Genusstouren

Bustour bietet Genuss nach Fahrplan

Begaben sich auf eine Genuss-Tour (v.l.): Vera Baumeister, Gabi Günder, Christiane Zenker, Michael Hoffmann und Marita Bauer.

Begaben sich auf eine Genuss-Tour (v.l.): Vera Baumeister, Gabi Günder, Christiane Zenker, Michael Hoffmann und Marita Bauer.

Foto: Mara Tröger

Oberhausen.  Die Oberhausener Genuss-Touren führen Teilnehmer zu Honig, Kaffee, Wurst und Partystimmung. Die Angebote sind im Nu ausverkauft.

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Kultur ist Lebensstil, Bildung, Geschmack. Genuss ist Vergnügen, Lust, Augenweide, Gaumenfreude, Ohrenschmaus. Aus Zutaten von beidem entsteht Kulturgenuss. Um sich davon verführen zu lassen, schickt Heinz Wagner Interessierte auf Bustouren quer durch die Stadt, bei denen er sie zum Genießen verführt. Mit enormem Erfolg. Die Genuss-Touren sind stets im Nu ausverkauft. Handgemacht und außergewöhnlich sollte die Mixtur schon sein, ist Wagner überzeugt, unbedingt aber „made in Oberhausen“.

Jede Genuss-Tour ist anders. Immer aber geht’s zu Genuss-Anbietern, die die Tourteilnehmer als Gäste empfangen, sie informieren und sie verwöhnen. „Der Spaß beginnt schon im Bus“, sagt Wagner. Unser Test von Tour Nummer 15 beweist: Er hält, was er verspricht. Treffpunkt war „Oli’s Büdchen“ am Ebertbad. Und so ging nach der Begrüßung mit einem Schlückchen Artilleriefeuer aus dem Minifläschchen im Bus gleich nach der Abfahrt die gemischte Tüte rum. Das eint. Gut gelaunt und passend zu dem, was kommen würde, sangen alle die Hymne der Stadt: „Und alles was du siehst is’ Oberhausen“.

Hier summen die Bienen

Als erste Station stand ein Besuch bei Imker André Haßdenteufel in Königshardt auf dem Programm. Über einen Feldweg gelangte die Gruppe zum Hauptbienenstand, wo der Imker sie mit trockenem Weißwein und mit Honig bestrichenen Häppchen empfing und erklärte, wie der Honig ins Glas kommt. 750 Kilo Honig haben seine 15 Bienenvölker im letzten Jahr eingebracht. Er verkauft ihn an der Haustür, Weilerstraße 70, und neuerdings auch in der „Floristeria“, Langemarkstraße 18. Seit drei Jahren ist der Hobbyimker offizieller Königinnenzüchter.

Nach einem Kurzbesuch beim benachbarten Biobauern Hans Krönung, der Hühner und Gänse hält, ging die Reise Richtung Sterkrade. Mit unglaublich betörendem Duft empfing die Kaffeerösterei „Mahlgrad“, Pfälzerstraße 80, die Genuss-Reisenden. Ihr Motto: „Qualität ist Einstellungssache“. Und hatte Wagner nicht noch gewarnt, dass hier extrem hohe Suchtgefahr bestehe? Vorsicht „Pottkorn“: Diesem Produkt aus dem Röster, französischem Mais mit Himbeeren, Schoko und Kaffeebohnen veredelt, widersteht niemand.

Echte Partystimmung

An seinem Laden begrüßte Julian Surmann, der als Juniorchef die Osterfelder Traditionsfleischerei in siebter Generation führt, jeden einzelnen Besucher mit Handschlag. 50 verschiedene Wurstsorten werden hier täglich per Hand frisch hergestellt. „Der Maschinenpark ist ausgelastet, Fleisch und Wurst sind unsere Kernkompetenz, doch seit sechs Jahren betreiben wir zusätzlich das Bistro.“ Hier gibt’s auch regelmäßig Kulturangebote wie Ausstellungen oder Jazzkonzerte. Nach ausgiebiger Verkostung in der Wurstküche zurück im Bus, konnte sich Wagner den Geheimtipp nicht verkneifen: „Im November bei Surmann Gänsebraten essen.“

Im „Kulttempel“ erzählte Peter Jurjahn die Erfolgsgeschichte der Disco an der Mülheimer Straße. Die Tourteilnehmer probierten Oliver Meininghaus’ Pils, das erst seit kurzer Zeit auf dem Markt ist und versammelten sich dann auf der Tanzfläche. Musik ab. Jurjahn zauberte Partystimmung und alle tanzten.

Nebenan wartete schon Carsten Wrede im Haupt-Aufnahmeraum der „Tresohr-Studios“, um zu erklären, „wovon wir leben und wofür wir leben“. Das Wovon sind Radio-Werbespots, das Wofür sind Studioaufnahmen mit Bands, zu denen Publikum eingeladen wird. Ein Blick auf das große Mischpult beeindruckte besonders die männlichen Teilnehmer. Die obligatorische Frage, „Kennst du jeden Knopf?“, blieb nicht aus. Die Sound-Kostprobe begeisterte auch die weiblichen Gäste. „Super!“ Viel Beifall für Wrede und die gesamte Tour, die in der Theaterkneipe „Falstaff“ mit einem gemeinsamen Absacker endete.

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