Ampelmännchen

BOB will Ampeln mit Bergmännchen auch in Oberhausen

So sieht sie aus, die ganz besondere Revier-Ampel. Leuchtet sie auch bald in Oberhausen?

So sieht sie aus, die ganz besondere Revier-Ampel. Leuchtet sie auch bald in Oberhausen?

Foto: Christophe Gateau

Das Bündnis Oberhausener Bürger möchte wie in Duisburg Fußgängerampeln mit dem Zechen-Symbol versehen lassen. Standorte sollen Bürger entscheiden.

Es war das Ende einer Epoche, als auf der Zeche Prosper Haniel in Bottrop am 21. Dezember 2018 die Kumpel ihre letzte Schicht fuhren. Ein Schlussstrich nach rund 200 Jahren industriellen Steinkohleförderung in Deutschland. In Duisburg erstrahlt die Erinnerung an dieses Erbe auch weiterhin in strahlendem Licht, dafür sorgen die Bergmannsampeln. Nach Wunsch des „Bündnis Oberhausener Bürger“ könnten diese bald auch das Oberhausener Stadtgebiet prägen und einige ausgewählte Fußgängerampeln mit dem „Bergmännchen“ ausgerüstet werden.

Laut dem BOB sollen dabei die möglichen Standorte von Bürgerinnen und Bürgern vorgeschlagen und möglichst von einem der letzten Oberhausener Kumpel per Losverfahren ausgewählt werden. „Als Wiege der Ruhrindustrie wäre es für Oberhausen angemessen, das Andenken an die Zechen und Kumpel in Ehren zu halten“, sagt Ratsmitglied Peter Bruckhoff.

Äußeres Zeichen, um Kumpel in Ehren zu halten

Dem schließt sich auch Ratskollege Karl-Heinz Mellis an. „Als kleines äußeres Zeichen bieten sich Fußgängerampeln an, um mit einem ,Bergmännchen’ an diese vergangene Epoche zu erinnern.“

Von der Stadt selbst hieß es diesbezüglich im vergangenen Jahr auf Nachfrage dieser Redaktion noch, die Idee einer Fußgängerampel mit dem „Bergmännchen“ sei aktuell für Oberhausen kein Thema. In Duisburg war im vergangenen November die weltweit erste „Bergmannsampel“ eingeweiht worden. Im Anschluss kamen in vielen weiteren Ruhrgebietsstädten die Überlegung auf, die Pläne von Journalistin Kathrin Hänig umzusetzen.

Andere Städte waren auch schon sehr erfinderisch

Falls die grünen und roten Bergmännchen wirklich kommen sollten, wäre es übrigens nicht das erste Mal, dass in Oberhausen eine Motivampel aufleuchten würde. Zum großen Musicalhit „Tarzan“ im Metronom Theater waren zwei Ampellichter an der Musikstraße mit dem Lianenschwinger versehen worden.

Auch andere Städten waren bezüglich ihrer Ampelgestaltung bereits ziemlich einfallsreich: Zum Beispiel leuchten in Bremen die Stadtmuskanten, während in Mainz die Mainzelmännchen und in Hameln der Rattenfänger zu sehen sind. Nicht zu vergessen das berühmte DDR-Ampelmännchen, das mittlerweile nicht nur in Ost-Berlin zu finden ist.

Motivumstellung kostet nicht viel

Hohe Kosten sind bei der Motivumstellung übrigens nicht zu erwarten. Für die „Bergmännchen“ muss nur eine entsprechende Folie geklebt werden, die laut WDR-Recherche rund sieben Euro kostet.

>>> Grünes Licht auch durch Verkehrsminister

Grundsätzlich dürfen die Städte in Nordrhein-Westfalen „Ampelmännchen“ mit lokalem Bezug einführen, wie Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) in einer Vorlage für den zuständigen Landtagsausschuss Mitte Dezember klarstellte. Die Kommunen sollten lediglich beachten, „dass es durch die abweichende Gestaltung nicht zu einer Gefährdung von Verkehrsteilnehmern kommt“, heißt es in dem Bericht.

Für Fußgänger führte 1933 Kopenhagen die erste Ampel ein. Berlin zog vier Jahre später nach.

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