Naturschutz

Artenvielfalt am Autobahnkreuz überrascht

Wieviel Sterkrader Wald sich ums Autobahnkreuz erhalten hat, zeigt der Blick aus der Vogelperspektive – hier im Februar 2017.

Wieviel Sterkrader Wald sich ums Autobahnkreuz erhalten hat, zeigt der Blick aus der Vogelperspektive – hier im Februar 2017.

Foto: Hans Blossey

OBERHAUSEN.   Der BUND hatte zu einer Exkursion in den Sterkrader Wald geladen, um die Gefahren für die Natur durch den Umbau des Autobahnkreuzes aufzuzeigen.

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Der Sterkrader Wald war das Ziel einer Exkursion, zu der der Bund für Umwelt und Natur (Bund), Kreisgruppe Oberhausen, eingeladen hatte. Die Naturschützer wollten Bürger auf die nach ihrer Ansicht drohende Zerstörung eines wertvollen Lebensraumes hinweisen.

Cornelia Schiemanowski, Sprecherin der Oberhausener Kreisgruppe: „Der Sterkrader Wald ist durch den geplanten Ausbau des Autobahnkreuzes A2 / A3 / A516 bedroht. Deshalb wollen wir diesen Lebensraum und seine Artenvielfalt zeigen – mit besonderem Blick auf die Insekten. Denn die sind heute von drastischem Artenschwund bedroht.“

Typische Fließgewässerdynamik

Norbert Axt, stellvertretender Sprecher der Bund-Kreisgruppe Oberhausen, erläuterte die ökologischen Besonderheiten des Buchenwaldes und ging auch auf den im Sterkrader Wald mäandrierenden Handbach ein. Er entspringt nordwestlich von Königshardt, fließt zum Teil verrohrt oder kanalisiert durch den Norden und mündet in Biefang in die Emscher. Obwohl der Bach stellenweise begradigt und tiefer gelegt wurde, weist er eine typische Fließgewässerdynamik auf, erläuterte Axt: „Bachmäander und Mergelgruben dienen als Laichgewässer für gefährdete Amphibien und als Lebensraum zahlreicher Insektenarten.“

An einigen Stellen entdeckten die Teilnehmer der Exkursion typische Bewohner des Waldbaches: Steinfliegen-, Köcherfliegen-, Libellen- sowie einige Amphibienlarven wurden in mitgebrachten Becherlupen bestaunt. Selbstverständlich wurden alle Tiere nur kurz beobachtet und wieder in ihr Gewässer zurückgesetzt.

Entlang der Wege zeigte sich der Frühling: Buschwindröschen, Knoblauchsrauke, Goldnessel und einzelne Ginstersträucher in voller Blüte. An Wegrändern gedeihen junge Pflanzen des „Drüsigen Springkrauts“. Sie erreichen in kurzer Zeit bis zu zwei Meter Höhe und verdrängen andere Pflanzen.

Baumstümpfe bieten Lebensraum

Wie Hütchen wirkten die Gallen an jungen Buchenblättern. In jeder befindet sich eine Larve der Buchen-Gallmücke. Abgestorbene Baumstümpfe bieten Insekten und ihren Larven Lebensraum. Etwas Geduld ermöglichte den Exkursionsteilnehmern einen Blick in die Gemeinschaft aus Hundert-, Tausendfüßern, Asseln, Laufkäfern, Schnecken, Regenwürmern.

Kröte wird zum Fotomodell

Aus einem Hohlraum unter einem abgestorbenen Ast lugte eine Erdkröte, die zum begehrten Fotomodell wurde. Am Ende des Spaziergangs staunten alle Teilnehmer über die Artenvielfalt; ein Teilnehmer sagte: „Der Sterkrader Wald sollte unbedingt erhalten werden.“ Eine Ansicht, die die Naturschützer teilen.

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