Aquapark Oberhausen

Aquapark Oberhausen: 20.000 Besucher mehr als 2018

Der Sprung ins kühle Nass: Im Dezember 2009 öffnete der Aquapark Oberhausen seine Türen.

Der Sprung ins kühle Nass: Im Dezember 2009 öffnete der Aquapark Oberhausen seine Türen.

Foto: Ralf Rottmann / WAZ FotoPool

Oberhausen.  Seit zehn Jahren lockt der Aquapark Oberhausen an der Marina jährlich bis zu 400.000 Besucher ins kühle Nass. Wir blicken zurück und voraus.

Als vorgezogenes Weihnachtsgeschenk kam der Aquapark Oberhausen bei seiner offiziellen Eröffnung am 4. Dezember 2009 daher. Denn eigentlich war der Startschuss erst für das Frühjahr 2010 geplant. „Doch im Gegensatz zur aktuellen Lage hat das Wetter perfekt mitgespielt“, erinnert sich OGM-Geschäftsleiter Hartmut Schmidt noch genau an die Montierung der knapp 20 Meter hohen Kuppel. Seit nunmehr zehn Jahren lockt das Freizeitbad an der Marina jährlich bis zu 400.000 Menschen ins kühle Nass. Ein Erfolg, der zunächst mit einem großen Einschnitt begann.

2005 ließ die Stadt von der Unternehmensberatung Prova ein Bäderkonzept erstellen, in dessen Zuge die Schließung der Bäder Ost, Osterfeld, Alsbachtal und Stadion Niederrhein beschlossen wurde. Stattdessen wurde mit dem Aquapark, dem Hallenbad Oberhausen und dem Hallenbad Sterkrade neue Bäder gebaut – beziehungsweise saniert. „Das war damals eine sehr mutige Entscheidung des Stadtrates, auch aus finanzieller Sicht“, sagt Hartmut Schmidt rückblickend. „Die Stimmung in der Bevölkerung war aufgewühlt, da Abschiede nie leicht fallen. Aber letztlich mussten wir den Schritt wagen, um einen Neuanfang einzuleiten.“

16 Monate Bauzeit, 20 Millionen Kosten

Über 35 Millionen Euro kosteten die Maßnahmen, 20 Millionen allein der Bau des Aquaparks. 16 Monate nach dem ersten Spatenstich im August 2008 wurde das Erlebnisbad eröffnet. Auf 13.000 Quadratmetern sollten in den drei Teilbereichen sowohl der Schwimmspaß als auch der Vereins- und Schulsport und Freibadcharakter eine Einheit bilden. „In dieser Form wohl einzigartig im Ruhrgebiet“, meint Aquapark-Geschäftsführer Dieter Vatheuer.

Das Thema Bergbau zog sich dabei seit dem Startschuss wie ein roter Faden durch den gesamten Badbereich. „Es sollte optisch ein Hingucker, aber auch informativ sein“, so Hartmut Schmidt. Neben dem Herzstück des Erlebnisbads, dem 18 Meter hohen Förderturmgerüst, waren es vor allem die beiden mehr als 100 Meter langen Rutschen „X-Tube“ und „Black Hole“, die nicht nur bei den jungen Badegästen für Nervenkitzel sorgten.

Umkleidebereiche „wurden viel zu kompakt gebaut“

Mittlerweile ist seit April vergangenen Jahres die neue „Knappenrutsche“ hinzugekommen, die auf dem 9.000 Quadratmeter großen Freibadgelände seitlich an der Kuppelhalle errichtet wurde. Eine Entscheidung, die besonders mit Blick auf besonders besucherstarke Tage getroffen wurde, wie Dieter Vatheuer erklärt. „Unser Ziel war eine Entzerrung der Besuchermassen. Zwar bleibt das Schlangestehen nicht aus, doch wartet man nun nicht mehr so lang.“

Überhaupt wolle sich der Aquapark ständig weiterentwickeln, aber auch aus Fehlern der Vergangenheit die richtigen Schlüsse ziehen. Beispielsweise wurden vor einigen Jahren die Umkleidebereiche durch einen Anbau um 300 neue Schränke sowie sechs Sammelumkleidekabinen erweitert. Die Zahl der Duschen wurde ebenfalls erhöht. Rund eine Million Euro investierte die OGM in diese Erweiterung. „Die Räume wurden viel zu kompakt gebaut, was auch zu Problemen mit der Hygiene geführt hat. Umso wichtiger war es, dass wir diese Defizite behoben haben“, so Hartmut Schmidt.

Alle zwei Jahre werden Mängel und Schäden beseitigt

Alle zwei Jahre wird mindestens eine Revision durchgeführt, um Mängel und Schäden zu durchleuchten. „Wir, aber auch die Besucher erwarten einen hohen Standard“, sagt Dieter Vatheuer. Dazu gehört auch in Zukunft, den Aquapark nicht allein als Schwimmerlebnis zu begreifen, sondern auch als Eventlocation. Und das nicht nur für die Oberhausener, die noch immer etwa 70 Prozent der Besucher ausmachen. „Auch aus den Niederlanden kommen in Verbindung mit dem Wohnwagenplatz an der Marina immer mehr Besucher weit über unsere Stadtgrenzen hinaus“, sagt Betriebsleiter Jens Vatheuer.

2020 stehen mit der neunten Auflage des Hafenfests oder dem Publik Viewing zur Fußball-Europameisterschaft im Außenbereich zwei große Events an. Wie immer sollen dabei Familien und Jugendliche im Mittelpunkt stehen. Doch auch neue Kundenkreise werden durch die seit Oktober angebotene Wassergymnastik angelockt. Denn in der Woche, besonders in den Morgenstunden, blieb das große Nichtschwimmer-Becken meist ungenutzt.

„Die Entwicklung ist sehr positiv. Im vergangenen Jahr hatten wir 20.000 Besucher mehr, als noch 2018“, sagt Dieter Vatheuer. Er führt diese Steigerung vor allem auf die neue Rutsche zurück. „Um auf dem Markt zu bestehen, muss man sich ständig weiterentwickeln. Nur durch neue Investitionen bleiben wir im Gespräch.“

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