Ausgrabungen

Archäologen in Oberhausen kämpfen mit Geld- und Zeitproblemen

Die Mitglieder des Vereins "Freunde der Archäologie Raum Oberhausen" graben an einer Baugrube an der "Krumme Straße" in Oberhausen-Holten.

Foto: privat

Die Mitglieder des Vereins "Freunde der Archäologie Raum Oberhausen" graben an einer Baugrube an der "Krumme Straße" in Oberhausen-Holten. Foto: privat

Oberhausen.   Altes Mauerwerk, historische Fußbekleidung: Die "Freunde der Archäologie Raum Oberhausen" haben wichtige Funde bei ihren Ausgrabungen gemacht. Doch nun wird die Zeit für die Oberhausener Kollegen von Indiana Jones knapp - und auch am Geld mangelt es.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Dass die Reise in die Vergangenheit bisweilen atemlos verläuft, erleben die Aktivisten des Vereins „Freunde der Archäologie Raum Oberhausen“. An zwei Projekten graben sie gerade oder bereiten eine Grabung vor, an beiden Stellen drücken nun Zeit- und Finanzprobleme.

Vermutlich in die letzte Woche gehen die Grabungen an einer Baugrube an der Krumme Straße in Holten. Wie Albert Karschti vom Verein nun mitteilt, ist die Baugenehmigung erteilt und mit dem Beginn der Bauarbeiten zu rechnen. In einer Art „Notgrabung“ soll zumindest ein Pflasterwerk gerettet werden, das auf die Zeit vor 1640 datiert ist.

Einigermaßen spektakulär dabei: In der vergangenen Woche fanden die Archäologen einen Schuh, der jetzt zwecks exakter Datierung zu den Experten des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) geht. Angesichts der nun erforderlichen Eile besonders bedauerlich: Ein Sponsor hat seine Zusage zurückgezogen, andere lassen sich viel Zeit – so viel, dass sie möglicherweise zu spät kommen.

Kosten von 400 Euro

Dabei geht es gar nicht um viel Geld, wie die Kosten für eine Datierung nach der sehr zuverlässigen und genauen Radiocarbon (C14)-Methode zeigen: 400 Euro. Die ersten von der Ruhruniversität Bochum durchgeführten Bohrungen an der vermuteten Turmhügelburg („Motte“) vor Burg Vondern sind am Wochenende in etwa so verlaufen, wie Kenner es erwartet hatten.

Der Boden ist in den Jahrhunderten vielfach belastet und zahlreichen Veränderungen unterworfen gewesen. Das erschwert zeitliche und sachliche Zuordnungen, so dass zum einen nochmals Bohrungen anstehen, zum anderen der C14-Einsatz manches erleichtern könnte. Aber der kostet eben 400 Euro...

Was die Voruntersuchungen in Vondern schon erkennen ließen, ist dies: Es gibt Mauerwerk im Abstand von anderthalb bis zwei Metern. Noch nicht ermittelt: Waren die Mauern tatsächlich so mächtig oder bilden sie lediglich die Begrenzung von Räumen?

Die Beantwortung dieser Fragen gäbe wichtige Aufschlüsse.

Der Verein FARO, gegründet im vergangenen Jahr, trifft sich übrigens am kommenden Samstag, 16. Juli, um 17 Uhr im Stadtarchiv an der Tackenbergstraße 54 zu seiner ersten Jahreshauptversammlung.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik