Gerichtsurteil

An Diabetes erkrankter Paul darf in die Kita – vorläufig

Die Eltern Daniel und Nina Hecht mit ihren Kindern Emma und Paul.

Die Eltern Daniel und Nina Hecht mit ihren Kindern Emma und Paul.

Foto: Daniel Hecht

Oberhausen.  Paul (2) hat Diabetes und ist auf besondere Betreuung angewiesen. Deshalb durfte er nicht in die Kita. Ein Gericht hat nun anders entschieden.

Paul darf in die Kita. Diese gute Nachricht hat Familie Hecht aus Oberhausen einer gerichtlichen Eilentscheidung zu verdanken.

Demnach ist die Krankenkasse der Familie verpflichtet, die Kosten für eine ganz besondere Betreuung des kleinen Paul zu übernehmen: Der Zweijährige ist an Diabetes erkrankt und braucht eine Pflegekraft, die seine Werte regelmäßig kontrolliert, auf die Ernährung des Jungen achtet und die Insulin-Pumpe des Kindes einstellt. Die Entscheidung ist aber nur ein vorläufiger Erfolg.

Denn das Urteil regelt die Übernahme der Kosten vorerst nur bis zum Ende dieses Jahres. So steht es in einem Bericht der Rheinischen Post, die bereits vor wenigen Tagen über die Entscheidung des Gerichts berichtete. 35 Stunden in der Woche bekommt Paul nun eine Betreuungsperson an die Seite gestellt, die ihn in die Kita begleitet und sich dort um sein Wohl kümmert.

Kampf gegen Windmühlen

Bereits im Februar erzählte uns Mutter Nina Hecht vom langwierigen Kampf für ihren Sohn. „Wir kämpfen gegen Windmühlen“, sagte sie damals. Stadt und Krankenkasse wurden sich nicht einig, wer die Kosten für die Betreuung übernehmen muss. Die Krankenkasse erklärte sich zwar zu einer anteiligen Übernahme der Pflegekosten bereit. Für die verbleibende Betreuung sah sie aber die Stadt Oberhausen in der Pflicht. Doch die habe monatelang nicht auf die Anfrage der Familie reagiert, ärgerte sich Nina Hecht bereits im Februar.

Die Folge war eine lange Hängepartie für die Familie, die nun – weitere fünf Monate später – endlich ein kleines Happy End zur Folge hat. Paul soll mit dem Kita-Besuch trotz seiner Diabetes-Erkrankung am „normalen“ Leben teilhaben, soll mit Kindern seines Alters spielen können statt ausschließlich zu Hause und mit der Familie zu toben und zu balgen.

Wie geht es im nächsten Jahr weiter?

Doch wie geht es im nächsten Jahr weiter? Familie Hecht hat längst eine Anwältin eingeschaltet, die sich seit Monaten für die Belange der Familie einsetzt und auch mit der Sozialverwaltung der Stadt Oberhausen verhandelt hat. Im Bericht der Rheinischen Post kündigen Familie und Anwältin an, weitere Prozesse anzustreben.

Ein Urteil könnte dabei richtungsweisend sein und nicht nur Paul zu einem dauerhaften Besuch einer Kindertagesstätte verhelfen. Eine entsprechende gerichtliche Entscheidung könnte klären, ob Krankenkassen grundsätzlich die Kosten einer Pflegeperson für an Diabetes erkrankte Kinder übernehmen müssen.

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