Ausstellung

Actopolis oder „die Kunst zu tagen“

Fünf Stellwandgruppen formen Halb- und Dreiviertelkreise: So präsentiert „Actopolis“ seine 46 Projekte von Oberhausen bis ins türkische Mardin.

Foto: Gerd Wallhorn

Fünf Stellwandgruppen formen Halb- und Dreiviertelkreise: So präsentiert „Actopolis“ seine 46 Projekte von Oberhausen bis ins türkische Mardin. Foto: Gerd Wallhorn

Oberhausen.   Ausstellung in der Alten Post bündelt vom 19. März bis 9. April die bisherigen Ergebnisse aus 46 Projekten von Oberhausen bis Mardin.

Das Kunstwort „Actopolis“ ergänzen die Veranstalter mit dem Slogan „die Kunst zu handeln“ – doch eigentlich müsste man schreiben: „die Kunst zu tagen“. Anschaulich macht das die heute und morgen mit einem Symposium eröffnende „Actopolis“-Ausstellung in der Alten Post, Eingang an der Poststraße.

Viele Fotos zeigen tagende Tischrunden, gelegentlich auch in Gärten – was ihnen gleich eine Picknick-Atmosphäre verleiht. Den eigentlichen Clou, jedenfalls für Liebhaber von Wimmelbildern, bieten die mit „Concepts“ überschriebenen Stellwände: ein Klein-Klein von Aufträgen, Gremien, Arbeitsschritten und dazwischen – Zeichnungen von tagenden Tischrunden.

Sammelsurium von 46 Projekten

Man muss die angestrengte Vertiefung mögen, um diesem Sammelsurium von 46 Projekten seit 2015 – jedenfalls in dieser Form der Aufbereitung – Erkenntnisse zu entnehmen. Zumal die Verantwortlichen der steilen These zuneigten, „dass wir an einem Problem arbeiten“, so Matthias Makowski vom Goethe-Institut in Athen.

Nur ein Problem? Im anatolischen Mardin leben syrische Flüchtlinge auf der Straße, sind die kurdischen Bürgermeister seit Monaten inhaftiert. Sarajevo benannte der Institutsdirektor als Hauptstadt eines „scheiternden Staates“. Vor dem Eingang der Alten Post saß gestern zwar auch ein stadtbekannter Berber in voller Wintermontur auf seinem Stühlchen – aber: Ist das alles nur ein Problem? Das von Makowski so genannte „Luxus-Projekt“ Actopolis repräsentiert die für Oberhausen zuständige Geheimagentur mit der Texttafel einer Klanginstallation auf dem Museumsgleis des Hauptbahnhofs. Das sind nicht ganz die urbanen Ödnisse, wie sie Vorstadt-Fotos aus Bukarest zeigen.

Für eine Stadt, „die uns allen gehört“

Die sympathischste Definition des gemeinsamen Actopolis-Nenners kam gestern von Angelika Fitz. „Es ist nicht naiv“, sagte die Direktorin des Architekturzentrums Wien, „an eine andere Stadt zu glauben, eine Stadt, die uns allen gehört.“

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