Polizei

Bei der Oberhausener Polizei geht kein Notruf mehr ins Leere

Die Polizei Oberhausen hat eine neue Leitstellentechnik.

Die Polizei Oberhausen hat eine neue Leitstellentechnik.

Foto: Fabian Strauch

Die Polizei hat ihre Leitstellentechnik verbessert. Die Bedienung läuft nun einfacher und effizienter. Anonyme Anrufe sind nicht mehr möglich.

Digitaler Fortschritt bei der Polizei: Dank neuer Technik in der Leitstelle, in der die Notrufe unter der 110 eingehen, ist einfacheres und effizienteres Arbeiten für die Beamten möglich. Kein Notruf geht mehr ins Leere, etwa weil alle Leitungen belegt sind, und kein Notruf kann mehr verloren gehen, wenn beispielsweise ein Anrufer mitten im Gespräch auflegt. Thomas Holdschlag, Chef der Oberhausener Leitstelle, erläutert, dass im Falle eines Defekts nun beispielsweise die Essener oder Duisburger Behörde übernehmen können. „Ziel ist es, dass alle Polizeibehörden auf dem gleichen Technikstand sind. Vorher gab es überall unterschiedliche Technik, die teils aufgrund veralteter Teile nicht mehr ausgetauscht werden konnte“, sagt der 54-Jährige.

Die Bedienoberflächen bei den neuen Programmen wurden einheitlich gestaltet, fast alles läuft per einfachem Mausklick. Mit der alten Technik mussten die Oberhausener Polizisten seit 2001 auskommen. „Damit war unsere Behörde aber nicht die Älteste“, erzählt Holdschlag schmunzelnd. Für eine ruhige Arbeitsatmosphäre gibt es kabellosen Headsets. Bereits seit 2013 nutzt die Oberhausener Polizei Digitalfunk, mit dem bundesweit Funksprüche abgesetzt werden können. Dazu kommt der „Norumat“, die besondere Telefonanlage. Die Beamten nutzen „Voice over IP“, das heißt sie telefonieren über das eigene Intranet, was sicherer ist. „An fünf Standorten in NRW stehen Computerserver, die alle ankommenden Gespräche in Echtzeit an die richtigen Stationen umleiten“, erklärt Holdschlag.

Pro Jahr 57.000 Notrufe

Und: „Durch die Zwangsübermittlung sind keine anonymen Anrufe mehr möglich, auch nicht, wenn auf dem Telefon die Rufnummerunterdrückung eingeschaltet ist“, sagt der Polizist. Bricht ein Gespräch unbeabsichtigt ab, kann die Leitstelle den Anrufer zurückrufen. „Wir sehen außerdem auf welcher Leitung der Anruf kam, wie lange er dauerte und welcher Beamte ihn angenommen hat.“

Pro Jahr gehen im Schnitt 57.000 Notrufe bei der Oberhausener Polizei ein. Außerdem gibt es rund 33.000 außenveranlasste Einsätze, das heißt diese werden nicht nur per Notruf gemeldet, sondern beispielsweise nach Ansprache einer Streife oder persönlich auf der Wache. An den Stadtgrenzen und auf Autobahnen kann es vorkommen, dass andere Polizeibehörden angerufen werden, obwohl der Weg aus Oberhausen kürzer ist. In diesem Fall oder bei blockierten Leitungen, da naturgemäß nur so viele Beamte Anrufe annehmen können, wie Personen vor Ort sind, leitet das Systeme die Anrufe an eine andere Behörde weiter. Dort wird der Notruf aufgenommen und schriftlich an die ursprüngliche Behörde zurückgeschickt. Generell leitet das neue System Anrufe nach bestimmten Parametern weiter, Einsätze nach Dringlichkeit vergeben und nicht nach Reihenfolge der Anrufe. Ruhestörungen müssen daher schon mal warten, ein schwerer Unfall hat beispielsweise Vorrang.

Aktueller Standort über GPS

Drücken Polizisten in ihren Streifenwagen den Alarmknopf, sieht die Leitstelle den aktuellen Standort des Wagens über GPS und es wird eine automatische Funkverbindung aufgebaut. Das, so Holdschlag, geschehe glücklicherweise aber höchst selten.

>>> Leitstelle zieht ebenfalls um

  • Derzeit sind 45 von 47 Polizeibehörden in Nordrhein-Westfalen mit der neuen Technik ausgerüstet. Es fehlen noch Bochum und Aachen. Wer außerhalb der üblichen Bürozeiten die zentrale Nummer 826-0 anruft, landet automatisch in der Leitstelle. Alle eingehenden Anrufe werden nach einem Monat gelöscht, außer sie werden noch für Zeugenaussagen gebraucht.
  • Im Zuge der Renovierung im Oberhausener Polizeipräsidium zieht die Leitstelle ebenfalls auf das alte Babcock-Gelände.

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