Rohrbruch

Ausfall der Wasserversorgung verunsichert viele Menschen

200.000 Menschen waren nach Rohrbruch zeitweilig ohne Trinkwasser.

200.000 Menschen waren nach Rohrbruch zeitweilig ohne Trinkwasser.

Foto: Michael Dahlke

Oberhausen.  Rohrbruch legt Wasserversorgung in Oberhausen lahm. Ist die Stadt für den Notfall gerüstet? Wie werden Krankenhäuser und Feuerwehr versorgt?

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Mehr als 150.000 Menschen in Oberhausen waren in der Nacht von Donnerstag auf Freitag von der Wasserversorgung abgeschnitten. Das hat für große Verunsicherung gesorgt: Hunderte Anrufer haben sich ab 21.50 Uhr bei Polizei und Feuerwehr gemeldet – und so die Notfall-Leitungen blockiert.

Die Internetseite der zuständigen Rheinisch-Westfälischen Wasserwerksgesellschaft (RWW) hielt dem Ansturm der Online-Anfragen nicht stand und war wegen Überlastung für mindestens eine Stunde nicht zu erreichen.

RWW will Folgen des Rohrbruchs schnellstmöglich beseitigen Gegen 23.30 Uhr floss in den meisten Haushalten das Wasser wieder. Oberhausen wird seitdem über eine Ersatzleitung mit Wasser versorgt. Die rund 100 Jahre alte Hauptleitung war in der Nacht auf Mülheimer Stadtgebiet gerissen, eventuell ist ein Rohrstück herausgeplatzt. Techniker haben das Erdreich in Styrum bereits ausgehoben und untersuchen den Schaden.

Vom RWW-Wasserwerk in Mülheim führt eine große Haupt-Versorgungsleitung durch das Oberhausener Stadtgebiet. Von dieser Hauptleitung zweigen dann immer kleinere Leitungen ab. Ein Großteil der Hauptleitung sei mit einer ausreichenden „Redundanz“ ausgestattet, erklärt RWW-Sprecher Ramon Steggink. Heißt: Neben der eigentlichen Leitung gibt es eine weitere, die nur dann in Betrieb genommen wird, wenn die eigentliche Leitung ausfällt. So war es auch in diesem Fall.

Zwei Quellen versorgen die Stadt

Und wenn auch dies nicht funktioniert oder das Wasser aus anderen Gründen für eine längere Zeit ausfällt? Auch dafür gibt es Notfallpläne. Sind Zuleitungen kleinerer Straßen betroffen, die über keine Notfall-Leitung verfügen, richten Techniker der RWW etwa Standrohre ein. Damit Anwohner dort Trinkwasser zapfen können.

Die Stadt Oberhausen verfüge über mehrere Grundwasser-Notbrunnen, erklärt Stadtsprecher Ralf Terlau auf Nachfrage. Auch aus diesen würden Oberhausener Bürger im Notfall mit sauberem Wasser versorgt werden.

Krankenhaus-Versorgung im Notfall gesichert

Die Versorgung von sensiblen Institutionen wie Krankenhäusern sei im Notfall ebenfalls gesichert, beruhigt RWW-Sprecher Ramon Steggink. Denn diese seien in der Regel durch zwei unabhängige Einspeisungen versorgt. Wenn eine ausfällt, dient die andere als Ersatz.

Selbst wenn es ganz arg kommt und die Versorgung von der Ruhr abgeschnitten ist, könne das Wasserwerk eine Grundversorgung wieder aufbauen, erklärt Steggink. Denn Oberhausen bezieht Wasser aus zwei unterschiedlichen Quellen: aus der Ruhr im Süden und aus dem Grundwasser des Wasserwerkes Dorsten im Norden.

Feuerwehren der Nachbarstädte sofort alarmiert

Mit Wasser versorgt sein müssen nicht nur Krankenhäuser, sondern auch die Feuerwehr. Für Notfälle stehe immer Wasser bereit, erklärt Stadtsprecher Ralf Terlau. Kurz nach dem Ausfall der Versorgung am Donnerstagabend stellten die Oberhausener Wirtschaftsbetriebe (WBO) zwei Tanklastzüge mit jeweils 6000 Litern Wasser zur Verfügung. Einen weiteren Tankwagen mit zusätzlichen 4000 Litern Wasser hielt die Feuerwehr selbst vor.

Vorsorglich werden in Fällen wie diesen immer auch die Feuerwehren der Nachbarstädte alarmiert, damit diese im Notfall helfen, etwa wenn auf Oberhausener Stadtgebiet ein Feuer ausbricht.

Wie massiv das Leck an der Hauptleitung war, zeigen die Auswirkungen des Rohrbruchs: Die Decke auf der Mülheimer Straße Stockhecke hob sich wegen der großen Wassermassen an, Keller angrenzender Wohnhäuser liefen zum Teil bis zur Decke voll Wasser.

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