Freizeitvergnügen

Bei Oberhausener Familien werden Schrebergärten beliebter

Geharkte Wege und sauber gestutzte Hecken finden sich in der Kleingartenanlage am Rechenacker zuhauf. Im Bild: Frank Kemper.

Foto: Fabian Strauch

Geharkte Wege und sauber gestutzte Hecken finden sich in der Kleingartenanlage am Rechenacker zuhauf. Im Bild: Frank Kemper. Foto: Fabian Strauch

Oberhausen.   1700 Gärten besitzen die Oberhausener Kleingartenvereine. Sie werden immer beliebter – und haben das einstige Spießerimage fast abgelegt.

Schrebergärten liegen im Trend bei jungen Leuten, vor allem bei jungen Familien. Das beobachten derzeit die Oberhausener Kleingartenvereine. Mit dem Kauf eines Schrebergartens ist auch der Eintritt in einen der 26 Kleingärtenvereine Oberhausens verbunden.

„Freie Gärten unter den insgesamt über 1700 Parzellen in Oberhausen gibt es aber noch und die Wartezeiten sind sogar recht kurz“, berichtet Alfons Lengsfeld, Beisitzer des Kreisverbandes der Kleingärtner und Vorsitzender des Vereins „Am Mühlbach“.

Tief in die Tasche greifen

Wer sich einen Kleingarten zulegen möchte, muss zum Teil aber tief in die Tasche greifen: „Ist ein Kleingarten frei oder steht er zum Verkauf, findet eine Wertermittlung nach den Richtlinien des Kreisverbandes statt“, erklärt Lengsfeld. „Je nach Lage, Größe, Alter, Zustand und Baumaterial der Laube schwanken die Preise zwischen 1020 und 14 300 Euro.“

Die Gründe für den Trend zum Kleingarten sind unterschiedlich: Die einen wünschen sich einen Rückzugsort vom Alltagsstress, die anderen möchten ihren Kindern zeigen, dass die Möhren nicht im Supermarkt wachsen.

Aber auch die Kleingartennutzung als Kinder- oder als Party-Garten, in dem abends gefeiert oder gegrillt wird, ist nicht selten ein Grund für die Anmietung einer Fläche, weiß Alfons Lengsfeld. Dabei gehe die eigentliche Idee des Kleingartens leider häufig verloren: „Es wird oft vergessen, dass wir ein Kleingartenverein sind, der öffentlich gefördert wird und damit für die Kleingartennutzung steht“, erklärt Lengsfeld.

Vorschriften müssen eingehalten werden

Damit spielt er auf die Vorschriften für Kleingärtner an: Laut Bundeskleingartengesetz muss mindestens ein Drittel der Gartenfläche zum Anbau von Obst oder Gemüse genutzt werden. Welche Sorten die Kleingärtner anpflanzen, bleibt jedem selbst überlassen. Dietmar Radener, Kassierer des Kleingartenvereins Schönefeld 1932: „Besonders beliebt sind mittelhohe Obstbäume, Spalierobst, Gemüse und Möhren.“

Dabei ist das alte Vorurteil, der Kleingarten sei ein schreckliches Spießer-Idyll mit tausend Regeln – und daher mit viel Ärger und wenig Spaß verbunden – längst überholt. Kleingartenvereine bemühen sich mit Tanz- und Grillfesten um ein lockeres Image – und drücken auch bei der Auslegung strenger Regeln mal ein Auge zu.

Einzelgänger nicht so gerne gesehen

Doch die überzeugten Kleingärtner weisen auch darauf hin, dass man sich als Neuling bewusst sein sollte, mit dem Kauf eines Gartens zum Teil einer Gemeinschaft zu werden. Einzelgänger werden hier nicht so gerne gesehen. Das Vereinsleben spielt bei Kleingärtnern eine große Rolle, es werden neben den Jahresversammlungen viele gemeinsame Freizeitveranstaltungen angeboten.

>>> Kontaktmöglichkeit

Die Anzahl der Kleingärtenpro Verein in Oberhausen reicht von 16 Parzellen bis üppigen 253. Der Kleingartenverein Schönefeld 1932 e.V. ist mit 253 Kleingärten der größte Verein.

Die Fläche der insgesamt 1700 Kleingärten in Oberhausen beträgt ungefähr 90 000 Quadratmeter. Kontakt per Mail an: info@kleingaertner-oberhausen.de oder unter 0208-864850.

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