Arbeiterwohlfahrt

Astronauten sammeln Zukunftswünsche für Awo Oberhausen

Astronauten – oder ist’s ein freundlicher Außerirdischer – sammelten Wünsche  für die nächsten 100 Jahre der Awo. Später werden diese in einer Zeitkapsel verewigt. Und Zeit für ein Erinnerungsfoto war natürlich auch.

Astronauten – oder ist’s ein freundlicher Außerirdischer – sammelten Wünsche für die nächsten 100 Jahre der Awo. Später werden diese in einer Zeitkapsel verewigt. Und Zeit für ein Erinnerungsfoto war natürlich auch.

Foto: Jörg Schimmel / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Auf ihre vielen sozialen Aufgaben machte die Arbeiterwohlfahrt am 100. Geburtstag mit einem bunten und bestens besuchten Straßenfest aufmerksam.

Sie organisiert die Betreuung an Ganztagsschulen, stellt Schulsozialarbeiter, betreibt Kindertagesstätten und Altenheime, bildet in der Altenpflege aus. Sie unterhält Treffpunkte und Wohnquartiere für alte Menschen, setzt sich für die Integration von Zuwanderern und die Betreuung von Geflüchteten ein. Seit 100 Jahren gibt es die Arbeiterwohlfahrt (Awo) als deutschlandweiten Wohlfahrtsverband. Das war am Samstag Grund genug, die ganze Vielseitigkeit der Awo auch in Oberhausen bei einem Straßenfest auf der Elsässer Straße zu präsentieren. Auch wenn es die Awo als Verein in dieser Stadt erst seit 1957 gibt.

Viele Besucher zogen von VHS zu Awo und retour

Weil zeitgleich die Volkshochschule ganz in der Nähe ihr 100-Jähriges feierte, mangelte es an Besuchern auch bei der Awo nicht. Viele Besucher beider Jubiläumsveranstaltungen nutzten offenbar die zeitliche Überschneidung, um beiden Festen ihren Besuch abzustatten.

Bei der Awo lag der Schwerpunkt mehr beim Feiern. Drehorgelspiel empfing die Besucher. Ein Animateur sang Kinderlieder zum Mitmachen. Beschäftigte der Awo-Kitas hockten auf dem Boden und boten verschiedene Spiele an, das Bauen mit zusammensteckbaren Stäben zum Beispiel oder das Programmieren eines Käfers für ein Brettspiel. An anderer Stelle wurde mit Kindern Hüte aus Zeitungspapier gebastelt, konnte mit Knetmasse gespielt werden. Zwei Mädchen pausierten gerade und ließen sich Zuckerwatte schmecken. An der Einmündung zum Friedensplatz waren ganze Kisten mit Spielsachen geöffnet, konnte unter anderem mit Tellern jongliert werden. Wenige Meter testeten Kinder ihren Gleichgewichtssinn in einem Geschicklichkeits-Parcours.

„Monopoly-Spiel“ nennt die solidarischen Werte der Awo

Nebenan war ein „Monopoly-Spiel“ auf dem Boden ausgelegt und die Straßennamen nach den Werten der Awo umgestaltet worden. Nicht mehr um Profitstreben ging es, darum, den Mitspieler in die Pleite zu drängen, sondern darum, die Dienste des Verbandes kennenzulernen, das Mehrgenerationenhaus an der Klosterhardter Straße etwa oder die Pflegeschule an der Rosenstraße.

Auch auf einer Bühne in Höhe der Lichtburg wurde Programm geboten. Direkt neben dem Kino-Eingang faszinierte ein Marionettenspieler mit seiner Spielkunst. Im Kino selbst hatte die Awo den großen Saal gemietet, zeigte dort unter anderem einen Dokumentarfilm zu ihrer Geschichte. Beliebter aber war ein Kinderfilm, in dem sich die Kitas der Awo präsentierten.

„Damit auch die ,kleinen’ Leute eine Anlaufstelle haben“

Hochbetrieb herrschte den ganzen Tag über im Café Klatsch, dem Seniorentreff, wo Tanzmusik gespielt wurde. „Ich bin hier ab und an zu Gast“, berichtet Renate Knaup aus dem Theaterviertel. Ihre Mutter sei Mitglied bei der Awo gewesen. Sie selbst habe als Kind natürlich nicht verstanden, worum es da ging. Was die Awo heute so alles bietet, das hält sie für sehr wichtig, überlegt sogar, Mitglied zu werden. „Es ist wichtig, dass es solche Institutionen gibt, damit auch die ,kleinen’ Leute eine Anlaufstelle haben“, sagt die 70-Jährige.

Astronauten stolzierten in Kostümen des Theaters über die Elsässer Straße und sammelten Wünsche für die Zukunft der Awo ein. Ein Illustrator setzte sie gestalterisch auf einer Litfaßsäule um.

Anna Polke trat als Marie Juchacz auf

Bürgermeisterin Elia Albrecht-Mainz, Vorsitzende der Oberhausener Arbeiterwohlfahrt, hatte das Fest am Mittag eröffnet. Neben ihr stand auch Marie Juchacz, die Gründerin des Verbandes, auf der Bühne. Verkörpert wurde sie von Schauspielerin Anna Polke. Jochen Kamps, Awo-Kreisgeschäftsführer, zeigte sich mit der Resonanz bei der Bevölkerung sehr zufrieden. „Jede unserer rund 20 Einrichtungen hat sich hier dargestellt. Wir wollten mit dem Straßenfest unsere Verbundenheit mit der Bevölkerung zeigen“, erklärte er. Das sei offenbar gelungen.

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