mann mit seinem Fahrrad vor dem Schrank hielt, zwei „sehr große Tragetaschen herausnahm und reihenweise die Bücher aus dem Schrank in die Taschen stopfte“. Einige Bücher habe er sogar herausgenommen und in die blaue Abfalltonne, die direkt gegenüber des Bücherschrankes steht, entsorgt. „Auf meine Frage, warum er die Bücher wegschmeiße, erwiderte er nur, die seien alt“, berichtet die Leserin. „Meine Entgegnung, dass es vielleicht auch für diese Bücher Interessenten gebe, schien ihm unverständlich.“ Ihre Frage, ob er die Bücher auf dem Trödelmarkt verkaufe, habe er aber verneint.

Bisher kein Ärger mit Vandalismus oder Diebstahl

Vor Ort treffen wir eine ältere Dame, die gerade neue Bücher gegen gelesene Exemplare eingetauscht hat. „Ich hole hier regelmäßig neuen Lesestoff und bringe die ausgelesenen Bücher wieder zurück“, sagt sie. Auch sie habe schon einmal einen jungen Mann dabei beobachtet, wie er große Taschen mit Büchern voll gepackt habe. „Das ist allerdings schon etwas länger her.“ Im Moment sei der Schrank tatsächlich ziemlich leer, sonst sei er meist besser gefüllt gewesen.

Federführend kümmert sich der Verein „Freundes- und Förderkreis Heimatmuseum Tersteegenhaus“ um die Pflege des Schrankes, der seit etwa vier Jahren auf dem Siegfried-Reda-Platz. „Bislang hat es keinen Ärger mit Vandalismus oder Diebstahl gegeben“, sagt dessen Vorsitzender Markus Püll. Seit Einrichtung des Bücherschrankes habe sich vor etwa einem Jahr verstorbene Heinz Hohensee regelmäßig um die Pflege gekümmert, er sei mindestens einmal die Woche dort gewesen und habe nach dem Rechten geschaut.“ Er war immer begeistert, wie gut gefüllt der Bücherschrank ist“, erinnert sich Püll. Seit seinem Tod und seit das Ter-steegenhaus eine Baustelle ist, sei der Bücherschrank aber „leider etwas in Vergessenheit geraten“.

Maximal fünf Bücher aus dem Schrank entleihen

Markus Püll hat nun einen Hinweiszettel am Schrank angebracht, der ans Gewissen der Nutzer appellieren soll. „Im Interesse aller Leserinnen und Leser, bitte ich darum, maximal fünf Bücher zu entleihen“, steht darauf geschrieben. Besonders schlimm finde er es, dass vereinzelt Bücher in umstehende Müllcontainer entsorgt werden. „Bücher aus dem Bücherschrank gehören nicht entsorgt, sondern gelesen und dann wieder zurück, um neue Bücher auszuleihen.“ Denn: „Wir als Bücherfreunde wollen doch nicht, dass der Bücherschrank entfernt wird.“

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