Straßenverkehr

Blindenleitspur führt zu nah am Verkehrsschild vorbei

Am Kreisverkehr am Besenbinder-Denkmal in Oberhausen führt das auf dem Gehweg angebrachte Blindenleitsystem zu nah an einem Verkehrsschild vorbei

Foto: Jörg Schimmel

Am Kreisverkehr am Besenbinder-Denkmal in Oberhausen führt das auf dem Gehweg angebrachte Blindenleitsystem zu nah an einem Verkehrsschild vorbei Foto: Jörg Schimmel

Auf dem Bürgersteig parkende Autos, Schilder mitten auf dem Weg: Für Sehbehinderte gleicht die Königshardter Straße einem Hindernisparcours.

Oberhausen/Königshardt. 138 Schlaglöcher zählte Anwohner Werner Wölm auf der Königshardter Straße. Die Stadt kündigt einen neuen Belag für diese zentrale Durchgangspassage in Königshardt an (wir berichteten). Diese gute Nachricht nimmt Leser Herbert Schräder zum Anlass, um auf ein weiteres Problem an gleicher Stelle aufmerksam zu machen.

Der 78-Jährige ist stark sehbehindert. Deshalb weiß er aus eigener Erfahrung: „Die Königshardter Straße gleicht für behinderte Menschen einem Hindernisparcours.“ Da die Parkbuchten dort zu schmal sind, hat die Stadt extra Schilder aufgestellt, dass an diesen Stellen mit einem Reifen auf dem Bürgersteig geparkt werden muss. „Wissen Sie, was das bedeutet?“, fragt Schräder. „Wenn ich mit meinem Stock dort über den Bürgersteig laufe, konzentriere ich mich ganz auf den Boden – und donnere dann unvermittelt mit der Schulter vor einen Außenspiegel.“ Hindernisse stellten aber auch die von der Stadt zusätzlich aufgestellten Hinweisschilder selbst dar. „Die befinden sich sogar zum Teil mitten auf dem Gehweg“, sagt Schräder kopfschüttelnd.

Gefahr für Passanten mit Rollator oder Rollstuhl erhöht

Für Radfahrer habe man auf der Straße durch diese Maßnahmen zwar die Durchfahrt verbessert. Doch für Sehbehinderte, für Passanten mit Rollator oder Rollstuhl zeitgleich die Gefahren erhöht.

Die Schilder auf der einen Seite, auf der anderen die bis in den Bürgersteig hineinragenden Treppenstufen der anliegenden Häuser – fast jeder Gang in den Ort endet für Herbert Schräder mit blauen Flecken, sagt er.

Den Gipfel aber stellt für ihn die eigentlich gut gemeinte Rillenführung im Kreisverkehr am Besenbinder-Denkmal dar: „Wer vom Nordfriedhof kommt, das Blindenleitsystem am Boden auf dem rechten Streifen nutzt und dann von der Königshardter Straße in die Hartmannstraße abbiegen will, knallt fast frontal vor ein Verkehrsschild. Auch diese leidige Erfahrung hat Herbert Schräder bereits machen müssen.

Der 78-Jährige wünscht sich von den Verkehrsplanern in Oberhausen: „Wir haben doch wirklich so viele kompetente Ansprechpartner in den unterschiedlichsten Behindertenvereinen – ziehen Sie die doch vor derart gravierenden Änderungen im Straßenverkehr einfach mal zu Rate!“

Stadt äußert sich nach den Ferien

Vor ca. zwei Wochen bat die Redaktion die Stadt um eine Stellungnahme. Auf mehrmalige Nachfrage erhielten wir jetzt die Antwort: „Die Verantwortlichen sind leider nicht da – eine Auskunft ist frühestens nach den Herbstferien möglich.“

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