Politik

Zweikampf um den Chefsessel

Wer wird im Herbst neuer Chef im  Rathaus?

Wer wird im Herbst neuer Chef im Rathaus?

Mülheim.   Nur zwei Kandidaten treten in Mülheim bei der OB-Wahl am 13. September an.

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Schon das Wort „Wahlkampf“ ist bei diesen beiden Kontrahenten fast übertrieben. Menschlich, persönlich mag man sich, Fairness schreiben sie groß, und so steht den Bürgern in den nächsten Wochen mit Werner Oesterwind (CDU) und Ulrich Scholten (SPD) ein eher ruhiger Wahlkampf ins Haus, bei dem diesmal auch die politische Unterstützer-Prominenz nahezu außen vor bleibt.

Die CDU beginnt an diesem Wochenende mit dem Plakate kleben. An 1000 Standorten will die Union plakatieren, „die übliche Anzahl“, sagt Parteigeschäftsführer Thomas Mehlkopf-Cao. Mitte August werde es so etwas wie einen offiziellen Wahlkampfstart mit großem lokalem Parteiaufgebot auf dem Kurt-Schumacher-Platz geben, am 8. September erwartet man den Generalsekretär der CDU Deutschland, Peter Tauber. Das war’s dann auch schon. Großveranstaltungen sind verpönt, seitdem auch die großen Parteien erkannt haben, dass sich Hallen mit politischen Themen kaum noch füllen lassen.

Also tingelt Oesterwind nach Feierabend durch die Stadt, und das schon seit Monaten – vom Sommerfest zum Kleingartenverein, vom Sportplatz zum Ruhrufer, um Menschen zu treffen. „Ich will hören, was die Menschen bewegt“, sagt er und berichtet von bereits 180 Terminen dieser Art.

Über 100 Termine in Sachen Wahlkampf wahrgenommen

Die SPD verfährt nicht viel anders: Spitzenkandidat Ulrich Scholten wird auf die lokale Unterstützung der ortsansässigen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft bauen können. Am 29. August gibt es das große Familienfest der SPD in Broich. Ansonsten steht auch bei den Genossen der „aufsuchende Wahlkampf“ im Vordergrund, einschließlich Hausbesuche. Die CDU strebt sogar an, alle Mülheimer Haushalte zu erreichen.

Scholten hat bereits über 100 kleinere Termine in Sachen Wahlkampf wahrgenommen. Gesicht zeigen, vorstellen, ein paar zentrale Botschaften vermitteln, das ist das Ziel. Vor allem aber geht es beiden Kandidaten jedes Mal um den Appell: Liebe Leute, nutzt die Wahl! „Es liegt mir viel daran, dass der künftige OB von einer großen Zahl der Mülheimer gewählt wird“, betont Scholten. Beide Kandidaten machen sich um die Wahlbeteiligung Sorgen und sind froh, dass es bei ihrem Zweierduell keine Stichwahl mehr geben wird, egal, wie das Ergebnis ausfallen mag.

Inhaltlich spricht Oesterwind viel von Transparenz in der Politik, er redet oft über den Haushalt und den ÖPNV als die beiden großen Problemkinder. Die Schulden, die Innenstadtbelebung, die Sicherheit und Ordnung – das sind auch Themen bei Scholten. In der Stadt kursiert bereits die Frage: Unterscheiden sich die wirtschaftsnahen Kandidaten überhaupt? „Wir sehen die Herausforderungen, kennen die Problemlagen, aber in den Lösungswegen unterscheiden wir uns“, sagt Scholten, und Oesterwind meint bezogen auf die Lösungen: „Man sollte genau hinhören, so ähnlich sind wir gar nicht.“

Die Mülheimer OB-Kandidaten bei Abgeortnetenwatch

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