Emscher-Umbau

Baustelle sorgt für Sperrungen in Buschhausen

Ganz schön imposant: Schon 2016 hat die Emschergenossenschaft an der Forsterbruchstraße gebaut. So riesig wie hier sind die Rohre, die jetzt verbaut werden, jedoch nicht.

Foto: Gerd Wallhorn

Ganz schön imposant: Schon 2016 hat die Emschergenossenschaft an der Forsterbruchstraße gebaut. So riesig wie hier sind die Rohre, die jetzt verbaut werden, jedoch nicht.

oberhausen.  Die Emschergenossenschaft errichtet eine Regenwasserbehandlungsanlage; dafür werden bis Ende 2019 einige Straßen halbseitig gesperrt.

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Die Emschergenossenschaft baut zurzeit eine Regenwasserbehandlungsanlage an der Forsterbruchstraße in Buschhausen. Dafür sind die Gartroper- und die Bayernstraße bis Mai 2019 halbseitig gesperrt worden. Die Emschergenossenschaft bittet um Verständnis.

In einer Regenwasserbehandlungsanlage wird sauberes Regenwasser von schmutzigem Abwasser getrennt. Im sogenannten Stauraumkanal wird bei starken Niederschlägen das Mischwasser zunächst „angehalten“ und beruhigt. „Dabei kommt das physikalische Gesetz der Schwerkraft zum Tragen“, erklärt Ilias Abawi, Sprecher der Emschergenossenschaft. „Die schwereren Schmutzsedimente setzen sich nach unten ab und können gedrosselt durch eine Ableitung in den Abwasserkanal und anschließend zur Kläranlage transportiert werden.“

Ökologisch und ökonomisch sinnvoll

Das oben schwimmende, weitgehend saubere und nicht-klärpflichtige Regenwasser dagegen kann nach Erreichen einer bestimmten Menge und Höhe über eine Schwelle ins Gewässer schwappen.

Mit Hilfe der Stauraumkanäle und Regenwasserbehandlungsanlagen erhalten die Gewässer also weitgehend sauberes Wasser, während die Abwasserkanäle und insbesondere die Kläranlagen entlastet werden. Ilias Abawi: „Das ist nicht nur ökologisch äußerst sinnvoll, sondern auch ökonomisch – denn die Abwasserkanäle müssen nicht mehr durchgängig übergroß dimensioniert werden. Das senkt die Baukosten erheblich.“

Zudem gehöre sauberes Regenwasser ins Gewässer und nicht in die Kläranlage, wo es unnötigerweise noch einmal für viel Geld gereinigt würde.

Ende 2020 weitgehend vom Abwasser befreit

In Buschhausen baut die Emschergenossenschaft einen 250 Meter langen Kanal mit einem Innendurchmesser von 1,60 Metern von der Bayern- bis zur Forsterbruchstraße. Darüber hinaus wird ein 340 Meter langer Kanal mit einem Innendurchmesser von 1,80 Metern von der Gartroperstraße entlang der Nordbeeck bis zur Forsterbruchstraße erstellt.

Das Schmutzwasser aus diesen Zuleitungen wird künftig in den großen Abwasserkanal Emscher (AKE) eingeleitet, der saubere Regenwasseranteil in die abwasserfreie Emscher. Die Bauarbeiten in Buschhausen sind aktuell bis Ende 2019 terminiert.

Damit aber ist die Gesamtmaßnahme Emscher-Umbau nicht beendet. Voraussichtlich Ende 2020 aber soll die Emscher, die einst der dreckigste Fluss Europas war, weitgehend wieder vom Abwasser befreit sein. Zudem soll das Gewässer dort, wo es der Platz zulässt, naturnah umgestaltet werden.

>>>>> Über 5 Milliarden Euro verbaut

Die Emschergenossenschaft, ein öffentlich-rechtliches Wasserwirtschaftsunternehmen, wurde 1899 als erste Organisation dieser Art in Deutschland gegründet.


Seit 1992 plant und verwirklicht sie das Generationenprojekt Emscher-Umbau, in das in rund 30 Jahren etwa 5,3 Milliarden Euro investiert werden.

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