Nach Spurwechsel

Auffahrunfall bei Tempo 150 - Verursacher haftet komplett

Der Unfall auf der A 31 ereignete sich im Jahr 2015.

Der Unfall auf der A 31 ereignete sich im Jahr 2015.

Foto: Birgit Schweizer (Archiv)

Hamm/Oberhausen/Dortmund/Bottrop.   Dortmunder Autofahrer wechselt plötzlich die Fahrbahn. Oberhausener kann bei Tempo 150 nicht mehr bremsen. Zahlen muss der Spurwechsler.

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Nach einem Auffahrunfall auf der A 31 bei Bottrop steht einem Autobesitzer aus Oberhausen Schadensersatz zu. Der Verursacher des Zusammenstoßes muss 7640 Euro zahlen. Das hat das Oberlandesgericht (OLG) Hamm jetzt entschieden und damit das Urteil des Landgerichts Essen aus erster Instanz bestätigt.

Der heftige Crash auf der Autobahn ereignete sich am 14. Mai 2015. Der damals 30-jährige Sohn des Oberhauseners war mit dessen Seat auf der linken Spur mit Tempo 150 unterwegs und wollte einen zum Unfallzeitpunkt 45-jährigen Dacia-Fahrer aus Dortmund in der rechten Spur überholen, als der „ohne ersichtlichen Grund“, so das OLG, und ohne zu blinken die Fahrbahn wechselte. Der Seat-Fahrer konnte weder noch rechtzeitig bremsen und auch nicht mehr ausweichen, nach der Kollision blieb der Dacia auf dem Dach liegen.

Verursacher aus Dortmund haftet zu 100 Prozent

In der zweiten Instanz ging es um die Frage, ob der Oberhausener zu 25 Prozent mithaften müsse, weil sein Sohn die in Deutschland geltende Richtgeschwindigkeit von 130 Stundenkilometern auf Autobahnen um 20 km/h überschritten hatte. Nein, sagt das OLG.

Trotz dieser „maßvollen“ Überschreitung hafte der Verursacher aus Dortmund zu 100 Prozent. Er habe „den Unfall verschuldet, weil er den Fahrstreifenwechsel nicht rechtzeitig und deutlich angekündigt und auch nicht so ausgeführt habe, dass eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen gewesen sei“, so hatte es bereits das Landgericht gesehen und dem Dortmunder ein „grobes Verschulden“ attestiert.

Der Sohn des Klägers habe auf der „vor den beiden Fahrzeugen freien Autobahn nicht mit einem plötzlichen Spurwechsel des Beklagten rechnen müssen. Die Geschwindigkeit von 150 km/h sei mit den Straßen- und Sichtverhältnissen vereinbar gewesen.“

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